Das Schützenjahr 2013

Ilse und Kuno Jacobebbinghaus (2. u. 3. v. r.) nehmen ihre 20-jährige Organisation des Majestäten-Pokalschießens den Dank von Brudermeister Markus Nagelsdieck, Königin Anja Frickenstein und Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff (v. r.) entgegen
Strahlende Gesichter bei der Pokalübergabe, v. l.: Elisabeth Kammertöns (zweitbeste Schützin), Kuno Jacobebbinghaus (bester männlicher Teil-nehmer), Pokalgewinnerin Annette Voßhenrich, Ilse Jacobebbinghaus und Sportschützenchef Christian Pelkmann

20. Majestäten-Pokalschießen 2013

Wenn das keine glückliche Kombination ist: 1994 war Annette Voßhenrich mit ihrem Mann Josef das Königspaar der Verler Schützengilde, in dem Jahr, als das Majestäten-Pokalschießen seine Premiere feierte. Und am Sonntag, den 3. November 2013, konnte nun Annette Voßhenrich die 20. Auflage dieses spannenden Wettbewerbs, wozu sportliches Schießen und der richtige Dreh am Glücksrad gefragt sind, für sich entscheiden.

Begonnen hatte das Treffen mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken im festlich geschmückten Speiseraum der Schützenhalle. Erstmals überbrachte Markus Nagelsdieck  als neuer Brudermeister dem versammelten Gilde-Hochadel die Grüße des Vorstandes, verbunden mit einem Rückblick auf die zahlreichen Ereignisse des Jahres 2013, angefangen von der Generalversammlung im Januar über das eigene Schützenfest bis zur Teilnahme am Bundesjungschützentag in Salzkotten vor einer Woche. Er hieß auch die amtierende Königin Anja Frickenstein herzlich willkommen und dankte Sportschützenchef Christian Pelkmann und seinen Mitstreitern für die Hilfestellung beim Schießwettbewerb der Majestäten. Und etwas Neues konnte Brudermeister Markus Nagelsdieck für das kommende Jahr auch schon präsentieren: Eine dreitägige Berlin-Fahrt vom 9. – 11. Mai 2014, angestoßen vom Vorstandsmitglied Constantin Vernekohl in Absprache mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus.

Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff sprach Ilse Jacobebbinghaus, die nicht nur den Majestäten-Wanderpokal seinerzeit künstlerisch gestaltet hat, sondern gemeinsam mit ihrem Mann Kuno diesen Wettbewerb auch ununterbrochen, jetzt zum jubilierenden 20. Mal, ebenso ideenreich wie engagiert vorbereitet hat, unter großem Beifall den herzlichen Dank aller ehemaligen Regenten aus, was er mit einem Blumengebinde unterstrich.


Gilde beim Bundesjungschützentag 2013 in Salzkotten

Über 4000 Teilnehmer zählte am Sonntag, den 27. Oktober 2013, der große Festumzug des Bundesjungschützentages in Salzkotten, unter denen der Verler Gilde-Nachwuchs mit seiner Begeisterung bei den Besuchern immer wieder eine O-la-la-Welle in Gang setzte. Obwohl die „Jahreszeit der weißen Hosen“ eigentlich schon zu Ende ist, hatten sich sage und schreibe 39 junge und jung gebliebene Gilde-Schützen, unter ihnen das amtierende Jungschützenkönigspaar Michael Sommer und Vanessa Kattenstroht, Gilde-Regent Stefan Frickenstein wie auch Gilde-Ehrenbrudermeister Hans Heitjohann in seiner Funktion als Bezirksbundesmeister des Bezirksverbandes Wiedenbrück, auf den Weg in die alte Sälzerstadt am Hellweg gemacht. Wurden sie am Morgen auch mit strahlendem Sonnenschein begrüßt, so suchte doch bei später aufkommenden Windböen die eine oder andere Mütze das Weite, vor allem aber wurden Standartenträger Marvin Feldmeyer und Fahnenoffizier Torsten Mersch dadurch stark gefordert.

Marvin Feldmeyer zieht mit der Gilde-Jungschützenstandarte in die Salzkottener Marienkirche ein
Bischof Dr. Heiner Koch, jetzt auch Ehren-jungschütze, beim Auszug nach dem Festgottesdienst
Mit der Gilde-Fahne zieht Christian Mutz aus der Marienkirche aus
Die Verler zu Beginn des Festzuges, an der Spitze mit ihren beiden Jungschützenmeistern (v. l.) Tobias Franzbonenkamp und Tobias Lükewille

Dem Umzug vorausgegangen war ein festlicher Gottesdienst in der überfüllten Marienkirche mit dem Diözesanbischof von Dresden und Meißen, Dr. Heiner Koch. Musikalisch begleitet wurde die Festmesse von der den Verlern bestens bekannten Blaskapelle „Jugendlust“ aus Scharmede. Bischof Dr. Heiner Koch, der im vergangenen Jahr auch den Festgottesdienst zum Bundesköniginnentag mit den Verlern und ihren Gästen im Stadion an der Poststraße feierte, wies in seiner eindrucksvollen Predigt darauf hin, dass nach wissenschaftlichen Berechnungen bis jetzt etwa 106 Milliarden Menschen auf der Welt gelebt hätten, von denen jeder einmalig sei. Wörtlich: „Du und ich, jeder von uns, hat eine einmalige Gabe, damit aber auch eine Aufgabe, die jeder auf seine Art und Weise erfüllen muss, die ihm kein anderer abnehmen kann.“ Dies gelte insbesondere für jeden Christen, so Bischof Koch weiter, aber auch für jede Gemeinschaft, für jede Schützenbruderschaft und Jungschützengruppe bis hin zum Bund der St. Sebastianus-Schützenjugend.

Waren zu Beginn des Gottesdienstes der neue Bundesschülerprinz Simon Paulußen (St. Gereon-Schützenbruderschaft Würm, Dözese Aachen)  und der neue Bundesprinz Niclas Pütz (St. Hubertus Gremberghoven, Diözese Köln) mit den Zeichen ihrer Würde ausgestattet worden, so wurde zu dessen Abschluss Bischof Dr. Heiner Koch, Ehrenbundespräses der Schützen, der bis 2001 auch das Amt des Bundesjungschützenpräses ausübte, durch Bundesjungschützenmeister Mario Schäfer unter stehenden, minutenlangen Ovationen zum Ehrenmitglied der St. Sebastianus-Schützenjugend ausgerufen.

Bestens gelaunt marschiert die Gilde in Salzkotten mit ihren Jungregenten Michael Sommer und Vanessa Kattenstroht…
…wie mit ihrem König Stefan Frickenstein
Gellungene Kombination in der Sälzerhalle unter der Hissfahne der St. Sebastianus-Schützenjugend: Die Gilde-Fahne und die Jungschützenstandarte
Die Fahrtleitung hatte Jungschützenmeister Tobias Lükewille (l.), auf der Rückfahrt unterstützt vom amtierenden Gilde-Regenten

Beim Ausklang des Festes in der riesigen Sälzerhalle freuten sich auch die Mitglieder des Spielmannszuges Salzkotten, der schon zwei mal in Verl aufgetreten ist, über das Wiedersehen mit den Gästen aus der Ölbachstadt. Dass die Fahrt, die unter der Leitung von Gilde-Jungschützenmeister Tobias Lükewille stand, noch einen kurzen Abschluss auf dem Volksfest „Verler Tod“ fand, versteht sich fast von selbst.   


Verler Gilde beim Bundesfest 2013 in Geseke

Erzbischof Reinhard Kardinal Marx, der geistliche Prokurator der Geseker Schützen, beim Auszug nach dem Festgottesdienst
Angeregt im Gespräch nach der Messfeier, v. l.: Hans Heitjohann, Bezirksbundesmeister und Gilde-Ehrenbrudermeister, Bezirks- und Gilde-Schriftführer Michael Schmalenstroer und Bundesjustitiar Hermann-Josef Pierenkemper
Start des Festzuges mit Kardinal Marx und dem Hochmeister des Bundes, Dr. Emanuel Prinz zu Salm-Salm, begleitet von Geseker Adjutanten
Die Gilde marschiert mit ihrem Königspaar Stefan und Anja Frickenstein, begleitet von seinen Adjutanten Thomas Hollenhorst-Schild (l.) und Benedikt Klumpe

„Ich steh auf Geseke!“ Diesen Slogan, interpretiert von bekannten Persönlichkeiten wie Geseker Bürgern aller Couleur und wiedergegeben auf riesigen Bannern, würden wohl auch alle Verler Gilde-Schützen bejahen, die am 5. September 2013 in der Stadt am alten Hellweg am Bundesschützenfest teilnahmen.

Dem prächtigen Festzug ging ein feierliches Schützenhochamt mit dem geistlichen Prokurator der ausrichtenden St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Geseke, dem Erzbischof von München und Freising, Dr. Reinhard Kardinal Marx voraus. Reinhard Marx, der zuvor Bischof von Trier war, wo die Gilde schon beim Bundesfest 2000 in Ahrweiler mit ihm Gottesdienst feierte, gab in seiner Predigt nicht nur eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt Geseke und seine eigene Bruderschaft, der er schon seit Jungendtagen angehöre, sondern auch an das Schützenwesen überhaupt ab. Und wörtlich: „Ich bin stolz darauf, Schütze zu sein!“ „Wir brauchen einander“, sagte er weiter, „Menschen können nicht allein durchs Leben gehen. Gemeinsame Prinzipien, die Orientierung geben und Entscheidungen ermöglichen, die dem Menschen dienen, sind vonnöten.“ Er betonte, dass die Schützenbruderschaften wie die Kirche die Arme ausbreiten müssten mit der Zusage: Wir brauchen dich, wir sind für dich da. Die Schützengemeinschaften, unterstrich Kardinal Marx, sollten das Leben in den Dörfern und Städten im Geist der Nächstenliebe mitprägen und mit ihren gemeinsamen Feiern Freude und Hoffnung ausstrahlen.

Nach dem Gottesdienst hieß es dann aber für die 46 Gilde-Schützen wie auch für den Bezirksvorstand und die anderen 12 Bruderschaften des Bezirksverbandes Wiedenbrück, unter ihnen auch die Sürenheider St. Georg-Schützen mit einer starken Abordnung, warten, denn der Abmarsch des großen Festzuges mit rund 10.000 Schützen und fast 100 Musikformationen nahm doch einige Zeit in Anspruch. Dafür wurde die Gilde mit ihren bestens gelaunten Majestäten Stefan und Anja Frickenstein und den Jungregenten Michael Sommer und Vanessa Kattenstroht und dem Throngefolge dann aber auf der drei Kilometer langen Marschstrecke mit Jubel und Begeisterung überschüttet.

Schon am Freitagabend hatte eine kleinere Gilde-Abordnung am ökumenischen Gottesdienst, dem ersten Festmarsch mit Kranzniederlegung am Ehrenmal und dem Großen Zapfenstreich teilgenommen, wozu es in der abgedunkelten, riesigen Schützenhalle mucksmäuschen still geworden war. Am Sonntagnachmittag dagegen war das Geschehen in der Halle an Buntheit der verschiedenen Uniformen wie an musikalischen Klängen kaum noch zu überbieten. Hier konnte Brudermeister Markus Nagelsdieck dem neuen Bundeskönigspaar Robert und Marion Nitsch von der St. Sebastinus-Schützenbruderschaft Wipperfeld, Diözesanverband Köln, dann auch die herzlichen Glückwünsche der Verler Gilde aussprechen.

Zuvor hatte sich ein seltenes Bild ergeben, erklomm doch der Hochmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Dr. Emanuel Prinz zu Salm Salm, für seine Begrüßungsansprache einfach einen der Tische. Und als sich dann noch der Spielmannszug Avenwedde an den Tischen der Gilde überraschend zu einem Ständchen einfand, hätten die Verler am liebsten gesungen: Ich steh auf Geseke…

Bester Stimmung beim Festmarsch, v. l.: Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff, Brudermeister Markus Nagelsdieck und Vize-Chef Michael Hauphoff
Die Königin (l.), die Throndamen und der Ehrenbrudermeister: kleine, unterhaltsame Pause vor dem Festumzug
Seltenes Bild: Für seine Begrüßungsansprache hat Hochmeister Dr. Emanuel Prinz zu Salm-Salm kurzerhand den Tische der Ehrengäste erklommen
Das neue Bundeskönigspaar Robert und Marion Nitsch von der St. Sebastinus-Schützenbruderschaft Wipperfeld macht der Verler Gilde seine Aufwartung, links Brudermeister Markus Nagelsdieck, rechts Spendenmeister Leo Kammertöns
Gilde-König Stefan Frickenstein dirigiert in der riesigen Geseker Schützenhalle den Spielmannszug Blau-Weiß Avenwedde…
…und seine Königin Anja steht ihm in nichts nach

1. Gilde-Oktoberfest an der Verler Schützenhalle

Mit über 800 gutgelaunten Gäste feierte die St. Hubertus-Schützengilde Verl am 21. September ihr erstes Oktoberfest im ausverkauften König-Ludwig-Festzelt an der Verler Schützenhalle. Eigens dafür engagiert hatten die Gilde-Schützen das Jugendorchester des Musikvereins Verl und die Band Alpenjäger, die den fast ausnahmslos in bayerischen Outfits erschienen Besuchern ordentlich einheizten.

Doch zuvor schlug Gilde-Königin Anja Frickenstein pünktlich um 19 Uhr, unterstützt vom Jungschützen-Königspaar Michael Sommer und Vanessa Kattenstroth, das erste Fass an. Nach ein paar kraftvollen Schlägen floss der schäumende Gerstensaft aus dem Zapfhahn und die feschen Kellnerinnen vom DÉJÀ-VU Club hatten alle Hände voll zu tun, die schweren Krüge an den Tischen zu verteilen. Bayerische Spezialitäten, wie Schweinshaxe, Leberkäs und die traditionellen Brezeln trugen natürlich ebenso zur richtigen Wies’n-Atmosphäre bei.

Einfach nur begeistert von der tollen Stimmung und den auf Bänken und Tischen tanzenden Partygästen zeigten sich die Gastgeber der rundum gut gelungenen Veranstaltung, allen voran Norbert Klumpe, der sich für die Organisation verantwortlich zeigte sowie Festwirt Andreas Wöllner.

Als Extra-Schmankerl gab es gesonderte Lounges mit eigener Bedienung an den Giebelseiten des blau-weiß geschmückten Festzeltes. Gedacht waren sie als besonderer Service für größere Gruppen, wie Unternehmen, Vereine oder Freundeskreise. (Weitere Bilder bei www.hoffmannfotos.de)

Königin Anja Frickenstein (links), unterstütz vom Jungschützen-Königspaar, sticht das erste Fass an. Rechts im Bild: Cheforganisator Norbert Klumpe
Tolle Stimmung auf den Bänken ...
... wie auch auf der Tanzfläche
Freuen sich über ein gelungenes Fest: Brudermeister Markus Nagelsdieck (re.) und Norbert Klumpe

Gilde-Fahrradwallfahrt 2013

Pfarrer em. Wilhelm Henkenmeier erteilt zur Fahrradwallfahrt den Pilgersegen in der Marienkapelle
Erste Stärkung am Bürgerhaus Espeln
An der zweiten Statio wird der Patron der Gilde angerufen: Zu dir schick ich mein Gebet…, Heiliger Hubertus…
Gerti Nacke (l.) und Manuela Pollmeier tragen in der Rellerkapelle eindringliche Pilgerwünsche vor

„Wohlauf in Gottes schöne Welt – fahr’n wir jetzt hinaus… in’s Delbrücker Land hinein!“ Mit diesem leicht umgedichteten alten Volkslied aus dem eigens erstellten Pilgerheft machten sich die fast 50 Gilde-Fahrradpilger nach einer Einstimmung und dem Pilgersegen in der Marienkapelle von Pfarrer em. Wilhelm Henkenmeier am Samstag, den 24. August 2013, auf den Weg. Die zweite Fahrradwallfahrt der Schützengilde, nach der Premiere im Jubiläumsjahr 2008 nach Isselhorst und Marienfeld, stand unter dem Leitwort „durchkreuzte Lebenswege“. Mit der ersten Statio, einem besinnlichen Zwischenstopp an Rodehuth’s Kapelle in Espeln, wurde Maria, die Muttergottes, in den Blick genommen, die ihr Ja gesprochen hat, auch bis unter das Kreuz Jesu Christi. Heinz-Josef Rodehuth brachte den Verlern anschließend die Geschichte der Hofkapelle näher, die sein Vater zum Dank für die Rückkehr aus dem Krieg erbauen ließ.

Nach einem Stehkonvent mit Kaffee und Plätzchen am Bürgerhaus Espeln und einer weiteren Statio, gewidmet dem Heiligen Hubertus, dem Patron der Gilde, der das Kreuz für sein Leben der Legende nach im Geweih eines Hirsches, den er jagen wollte, entdeckte, wurden die Verler an der Rellerkapelle durch das Glockengeläut vom Dieter Heimann, einem der ehrenamtlichen Betreuer der Kapelle, schon von Ferne begrüßt. Zudem hatten die beiden Schützen des Begleitfahrzeuges, Tobias Hartkämper und Dennis Schmelter, hier bereits die Gilde-Fahne gehisst.

Zum Thema „das Kreuz in unserem eigenen Leben“ trugen Gerti Nacke und Manuela Pollmeier vom Vorbereitungsteam Pilgerwünsche vor, während Heinz Reckord mit seiner Trompete den Gesang der Gruppe einfühlsam begleitete, zumal der Raum eine großartige Akustik vorhielt.

An der Delbrücker Pfarrkirche St. Johannes Baptist, weithin bekannt durch die Kreuzverehrung (1496 kam ein Kreuzpartikel nach Delbrück, eingefügt in das bis heute erhaltene Kreuz, bzw. den Korpus, geriet zeitweise in Vergessenheit, mit der Wiederentdeckung 1671 begann die bis heute anhaltende Kreuzverehrung, die mit der jährlichen Kreuztracht an Karfreitag ihren Höhepunkt findet), trafen sich die Verler dann mit 25 weiteren Radlern der befreundeten St. Petrus- und Paulus-Schützenbruderschaft Scharmede. Nach dem Einzug mit der Gilde-Fahnenabordnung stellte Pastor Sven Hofmann der gemeinsamen Messfeier sehr persönliche Gedanken zum Kreuz voran, die mit den Fürbitten, vorgetragen von Klemens Hartkämper, nochmals aufgegriffen wurden. Im festlich geschmückten Altarraum brannte auch die eigens mitgeführte Kerze des Bundesköniginnentages in Verl, wollte doch die Gilde mit dieser Wallfahrt auch Dank sagen für dessen gutes Gelingen im vergangenen Jahr.

Danach hatten sich die Teilnehmer das kräftige Pilgermahl im St. Joseph-Haus am Kirchplatz verdient, das der Heimatkundler Gerhard Kretschmann mit Erläuterungen zur Geschichte und Gegenwart des Delbrücker Landes ergänzte.

Abgerundet wurde die Pilgerfahrt durch ein gemeinsames Kaffeetrinken in Lippling, bei dem Brudermeister Markus Nagelsdieck, der mit seiner Frau Monika ebenfalls mitgeradelt war, den herzlichen Dank an das Vorbereitungsteam unter der Leitung von Helmut und Gerti Nacke zum Ausdruck brachte. Eine Bitte war auf der Rückfahrt gleich mehrfach zu vernehmen: „Lasst uns nicht zu lange auf die nächste Gilde-Fahrradwallfahrt warten!“


Die Gilde-Pilgergruppe vor der Rellerkapelle
Bestens gefüllt ist das Mittelschiff der Delbrücker Pfarrkirche zur Pilgermesse, die Heinz Reckord einfühlsam mit seiner Trompete musikalisch begleitet
Die Verler und Scharmeder Fahrradpilger nach dem Gottesdienst mit der Gilde-Fahnenabordnung vor der Pfarrkirche St. Johannes-Baptist
Aufbruch am Delbrücker Pfarrhaus zur letzten Etappe nach Lippling

Markus Nagelsdieck hält als neuer Brudermeister zum ersten Mal die Ansprache am Ehrenmal

„Ins Herz geschlossen“ - Gilde-Schützenfest 2013

Schöner hätte sich Markus Nagelsdieck sein erstes Schützenfest als neuer Brudermeister der Gilde wohl selbst nicht ausdenken können. Eine scheidende Königin Karola Hericks, die von sich sagt: „Ich hab die Gilde in mein Herz geschlossen!“, ideenreiche wie zupackende Mitglieder, die im Vorfeld für viele neue Akzente auf dem Schützenplatz und in der Zeltgestaltung gesorgt hatten, begeisterte Zuschauer am Sonntagnachmittag und nicht zuletzt ein neuer „Dreiklang“ aus Kinderkönigspaar, Jungregenten und Königspaar, denen die Vorfreude auf das Thronjahr 2013/14 ausnahmslos ins Gesicht geschrieben stand

Vielversprechend stark war das Schützenbataillon am frühen Samstagabend auf der Hauptstraße angetreten, das König Toni Hericks hoch zu Ross mit sichtlichem Wohlgefallen inspizierte. Bevor der Musikverein Verl gemeinsam mit dem Spielmannszug Avenwedde den Großen Zapfenstreich intonierte, setzte der neue Brudermeister in seiner ersten, um so mehr beeindruckenden Ansprache am Ehrenmal „Lebenszeichen“, wobei er den Bogen schlug von den Weltkriegen über die heutigen kriegerischen Auseinandersetzungen und die Morde der rechtsextremistischen NSU-Gruppe bis zum Verhalten jedes Einzelnen im Alltag mit so mancher Lieblosigkeit und gedanklicher Ausgrenzung.

Zwei der weißen Oberhemden mussten sich schon bald nach der Ankunft im Festzelt das Traktieren mit Lippenstiften gefallen lassen, was aber von ihren Trägern, Günter Berenbrinker und Erhard Venker, mit sichtbarem Wohlgefallen geduldet wurde, waren sie doch bei den zahlreichen Beförderungen jeweils in den Rang des Generalmajors erhoben worden, deren rote Ärmelabzeichen jetzt von gleich mehreren Damen aufgemalt wurden. Die höchste Auszeichnung des Abends wurde Kuno Jacobebbinghaus, einem der einsatzfreudigsten Schützen, ehemaliger Bezirks- und Diözesankönig wie Gilde-Kaiser, mit der Erhebung in den Rang eines Generalleutnants zuteil.

Tragen jetzt "rot", v. l.: Erhard Venker und Günter Berenbrinker (Generalmajor), und der höchstbeförderte Kuno Jacobebbinghaus (Generalleutnant), dahinter Schriftführer Michael Schmalenstroer, Brudermeister Markus Nagelsdieck und stellv. Brudermeister Michael Hauphoff
Das neue sympathische Jungschützen-Königspaar der Verler Schützengilde kurz nach dem entscheidenden Schuss: Michael Sommer und Vanessa Kattenstroht
Polonaise zu den Klängen der Kölner Musikformation „die 3Colonias“ am Samstagabend; wieder mit dabei ist Pfarrer Hubert Werning aus Dortmund (2. v. l.), ehemals Vikar in Verl

Der Spielmannszug Mastholte begleitete mit schmissigen Melodien das anschließende Jungschützen-Vogelschießen, bei dem sich, im Gegensatz zum letzten Jahr, Michael Sommer eigentlich wegen „Nestbau“ etwas zurückhalten wollte. Dann aber erklang doch, wie bei seinen königlichen Eltern im Jahre 1998, wiederum leicht abgewandelt: „Jetzt wird’s mal wieder richtig Sommer…“, worin auch seine Freundin Vanessa Kattenstroht als designierte Jungschützenkönigin sogleich freudig einstimmte

Von Variationen des „treuen Husar“ bis zum eigenen Song „Schützenkönig möcht ich einmal sein“, wozu passend sogleich eine Gilde-Jacke und -Mütze auf die Bühne gereicht wurde, boten am späten Abend die aus dem Kölner Karneval bekannten „3 Colonias“ eine begeisternde Mischung aus Musik, Parodie und Show.

Die Gilde begrüßt auf der Hauptstraße den Spielmannszug Wildeshausen aus dem Oldenburger Land
Die neue Gilde-Damenriege

Einen besonderen Farbtupfer setzte am Sonntagnachmittag schon beim Aufmarsch der befreundeten Schützengemeinschaften mit seiner historischen Landsknechtsuniform  und dem großen Schellenbaum der Spielmannszug Wildeshausen aus dem Oldenburger Land in Niedersachsen, der später mit dem Musikverein Verl auch den umjubelten Festumzug anführte. Die immer wieder mit stürmischem Beifall begrüßten Regenten hatten dazu mit ihrem Throngefolge in acht herausgeputzten Kutschen Platz genommen, während die Jubel-Majestäten, Diamant-Königin Anneliese Meier-to-Krax, Gold-König Alfons Pollmeier und Silber-Königin Gisela Rump, jeweils mit Begleitung, ebenso wie das Kinderkönigspaar Moritz Brandner und Jule Kettelhoit-Lohmann in schnittigen Cabrios folgten.

Nach der Ankunft auf dem Schützenplatz und der Begrüßung durch Michael Hauphoff, ebenfalls neu im Amt des stellvertretenden Brudermeisters, wurde Heinz Reckord, seit 60 Jahren als Dirigent oder Trompeter des Musikvereins Verl auf dem Gilde-Schützenfest aktiv, mit einer Collage auf Leinwand besonders geehrt.

Was schon am Vortag vielfach gelobt wurde, begeisterte auch jetzt: die Gestaltung des Festplatzes mit dem neuen Restaurant „Zum Adlerhorst und dem „Café Vogelblick“ sowie dem seitlich offenen Zelt, welches den Gästen das Gefühl gab, immer mitten im Geschehen zu sein.

In den Festzug eingereiht hat sich im Cabrio Silberkönigin Gisela Rump, begleitet von ihrem Sohn Mario…
…wie auch Goldkönig Alfons Pollmeier mit seiner Frau Regina…
…und Diamantkönigin Anneliese Meier-to-Krax mit dem Sohn ihres damaligen Königs Alois Hauphoff, Josef Hauphoff mit Enkelin Jana
Paul Diekhans und Gertrud Hoffknecht werden vom stv. Brudermeister Michael Hauphoff als Rubin-Jungschützenkönigspaar geehrt…
…und Markus und Monika Nagelsdieck dürfen von ihm Glückwünsche als Silber-Jungschützenkönigspaar entgegennehmen

Dem festlichen Schützenhochamt am Montagmorgen mit Gilde-Präses Pfarrer Hermann-Josef Hölscher und dessen Einladung zum Umtrunk auf dem Sender Kirchplatz folgte der obligatorische Boonekamp auf dem Kühlmannweg, den in diesem Jahr als Einstand der neue stellvertretende Kommandeur der Gilde, Tim Echterhoff, spendierte.

Während des Schützenfrühstücks wurde die wenige Wochen zuvor im Kloster Marienthal am Niederrhein hervorragend restaurierte Fahne von den Fahnenoffizieren der großen Gilde-Familie präsentiert. Mit der anschließenden Hutsammlung kann der größte Teil der entstandenen  Kosten aufgefangen werden.

Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann zeichnete gemeinsam mit Brudermeister Markus Nagelsdieck den zur Generalversammlung verhinderten Adjutanten Frank Tannheiser, der seit vielen Jahren für die Gilde großen Einsatz zeigt, mit dem Silbernen Verdienstkreuz des Bundes aus.

Im gleichen Jahr Gilde-Chef zu werden, in dem er mit seiner Frau Monika auch das 25-jährige als Jungschützenkönigspaar feiern kann, verdiente schon eine besondere Gratulation, die Michael Hauphoff mit sichtlichem Vergnügen vornahm. Zuvor hatte er dem Rubin-Jungschützenkönigspaar Paul Diekhans und Gertrud Hoffknecht herzliche Glückwünsche ausgesprochen.

Einen völlig überraschten Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff riefen Jungschützenmeister Tobias Lükewille und der zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Jungschützenkönig Sascha Großeschallau auf den Thron, worauf dieser vor lauter Aufregung sogar zum falschen Jackett griff. Sichtlich bewegt nahm Sudhoff die Auszeichnung zum Ehrenjungschützen für seinen engagierten Einsatz für den Gilde-Nachwuchs entgegen. Und am frühen Abend sah man ihn dann beim Festumzug fröhlich winkend mit der Jungschützenabteilung marschieren.

Den allerschönsten Platz aber beim letzten Marsch des Gilde-Schützenfestes 2013, den in der Königskutsche, erkämpfte für sich und seine sichtbar glückliche Frau und Königin Anja der Mann vom (Dachdecker-) Fach, ob steil, ob flach, - Stefan Frickenstein.

Auf dem Bild stellen sich am Montagabend die drei neuen Majestätenpaare dem Fotografen, v. l.: Kinderkönigspaar Lino und Nova Hülshorst, Königspaar Stefan und Anja Frickenstein, Jungschützenkönigspaar Michael Sommer und Vanessa Kattenstroh

Wie Karola Hericks es getan hat, so haben es über die nunmehr 180 Jahre ihres Bestehens viele Menschen in guten wie in schweren Zeiten auf ihre je eigene Art und Intensität getan, - und tun es auch heute:

 

              die Gilde ins Herz schließen  

Was sonst noch geschah!

Der Kranz wird von Frank Tannheiser und Marcel Diekämper zum Denkmalplatz getragen, begleitet von den Fackelträgern Benedikt Klumpe und Ulrich Johann-Vorderbrüggen
Kranzniederlegung durch Brudermeister Markus Nagelsdieck, links stellvertretender Brudermeister Michael Hauphoff
Überaus einladend wirkt auf dem Schützenplatz das neue Restaurant „Zum Adlerhorst“ und das Cafe „Vogelblick“ mit seinen Pagodenzelten
Begeisterte Zuschauer und Schützen empfangen am Sonntagnachmittag das Königspaar Toni und Karola Hericks und die Jungregenten Sascha Großeschallau und Carina Stukenbrock mit dem Throngefolge
Wieder mit dabei sind auch die befreundeten Scharmeder Schützen mit ihrem König Andreas Fernhomberg
Ebenfalls im offenen Sportwagen ließ sich das Kinderkönigspaar Moritz Brandner und Jule Kettelhoit-Lohmann kutschieren
Heinz Reckord, sichtlich gerührt, wird mit seiner Frau Maria am Sonntagnachmittag von den beiden Brudermeistern Markus Nagelsdieck (r.) und Michael Hauphoff für 60 Jahre musikalische Begleitung des Gilde-Schützenfestes geehrt
Nach der Ehrung dirigiert Heinz Reckord das gemeinsame Musikstück aller angetretenen Musikformationen
Der neue Kinderkönig Lino Hülshorst, hat sich seine Schwester Nova zur Königin an seiner Seite erkoren
Beim Schützenfrühstück am Montagmorgen wird die wenige Wochen zuvor im Kloster Marienthal am Niederrhein restaurierte Fahne der großen Gilde-Familie von Fahnenoffizier Thorsten Mersch und Vize-Fähnrich Christian Mutz präsentiert
Frank Tannheiser, der zur Generalversammlung im Januar verhindert war, wird von Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann und Brudermeister Markus Nagelsdieck mit dem Silbernen Verdienstkreuz des Bundes ausgezeichnet
Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff wird Jungschützenmeister Tobias Lükewille (r.) und Jungschützenkönig Sascha Großeschallau zum Ehrenjungschützen ausgerufen
Von den Adjutanten wird der neue Gilde-König Stefan Frickenstein zur Proklamation ins Festzelt getragen
Ein glücklicher neuer Brudermeister Markus Nagelsdieck bei seiner Dank-Ansprache am Montagabend, neben ihm (v. l.) sein Stellvertreter Michael Hauphoff und Schriftführer Michael Schmalenstroer
Mit den „Original Bergischen Gaudibuam“ findet das Gilde-Schützenfest 2013 am Montagabend wiederum einen begeisternden Abschluss

50 Jahre St. Hubertus Gröblingen-Velsen

Es muss nicht immer eine große Bundesveranstaltung sein, um toll miteinander zu feiern. Diese Erfahrung machte am 22./23. Juni 2013 die Verler Gilde bei der St. Hubertus-Schützenbruderschaft Gröblingen-Velsen, einer Bauerschaft, die teils auf dem Gebiet der Stadt Warendorf, teils aber auch auf Sassenberger Territorium liegt. Der Kontakt war zum einen zustande gekommen über den Ehrenbrudermeister der Verler Gilde, Heinz Sudhoff, dessen Schwager Werner Fressmann der Schriftführer der Gröblingen-Velsener Bruderschaft ist, zum anderen durch ein gemeinsames Marschieren beim Jubiläum „300 Jahre St. Anna-Bruderschaft Telgte“ im Jahre 2011, wo die Gröblingen-Velsener Schützen spontan die Verler Werbefähnchen für den Bundesköniginnentag in ihre Holzgewehre steckten. Und natürlich waren die Gröblingen-Velsener, die dem Bezirksverband Warendorf im Landesbezirksverband Münster angehören, dann auch beim 57. Bundesköniginnentag 2012 in Verl mit dabei.

Am Samstagabend des Jubiläumswochenendes nahm die Gilde bereits mit einer Vorhut von acht Verlern am Auftakt der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Gröblingen-Velsener Schützengemeinschaft teil, wobei der Große Zapfenstreich vor der Marienkapelle, deren 325-jähriges Bestehen in diesem Jahr ebenfalls noch gefeiert wird, den Höhepunkt bildete.

Das Gilde-Königspaar Toni und Karola Hericks am Samstagabend beim Großen Zapfenstreich in Gröblingen-Velsen
Vor dem Antreten zum großen Festumzug am Sonntag nutzen die Verler das Gröblingen-Velsener Thronpodest zum Gruppenfoto mit ihren Königspaaren in der Mitte
Mit Gratulations-Fähnchen bestens ausgerüstet: Frank Tannheiser, Alfons Siggemann und Ralf Landwehrjohann
Da kommt Freude auf: Heinz Sudhoff verteilt Fähnchen an die Ehrengäste

Trotz bereits angelaufener Vorbereitungen des eigenen Schützenfestes stellte die Verler Gilde mit 38 Mitgliedern, unter ihnen, wie schon am Vorabend, das Königspaar Toni und Karola Hericks und das Jungregentenpaar Sascha Großeschallau und Carina Stukenbrock, am Sonntagnachmittag dann eine stattliche Abordnung unter den insgesamt 22 gratulierenden Schützenformationen auf dem Sportplatz der Bauerschaft. Musste der große Festumzug wegen des einsetzenden Regens auch verkürzt werden, so tat dies der ausgelassenen Stimmung keinen Abbruch, zumal es gelang, Exemplare der eigens kreierten Gratulations-Fähnchen an die amtierende Königin Sandra Niemerg, den Präses, Pfarrer Peter Lenfers, und den Brudermeister Stefan Twehues beim Vorbeimarsch an der Ehrentribüne zu überreichen.

Nach dem Kaffeetrinken im Festzelt hieß es dann: Antreten an der Vogelstange zum Spaß-Schießen. Und wie hätte es anders sein können, als dass nach einem spannenden Wettkampf schließlich ein glücklicher Gilde-König Toni Hericks die Trophäe in der Hand hielt. Jetzt ging es, unter den Klängen des Spielmannszuges Milte, zum Weiterfeiern ins Festzelt, wo Brudermeister Markus Nagelsdieck nicht nur mit ebenso herzlichen wie launigen Worten ein Gilde-Präsent an Sandra Niemerg, die regierende Königin der jubilierenden Bruderschaft überreichte, sondern schließlich auch selbst zur Trommel griff...

König Toni Hericks und Brudermeister Markus Nagelsdieck lassen sich leckeren Erdbeerkuchen schmecken
Throndamen Johanna Heitmeyer (l.) und Melanie Masmeier
König Toni Hericks dirigiert den Spielmannszug Milte
Die Gilde-Schützen überreichen der amtierende Gröblingen-Velsener Königin Sandra Niemerg, das mitgebrachte Gastgeschenk

Übergabe der restaurierten Jungschützenstandarte und der Gilde-Fahne in der Abteikirche Mariendonk, v. l.: Schwester Petra OSB, Brudermeister Markus Nagelsdieck, Jungschützenmeister Tobias Lükewille, Fahnenoffizier Harald Honerlage, stv. Fähnrich Christian Mutz und Fahnenoffizier Friedhelm Pollmeier
Die Verler vor der Abtei Mariendonk, erste Reihe v. l.: Schwester Petra OSB, das Königspaar Toni und Karola Hericks, die Jungregenten Sascha Großeschallau und Carina Stukenbrock, Maria und Heinz Reckord (Trompete)
Ein strahlendes Gilde-Jungschützenkönigspaar vor der herrschaftlichen Kulisse von Schloss Dyck
Kaffeetafel im restaurierten Pferdestall von Schloss Dyck: König Toni Hericks bedient eigenhändig die Fahrtteilnehmer

Gilde-Fahrt zum 58. Bundesköniginnentag

„Ihr dürft dieses Mal einfach genießen, nachdem ihr im vergangen Jahr einen großartigen Bundesköniginnentag hingelegt habt.“ Mit diesen Worten begrüßte Bundesgeschäftsführer Ralf Heinrichs die Verler zum Auftakt des Festumzuges des Bundesköniginnentages 2013 im rheinischen Stürzelberg. Zuvor hatte der Bundespräses der Jungschützen, Monsignore Robert Kleine, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im erzbischöflichen Generalvikariat Köln, die Einheit mit Gott wie das Eins-Sein untereinander in den Mittelpunkt seiner eindrucksvollen Predigt gestellt.

Genießen war auch tatsächlich angesagt für die Gilde mit ihrem Königspaar Toni und Karola Hericks, mit dem Jungschützenkönigspaar Sascha Großeschallau und Carina Stukenbrock sowie dem fast vollzähligen Throngefolge, die gleich nach den Ehrengästen und den Geseker Schützen, die im September das Bundesfest 2013 ausrichten, als größte Gruppe des Diözesanverbandes Paderborn marschieren durfte. Immer wieder wurden die Verler, die mit ihren eigens für diesen Tag angefertigten Fähnchen fröhlich grüßten, mit begeistertem Applaus empfangen. An der Ehrentribüne präsentierte die Gilde erstmals ihre frisch restaurierte Vereinsfahne, die sie tags zuvor in der Benediktinerinnenabtei Mariendonk in Grefrath wieder übernommen hatte. Nach dem vorangegangenen Picknick im Klostergarten hatte Schwester Petra, die Leiterin der Stickerei, die 53 Verler in der Eingangshalle der Abtei begrüßt, um dann gemeinsam mit ihnen, immer zu zweit mit einer Verbeugung vor dem Altar, feierlich zum Klang der Orgel in die Kirche einzuziehen.

Im folgenden, von der Gilde selbst vorbereiteten Gottesdienst, bat Heinz Sudhoff, der Wochen zuvor mit dem Königspaar und seiner Frau Hildegard auf einer Vorfahrt die Fahne zur Restaurierung nach Mariendonk gebracht hatte, Schwester Petra um die Übergabe an Brudermeister Markus Nagelsdieck, der sie an den stellvertretenden Fähnrich der Gilde, Christian Mutz, weiterreichte. Die ebenfalls in der Abtei aufgearbeitete Jungschützenstandarte überreichte sie Jungschützenmeister Tobias Lükewille. Für beide Gilde-Zeichen wie  für alle, die ihnen bei freudigen wie traurigen Anlässen folgen, erbat sodann Markus Nagelsdieck Gottes Segen und Schutz. Während Throndame Steffi Pähler die Lesung und König Toni Hericks die Fürbitten vortrugen, begleitete Heinz Reckord den Gesang der Verler und der Schwestern, der in das große Gotteslob einmündete, mit festlichen Trompetenklängen.

Der Nachmittag war Schloss Dyck mit dem rheinischen Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur mit einer Größe von 56 Hektar, gepflegt von 70 Gärtnern, vorbehalten. Bevor  sich die Verler an der stilvoll hergerichteten Kaffeetafel im ehemaligen Pferdestall stärken durften, brachten ihnen die Gästeführer Wilhelm Peters und Heinz Rösener die Geschichte des Schlosses und des Adelsgeschlechtes derer von Salm-Reifferscheidt-Dyck näher. Dabei ergab sich gleich eine Verbindung zu den Schützen, wie Heinz Sudhoff bemerkte, war doch Franz Fürst und Altgraf zu Salm-Reifferscheidt-Dyck von 1928 bis 1958 der erste Hochmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften.

Brudermeister Markus Nagelsdieck dankte am Sonntag dem Königspaar sowie Hildegard Freßmann-Sudhoff und Heinz Sudhoff als Organisationsteam für die eindrucksvolle Gestaltung der Fahrt, die mit der Übergabe der Gilde-Zeichen in der Abtei Mariendonk ihre unvergessliche Note erhalten habe.

Die Verler Gilde marschiert mit ihrer frisch restaurierten Fahne an der Ehrentribüne auf, vorn v. l.: Friedhelm Pollmeier, Christian Mutz und Harald Honerlage...
gefolgt vom Königspaar Hericks mit den Adjutanten Raphael Lükewille und Andre Toschläger…
Im Festzelt gibt es ein fröhliches Wiedersehen von Melanie und Harald Honerlage mit Thomas und Anke Stahl, dem Bundeskönigs-paar 2011/12 (Mitte), das im ver-gangenen Jahr in Verl zu Gast war
Heinz Reckord packte seine Trompete nicht nur in der Abteikirche Mariendonk aus…

Sonniger Start in die Schützenfestsaison

Gilde-KönigToni Hericks bekommt von Bezirksschießmeister Bernhard Descher die Startnummer für das Königsschießen überreicht. Im Hintergrund: Die beiden Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann und sein Stellvertreter Mario Kleinemeier (am Mikrofon)
Freuen sich auf ein spannendes Vogel-schießen: Schießmeister Markus Busche, Brudermeister Markus Nagelsdieck, Königspaar Toni und Karola Hericks

Herrlichstes Bilderbuchwetter zum Bezirksjungschützentag, was sollten sich die Jungschützen der gastgebenden St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Spexard noch wünschen. Ein rundum gelungenes Fest unter dem Motto: „Ziele im Blick“ hatten sie auf die Beine gestellt.

Zum Auftakt am Samstag konnte Bezirksschießmeister Bernhard Descher die erfolgreichen Schützen der Rundenwettkämpfe und der Bezirksmeisterschaften ehren. Erfreulich, die RWK-Klasse Schützen Freihand wurde von der Gilde mit den Schützen Andre Pelkmann (1. Platz), Maik Schmalenstroer (2. Platz) und Raphael Lükewille (4. Platz) sowie dem Mannschaftssieg dominiert.

Gegen 16 Uhr trafen die ersten Throngesellschaften mit ihren Königen auf dem Gelände rund um das Spexarder Bauernhaus ein. Unter ihnen auch die Verler Gilde mit ihrem hochmotivierten König Toni Hericks. Hatte Brudermeister Markus Nagelsdieck in seiner kurzen Begrüßung auf der Hinfahrt keinen Zweifel daran gelassen, dass die Bezirksstandarte in diesem Jahr endlich mal wieder nach Verl gehöre.

Mit Spannung verfolgten die Verler Gildeschützen die Auslosung der Startnummern durch den Bezirksvorstand und das anschließende Vogelschießen. Dieses wurde kurzweilig vom Spexarder Johannes Hollenhorst moderiert. Gilde-Schießmeister Markus Busche versorgte König Toni Hericks mit hilfreichen Tipps, die dieser auch fantastisch umsetzte. Leider hatten die Spexarder Schützen das Vogelziel nicht so aufgehängt, wie es von der Seite aus schien. Und so mussten die Gilde-Schützen mit ansehen, wie nach knapp einer Stunde der Adler durch einen Treffer vom Langenberger Kaiser Peter Pagenkemper aus dem Kugelfang fiel. Trotz alledem ließen sich die Verler das Feiern nicht nehmen und verlebten einen schönen Frühlingsabend in Spexard.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Jungschützentages. Nach dem Festhochamt um 11 Uhr, in dem der Spexarder Jungschützenpräses Norbert Scheckel die neue Jungschützenstandarte der Bruderschaft segnete, machte sich ein Zug mit über 750 Schützen, darunter über 50 Gilde-Schützen, auf zum Festplatz an der Bruder-Conrad-Straße. Ein imposantes Bild bot sich dem neuen Bezirkskönigspaar Peter und Marlies Pagenkemper sowie dem Bezirks- und dem BdSJ-Bezirksvorstand auf der Ehrentribüne während der Parade auf dem Sportplatz.

Ein heiteres Rahmenprogramm aus Geschicklichkeitswettbewerben und dem Bezirksjungschützenkönigs-schießen rundetet den sonnigen Festnachmittag ab. Um 18 Uhr wurde es bei der Siegerehrung im Festzelt dann noch einmal spannend. Die Gewinner der Prinzenschießen wurden bekannt gegeben. Die Verler Gilde hatte Thronadjutant Raphael Lükewille ins Rennen geschickt. Leider reichte, wie drei Jahre zuvor, als er den zweiten Platz erzielte, auch in diesem Jahr das Ergebnis nicht für den Sieg. Als kleinen Trost konnte er aber einen Pokal für den 2. Platz beim Pokalschießen vom Vortag entgegen nehmen.

Die Gilde bei der Parade vor der Ehrentribüne am Sonntag auf dem Sportplatz in Spexard
Das Gilde-Königspaar dirigiert den Spielmannszug St. Hubertus Spexard...
... der klangvoll vom Gilde-Brudermeister Markus Nagelsdieck unterstützt wird

22. Gilde-Majestätenfahrt 2013

„Häs Du denn auck en Pin up de Dissel – Hast Du denn auch einen Pin auf der Deichsel?“, das fragte in alten Zeiten manch junger Mann im Hövelhofer Land ein Mädchen wohl schon bald nach dem Kennenlernen, womit gemeint war, ob bei ihr zu Hause nur einspännig gefahren werde oder ob mit Hilfe des eisernen Pins auf dem Deichselbalken zwei oder gar vier Pferde angespannt würden und damit eine höhere Wohlstandsstufe erreicht war. Mit dieser wie weiteren Begebenheiten aus früheren Zeiten zogen Carsten Tegetoff und Franz Berens die Gilde-Majestäten im Hövelhofer Heimatzentrum in ihren Bann. Am Morgen des 21. April hatten sich die ehemaligen Gilde-Regenten mit ihren Partnern und dem amtierenden Königspaar Toni und Karola Hericks mit einem opulenten Frühstück in Nadermanns Tierpark in Delbrück-Schönning für ihre nunmehr 22. Ausfahrt gestärkt.

Auf dem Programm, das von Gabi und Leo Kammertöns sowie Luise und Meinolf Pankoke unter dem einladenden Motto „Nachbarorte entdecken, gemeinschaftlich erleben“ erarbeitet worden war, stand danach ein Besuch auf dem Ziegenhof Steinlage in Rietberg-Druffel. Wer beim Stallrundgang nun eigentlich neugieriger auf wen war, die über 170 Ziegen der Rassen Weiße und Bunte Deutsche Edelziege auf die 39 königlichen Gäste aus der Ölbachstand oder umgekehrt, dass blieb letztlich offen. Maria Steinlage kredenzte nach Informationen zur Käse-Herstellung und einem Besuch im Hofladen den Verlern verschiedene Käsesorten mit so phantasievollen Namen wie Bockshornklee, Wellness aktiv oder kleiner Italiener, wozu sie ausgesuchte Weinproben reichte. Hier stimmte der Gilde-Hochadel an diesem Tag zum ersten Mal das Gilde-Lied zum Dank an.

Am frühen Nachmittag ging es dann weiter zum eingangs schon erwähnten Heimatzentrum Hövelhof, wozu im Einladungsflyer „Danz up de Deele“ mit Heinz und Heinz, Heinz Echterhoff, Akkordeon, und Heinz Reckord, Trompete, angekündigt war. Nach dem Rundgang in zwei Gruppen, bei dem es im Haus des Historischen Handwerks auch Informationen zum Spinnen und Weben von der Fachfrau Maria Jacobs gab, blieb man bei herrlichem Sonnenschein und beliebten Melodien zum Mitsingen aber zunächst noch eine ganze Weile draußen auf dem anheimelnden Hofgelände. Ein festliches Büfett auf der Tenne, der Ehrentanz des amtierenden Königspaares und Erinnerungen, bei denen der alle Majestäten verbindende Moment aus dem Gilde-Lied „Und wenn der Vogel gefallen…“, nicht zu überhören war, rundeten den Tag ab. Heinz Sudhoff dankte dem Organisations-Quartett für die ebenso ideenreiche wie liebevolle Gestaltung, was von lang anhaltendem Beifall unterstrichen wurde.

Ein erstes Gruppenfoto des Tages wurde auf dem Ziegenhof Steinlage in Druffel gemacht, sitzend das amtierende Königspaar Toni und Karola Hericks
Die Gilde-Majestäten im Ziegenstall
Kein bisschen zickig: Hildegard Freßmann-Sudhoff (Königin 1997/98) und die Zicklein
Fröhliche Runde nach der Führung im Heimatzentrum Hövelhof mit den Musikanten Heinz Echterhof (Akkordeon) und Heinz Reckord (Trompete)
Die Verler Gilde-Regenten vor dem alten Sennekotten im Heimatzentrum Hövelhof
…und nach dem Gruppenfoto mit Musik zum Büfett
Leo Kammertöns kredenzt Verler Heimat…
…und dann geht auch die Polonaise ab

1. Mai-Treff des Gilde-Throns

1. Mai-Treff des Gilde-Throns auf dem Hof Reinke am Schmiedestrang – da passte einfach alles: Das Königspaar Toni und Karola Hericks im Würstchenstand, herrliches Wetter, erstklassige Musik der Live-Band „Roaddogs“, ein überaus engagierter und bestens organisierter Thron im Getränkestand wie mit begeisterten Kindern auf der Spielwiese mit Hüpfburg, Wettnageln und einem bunten Spielmix oder beim Kuchenverkauf und Waffelbacken, der Verkauf von Schutzengelchen für die Kinder-Schlaganfallhilfe, ein bestens gelaunter Musikverein auf Ständchen-Tour, und dazu viele, viele Besucher…

Nicht zu vergessen ist der gute Zweck, den das Gilde-Königspaar mit dem Throngefolge für die Veranstaltung festgelegt hatte: die Unterstützung der Hospizgruppe Verl, wofür eine nicht unerhebliche Summe zusammengekommen sein dürfte. Darüber wird noch berichtet.

Auf dem 1. Mai-Treff des Gilde-Thrones grillt König Toni Hericks eigenhändig die Bratwürstchen…
…dirigiert aber auch mit seiner König Karola den Musikverein Verl
Thronmitglied Mathias Orb verteilt als Krümelmonster Gummibärchen, hier an Gilde-Vizefähnrich Christian Mutz
Bei erstklassiger Musik der „Roaddogs“…
…ist auch schon mal ein Tänzchen drin…
…und auch ein „Männertanz“ auf dem Grillwagen des Königs mit dem Gastgeber Jürgen Reinke (r.)
Ganz relaxt backt dagegen Thronoffizier René Masjosthusmann die Waffeln…
…und Heinz Sudhoff verteilt dazu den Puderzucker

Tolle Stimmung beim Tanz in den Mai

Trotz stumpfer Säge konnte die Birke dem kraftvollen Einsatz des Königspaares Toni und Karola Hericks nicht lange widerstehen

Viele gutgelaunte Gäste durfte Brudermeister Markus Nagelsdieck am 30. April zum traditionellen Tanz in den Mai in der, vom aktuellen Throngefolge, liebevoll geschmückten Verler Schützenhalle begrüßen. Nette Gespräche unter den Gästen und tolle Musik von den Burning Guitars zeichneten diesen unterhaltsamen Abend aus. Hatten die fünf jungen Musiker ihr reichhaltiges Repertoire doch extra für die Veranstaltung um „Der Mai ist gekommen“ erweitert. So konnte der Wonnemonat pünktlich um 0 Uhr gebührend unterm buntgeschmückten Maibaum begrüßt werden. Diesen hatten die amtierenden Majestäten Toni und Karola Hericks eigenhändig auf dem Ewershof geschlagen. Konnten sie die Einladung von Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff doch nicht ausschlagen, der auf der Fahrt zum 111-jährigen Bestehen des Tambourkorps Büren vorgeschlagen hatte: „Den Maibaum bekommt ihr bei mir. Ich habe die stumpfeste Säge!“


Die Gilde in Büren

Der erste richtige Frühlingssonntag, Königspaare und Throngefolge festlich gewandet – besser hätten die Bedingungen für den ersten Ausmarsch des Jahres für die Gilde am 14. April 2013 in ihrer großen Paradeuniform gar nicht sein können. Anlass dazu war die Einladung des Tambourkorps Büren zu dessen 111-jährigem Bestehen. Im Jahre 2009 hatten die Bürener den Festzug am Schützenfestsonntag der Gilde angeführt. Dieser Auftritt und die herzliche Aufnahme in Verl blieben bei den Spielleuten des Tambourkorps in allerbester Erinnerung, was diese bei der Begrüßung der Verler besonders hervorhoben. Heinz Sudhoff, der die Leitung der Fahrt übernommen hatte, brachte den Dank der Gilde mit herzlichen Worten wie mit einem Gastgeschenk in der Bürener Stadthalle zum Ausdruck.

Zuvor waren die Verler mit ihrem Königspaar Toni und Karola Hericks und den Jungregenten Sascha Großeschallau und Karina Stukenbrock in allerbester Stimmung, die eigens für diesen Anlass kreierten Fähnchen fröhlich schwenkend, mit vier weiteren Schützengemeinschaften aus dem Bürener Land und nahezu 700 Musikanten durch die geschmückte Stadt marschiert. Auf dem Markplatz folgten einer kurzen Ansprache, einer Kranzniederlegung und der Nationalhymne das gemeinsame Spiel aller beteiligten Spielmannszüge und Blaskapellen.

Das war ein Auftakt nach Maß für die folgenden Schützenwochen, darin waren sich alle 36 Teilnehmer auf der Rückfahrt einig, wobei sicherlich die Teilnahme am Bundesköniginnentag im rheinischen Stürzelberg im Mai, dem ersten nach dem Großereignis dieser Art in Verl im vergangenen Jahr, einen besonderen Stellenwert hat.

Die Gilde beim Festmarsch in Büren mit ihrem Königspaar Toni und Karola Hericks, begleitet von den Adjutanten Raphael Lükewille (l.) und Andre Toschläger, gefolgt vom Jungschützenkönigs-paar Sascha Großeschallau und Carina Stukenbrock.
Die Gilde mit ihrer Fahnenabordnung (v. l.: Christoph Riekhaus, Harald Honerlage und Christian Mutz) vor der Bürener Jesuitenkirche.
Gemeinsam mit dem Königspaar Toni und Karola Hericks überbringt Heinz Sudhoff in der Stadthalle die Glückwünsche und den Dank der Verler Gilde an die Gastgeber, v. l.: Tambourmajor Bernhard Montag, Vorstandsmitglied Lars Noack und der Vorsitzende, Udo Löper
Vorstandsmitglieder des Tambourkorps überreichen Schriftführer Michael Schmalenstroer (l.) und Fahrtleiter Heinz Sudhoff zum Dank für die Teil-nahme der Verler Gilde eine Urkunde und eine Flasche „Jubiläums-Tropfen“ als Wegzehrung für die Rückreise.
Und zum Abschied brachte dann noch der Spielmannszug Westheim Königin Karola Hericks ein Ständchen…

Konstituierende Vorstandssitzung der Wahlperiode 2013 - 2016

Gelte es, eine Beschreibung für die am 1. März 2013 stattgefundene konstituierende Vorstandssitzung der Verler Schützengilde für die neue dreijährige Amtsperiode zu finden, so wäre das Prädikat „feierlich“ wohl das trefflichste. Uniformen, Blumensträuße, ein gemeinsames Abendessen, erwartungsvolle wie wehmütige Gesichter und nachdenkliche wie zukunftsgerichtete Worte waren für die erste Zusammenkunft des neuen Gilde-Vorstandes nach den Wahlen auf der Generalversammlung die prägenden Elemente.

Eröffnet hatte der neue Brudermeister der Gilde, Markus Nagelsdieck, die Vorstandssitzung mit einem Gebet, in dem er den respektvollen Umgang miteinander in den Mittelpunkt stellte. Und wörtlich: „Herr Jesus Christus, öffne unsere Augen für die Aufgaben, die uns erwarten, und gib, dass wir dabei niemals einzelne Schützenbrüder und Schützenschwestern aus dem Blick verlieren.“

Der neue Brudermeister Markus Nagelsdieck eröffnet zum ersten Mal die Vorstandssitzung, v. l.: stv. Brudermeister Michael Hauphoff, Markus Nagelsdieck, König Toni Hericks und Jungschützenkönig Sascha Großeschallau.
Aus dem Gilde-Vorstand wurden verabschiedet, vordere Reihe v. l.: Werner Mersch, Helmut Nacke, Bernhard Düttmann, Helmut Horsthemke und Werner Rampsel. Hintere Reihe (v. l.): stellvertretender Brudermeister Michael Hauphoff, Brudermeister Markus Nagelsdieck und Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff.
Die Neuen im Gilde-Vorstand, v. l.: Tim Echterhoff, Torsten Mersch, Markus Busche, Leo Kammertöns, Rolf Lükewille, Norbert Klumpe und Andre Pelkmann.
Blick in die Vorstandsrunde

Nach der Begrüßung des amtierenden Regenten Toni Hericks und des Jungschützenkönigs  Sascha Großeschallau sowie des neuen Ehrenbrudermeisters Heinz Sudhoff hieß Markus Nagelsdieck, auch im Namen seines Stellvertreters Michael Hauphoff, alle bisherigen und alle in ein anderes Amt gewechselten Vorstandsmitglieder herzlich willkommen, insbesondere aber namentlich alle Debütanten, so den neuen Spendenmeister Leo Kammertöns und den neuen Schießmeister Markus Busche, sowie die neuen Mitglieder des erweiterten Vorstandes: Tim Echterhoff, stv. Kommandeur: Rolf Lükewille, stv. Schatzmeister; Norbert Klumpe, stv. Spendenmeister; Andre Pelkmann, stv. Schießmeister; und Torsten Mersch, stv. Leiter der Sportschützengruppe. Verhindert war an diesem Abend lediglich der neue Sportschützen-Chef, Christian Pelkmann.

In den Mittelpunkt des Abends stellte der neue Brudermeister aber die in der Generalversammlung bereits angekündigte Verabschiedung der auf jeweils eigenen Wunsch ausgeschiedenen fünf Mitglieder, wobei er jedem Einzelnen mit einer persönlichen Laudatio wie auch später mit einem Blumenstrauß den Dank der Gilde aussprach.

So Bernhard Düttmann, bei dem er vermutete, dass dieser 1996 bei seinem eigenen „Königsschuss“ wohl einen so guten Einstand gegeben habe, dass er drei Jahre später in der Nachfolge von Hans Beckhoff zum Schießmeister und damit in den Vorstand gewählt wurde. Markus Nagelsdieck wörtlich: „Dir oblag aber nicht nur die Leitung des Vogelschießens, sondern auch das Herrichten des Vogelhochstandes in technischer wie optischer Hinsicht – und für Arbeiten in der Schützenhalle warst du auch immer ansprechbar.“

Helmut Horsthemke, dem bisherigen stv. Kommandeur, dankte er unter anderem für seinen Einsatz bei der Befestigung des Schützenplatzes mit vielen Quadratmetern Pflaster, einer Aufgabe, der er sich schon bald nach seinem Eintritt 1983 in die Gilde gewidmet habe. „Ohne deinen ideenreichen, beherzten Einsatz wäre aber auch das vielfach gelobte Altarpodest mit dem freitragenden Dach im Stadion für den Festgottesdienst zum Bundesköniginnentag im vergangenen Jahr wohl kaum Wirklichkeit geworden“, lobte der neue Brudermeister.

Und an Werner Mersch, den bisherigen stv. Spendenmeister, gerichtet: „Du hast der Gilde nicht nur als Vorstandsmitglied gedient, sondern du bist auch als Fahnenoffizier aktiv und darfst dich heute darüber freuen, dass dein Sohn Torsten als stv. Sportschützenchef in deine Vorstands-Fußstapfen tritt.“

Markus Nagelsdieck dankte sodann Helmut Nacke für seinen leidenschaftlichen Einsatz im Amt des Schatzmeisters bis 2007 für den „Schatz“ der Gilde, die vereinseigene Schützenhalle, bevor ihm dann das Amt des Kompanieführers Bornholte übertragen wurde. „Aber auch in diesem Amt hast du deine speziellen Aufgaben gefunden“, so der neue Gilde-Chef, „wie etwa die Leitung der Arbeitsgruppe „Zeltanlage und Festplatz“ beim Bundesköniginnentag. Darüber hinaus lagen dir die kirchlichen Belange unserer Bruderschaft immer besonders am Herzen.“

Kaum etwas, so Markus Nagelsdieck, wurde Werner Rampsel, der 21 Jahre als Spendenmeister für alles, was mit Uniformen und Fahnen in der Gilde zu tun hatte, zu viel, wobei ihn seine Frau Marianne jederzeit tatkräftig unterstützt habe. „Und wenn am Sonntagnachmittag, 20 Minuten vor Beginn des Festzuges, noch jemand neue weiße Handschuhe brauchte, dann hast du auch das möglich gemacht“, dankte ihm der Brudermeister, und fügte hinzu: „Du hast aber auch für den Adventsmarkt wie bei anderen „Gilde-Catering-Aufgaben“ unglaublich viel Einsatzfreude gezeigt, was noch lange so bleiben möge.“

Markus Nagelsdieck dankte allen fünf nunmehr ehemaligen Vorstandsmitgliedern dafür, dass sie über ihre je spezielle Aufgabe hinaus immer das Wohl der Schützengilde als Ganzes im Blick gehabt hätten.

Und an den neuen Vorstand gerichtet: Wenn wir alle wohlwollend und Fehler-verzeihend miteinander umgehen, dann wird uns das Ehrenamt auch Spaß machen.


Am Schützenfestmontag 2007 zeichnete der damalige Bruder-meister Heinz Sudhoff Pfarrer em. Alois Hermwille mit dem Gilde-Verdienstorden aus
Pfr. em. Alois Hermwille (r.) mit dem gebürtigen Verler Pater Walter Lükewille (Köln) beim Jubiläumsschützenfest 2008 „175 Jahre St. Hubertus-Schützengilde Verl“

Die Gilde trauert um Pfarrer em. Alois Hermwille

Die St. Hubertus-Schützengilde Verl trauert um Alois Hermwille, Pfarrer im Ruhestand, der am Sonntag, den 3. März 2013, gestorben ist. Er war der Gilde über viele Jahre freundschaftlich verbunden. Der Einsatz von Pfarrer Hermwille für die Herausgabe des Gilde-Kochbuches im Jubiläumsjahr 2008 mit plattdeutschen Tischgebeten und Gerichten, übersetzt auch ins Hochdeutsche, ist unvergessen.

Sein „Gebet nach dem Essen“ lautet beispielsweise: Wi witt danken vo use Braut. Wi witt hölp’m in Hunger un Naut. Wi witt schaffen, e Kraft gifs du. Wi witt däil’l un gieb’m, Här hölp us doto. Amen (Wir wollen danken für unser Brot. Wir wollen helfen in Hunger und Not. Wir wollen schaffen, die Kraft gibst du. Wir wollen teilen und geben, Herr hilf uns dazu. Amen).

Am Schützenfest-Montag 2007 zeichnete ihn die Schützengilde mit dem Gilde-Verdienstorden aus.

Die Eucharistiefeier für den Verstorbenen ist am Samstag, den 9. März 2013, um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Anna zu Verl, anschließend erfolgt die Beisetzung in der neuen Priestergruft auf dem Friedhof.

Die Gilde lädt alle Schützenschwestern und Schützenbrüder herzlich zur Teilnahme ein.


Gilde bei der Verabschiedung von Bundespräses Weihbischof Dr. Heiner Koch in Köln

Die Gilde-Fahne (4. v. l.) wird von Fahnenoffizier Heinz Masmeier in den Chorraum der Hohen Domkirche getragen

„Nicht Willkür zeichnet den Menschen als solchen aus, sondern Berufung, der jeder Mensch auf seine Art und Weise zu folgen habe“. Mit diesen Worten begrüßte Weihbischof Dr. Heiner Koch, der kürzlich vom Papst zum Bischof von Dresden- Meißen ernannt wurde, die Gäste seiner Verabschiedungsfeier am 3. März 2013 im Hohen Dom zu Köln. Zuvor waren über 90 Fahnen und Standarten in die Bischofskirche am Rhein eingezogen, welche seine vielfältigen Aufgaben und Verbindungen hervorhoben, so vor allem auch die des Bundespräses der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Unter ihnen war auch diejenige der Verler Schützengilde, getragen von Fahnenoffizier Heinz Masmeier, zu sehen.

War die Gilde schon im Mai 2006 zur Bischofsweihe von Dr. Heiner Koch mit dem damaligen Königspaar Werner und Marianne Rampsel an den Rhein gereist, so hat sich diese Beziehung seit dem Bundesköniginnentag im vergangenen Jahr, zu dem er einen unvergesslichen Festgottesdienst mit über 3.000 Teilnehmern im Stadion an der Poststraße feierte, noch vertieft. Daher war die Gilde am dritten Fastensonntag mit einer elfköpfigen Delegation, von denen einige Mitglieder schon vor dem Pontifikalamt ein kurzes Gespräch mit ihm führen konnten, nach Köln gekommen.

Erzbischof Joachim Kardinal Meisner bemerkte in seiner Predigt, anspielend auf das Verhältnis der beiden Rhein-Städte, dass jemand, der den Weg von Düsseldorf nach Köln geschafft habe – Dr. Heiner Koch ist gebürtiger Düsseldorfer – auch denjenigen vom Rhein an die Elbe bewältigen werde. Kardinal Meisner betonte, dass man ihn „mit wehem Herzen“ ziehen lasse und erinnerte dabei an seine vielfältigen Aufgaben als Kaplan, Studentenpfarrer, Leiter des Seelsorgeamtes, Bundesschützenpräses und schließlich als Generalsekretär des Kölner Weltjugendtages. Allein drei Chöre umrahmten den festlichen Gottesdienst in der Hohen Domkirche, bei dem Bundesschützenmeister Heinz-Gerd Dewies die Lesung vortrug.

Bischof Dr. Heiner Koch bei seinen Dankesworten; vor ihm eine originale Kreuzblume des Domes, ein Abschiedsgeschenk des Erzbistums Köln, welches sowohl den Kölner Dom wie auch die gesamte Kirche als andauernde Baustelle symbolisiert

Immer wieder von Beifall unterbrochen wurden schließlich die Abschiedsworte des scheidenden Kölner Weihbischofs, den in seinem neuen Arbeitsfeld eine gänzlich andere kirchliche Situation erwartet. In der Diözese Dresden-Meißen, einer der flächenmäßig größten in Deutschland, gibt es lediglich 140.000 Katholiken, was nur knapp 5 % der Einwohner ausmacht.

Kürzlich hätte ihn, so erzählte Koch, im Dom ein junges Paar angesprochen, das ihm gesagt habe, auf der Suche nach dem Glauben zu sein, ihn aber noch nicht gefunden habe. Das Paar hätte sich schließlich verabschiedet mit der Bemerkung, jetzt nach Dresden zurückzufahren. Dies habe er als Fingerzeig Gottes für seinen neuen Wirkungsbereich verstanden.

Auf der Domplatte wurde Dr. Heiner Koch danach von Blasmusik und einer großen Menschenmenge empfangen. Dem Gilde-Königspaar Toni und Karola Hericks sowie Heinz Sudhoff gelang es nur mühsam, ihm die guten Wünsche der Verler Gilde wie auch einige Erinnerungen an Verl mit auf den Weg nach Sachsen zu geben.

Ob dabei wohl einige Gilde-Schützen von einer Reise in die Elbemetropole und ein Wiedersehen mit ihrem langjährigen Bundespräses, Bischof Dr. Heiner Koch, geträumt haben mögen?

Dicht umlagert wird Dr. Heiner Koch nach dem Gottesdienst von den Menschen auf der Domplatte, links das Gilde-Königspaar und Helmut Nacke
Dr. Heiner Koch, der scheidende Kölner Weihbischof und Schützen-Bundespräses, im Gespräch mit dem Gilde-Königspaar Karola und Toni Hericks
Das Gilde-Königspaar hat soeben Bischof Dr. Heiner Koch, der schon von den nächsten Gratulanten in Beschlag genommen wird, die guten Wünsche der Verler mit auf den Weg nach Dresden gegeben
Beim anschließenden Empfang im Maternus-Haus, der Akademie des Erzbistums Köln, dankt Kardinal Joachim Meißner noch einmal seinem bisherigen Weihbischof

54. Bruderschaftstag in Rietberg

Über 600 Schützen waren der Einladung des Bezirksverbands Wiedenbrück gefolgt, um am zweiten Fastensonntag den 54. Bruderschaftstag in der Aula des Rietberger Schulzentrums zu begehen.

Organisiert hat den diesjährige Einkehrtag die St. Hubertus Schützengilde Rietberg. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von den Rietberger Jägern, unter der Leitung von Andreas Höke.

Gerry Reinkemeier, Brudermeister der Schützengilde, dankte zu Anfang des Nachmittags den engagierten Helfern, die die Veranstaltung vorbereitet und die Aula festlich geschmückt hatten. Fand doch noch am Vorabend in gleichen Räumlichkeiten die Generalversammlung der Rietberger Schützengilde statt.

Geleitet wurde der Bruderschaftstag von Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann, der den sozialen Einsatz der 19 Bruderschaften des Bezirksverbands Wiedenbrück lobte. Aus den Vereinen des Verbandes würden im Laufe eines Jahres immer wieder Spenden in großer Höhe in soziale Projekte fließen

Rietbergs Bürgermeister Andreas Sunder, selbst Mitglied in der St. Hubertus Schützenbruderschaft Bokel, bemerkte in seinem Grußwort, in Hinblick auf die ihm vermehrt zugesteckten Mitgliedsformulare, er wolle gerne in jeder Amtsperiode einem weiteren Rietberger Schützenverein beitreten.

Dem Gedenken an die Verstorbenen und die Opfer von Katastrophen folgte der Hauptteil des Tages. Referent Pastor Christian Heim, der von 1997 bis 2002 Vikar in St. Johannes Baptist in Rietberg war und heute eine „Fazenda da Esperanca“ (Hof der Hoffnung) im Allgäu leitet, zeigte in seinem Vortrag "Wege aus der Sucht - suchst du noch oder lebst du schon?" Parallelen zwischen unserem Alltag und klassischen Suchtkrankheiten auf. Er berichtet über das Leben in einer solchen Fazenda Gemeinschaft und am Beispiel von zwei Bewohnern zeige er die drei Schwerpunkte auf, die im Laufe der Zeit für die Arbeit auf den Höfen immer wichtiger wurden: Gemeinschaft, Arbeit und Spiritualität.

Die traditionelle Hutsammlung der Bezirksverbands, die auf Wunsch der gastgebenden Bruderschaft für das Projekt des Referenten durchgeführt wurde, brachte eine Summe von 1985,61 € ein und wurde vom Bezirksverband auf 2400,00 € erhöht.

Eine kurze Andacht, gehalten von Bezirkspräses Pastor Rüdiger Rasche bildete den Abschluss des Nachmittags, der sicherlich zum Nachdenken angeregt hat.

Die Gilde beim Bruderschaftstag in Rietberg mit ihren beiden Brudermeistern (links) und den Königspaaren (rechts)
Bundesmeister Hans Heitjohann lobt während der Eröffnung das soziale Engagement der Schützen
Pastor Christian Heim ist der Referent des Einkehrtages
Freuen sich auf den Nachmittag: Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff und Schriftführer Michael Schmalenstroer

Gilde-Jungschützen auch 2013 beim Rosenmontagszug in Rietberg

Nach der Premiere der Gilde-Jungschützen im vergangenen Jahr mit ihrem Prunkwagen zum Bundesköniginnentag 2012 in Verl beim Rosenmontagszug in Rietberg folgte in diesem Jahr die zweite Auflage. Der Gilde-Nachwuchs präsentierte in der Nachbarstadt - passend zum liebevollen Spitznamen „Hasi“ ihres Jungregenten Sascha Großeschallau  - einen Hasenstall mit Auslauf. Stürmische Helau-Rufe und zugeworfene Küsschen der „Häschen“ am Straßenrand flogen den eingesperrten Hasen nur so zu, derweil es „König Hasi“ als Hauptperson die meiste Zeit vorzog, die Huldigungen zu Fuß entgegen zu nehmen und dabei seinen Hasenstall immer im Blick zu halten. Auch dem Treckerfahrer Helmut Horsthemke hatte es im vergangenen Jahr so gut gefallen, dass er auch jetzt wieder als Chauffeur des Hasen-Domizils mit dabei war.

Traditionell hatte sich der Verler Musikverein in den Karnevalszug ebenso eingereiht wie die Bürgerschützen aus der Ölbachstadt mit ihrem vergoldeten Festwagen und in entsprechenden Roben unter dem Motto: „Bürger-Pharaonen aus Verl“.

Übereinstimmend mit den Gilde-Jungschützen dürften sie festgestellt haben, dass sich die wochenlange Mühe und Arbeit ob des herrlichen Sonnenscheins und der fröhlichen, begeisterten Zuschauer allemal gelohnt hat.

Der Jungschützen-Hasenstall beim Rietberger Rosenmontagszug in der Rathausstraße
Bei der zweiten Runde durch die Altstadt, v. l.: „Hasen-Chauffeur Helmut Horsthemke. Andre Großeschallau mit Sohn Ben und Gilde-Jungschützenkönig Hasi
Während die Hasen auf dem Wagen sind eingesperrt sind, wird Jungschützenkönig Hasi, die Möhre als Wegzerrung immer griffbereit, von Hildegard Freßmann-Sudhoff begrüßt, links Gilde-Ordner Gregor Westhaus
Für kurze Zeit führt Ehren-brudermeister Heinz Sudhoff (mit gänzlich neuer Schärpe) ...
... den Musikverein Verl in Boonekamp-verkleidung an.
Die Verler „Bürger“ treten in diesem Jahr als Pharaonen in der Residenzstadt an der Ems auf

Gilde-Generalversammlung 2013 – Entscheidungen und Emotionen

Zu Beginn seiner Antrittsrede dankt Markus Nagelsdieck seinem Amtsvorgänger Heinz Sudhoff

„Mit deiner Zuverlässigkeit, Kompetenz und menschlichen Wärme hast du, wie auch deine liebe Ehefrau Hildegard, die positive Entwicklung unserer Schützengilde maßgeblich mit gestaltet“, betonte der neue Brudermeister der Verler Schützengilde, Markus Nagelsdieck, in seiner Dankesrede während der Generalversammlung am 27. Januar 2013 im St. Anna-Pfarrzentrum an seinen Amtsvorgänger Heinz Sudhoff. Weiter unterstrich er: „In der Zeit als dein Stellvertreter konnte ich erleben, mit welchem Elan, mit welcher Begeisterung du die Dinge angepackt hast. Du hinterlässt nicht nur Fußstapfen. Du hast eine große Loipe gezogen, die auch Spur für die Zukunft sein wird!“ Minutenlange, stehende Ovationen der 200 Anwesenden unterstrichen eindrucksvoll die Dankesworte des neuen Brudermeisters.

Auch Ehrenbrudermeister Hans Heitjohann dankt als Wahlleiter zunächst dem scheidenden Brudermeister Heinz Sudhoff

Zuvor hatte schon Wahlleiter Hans Heitjohann, Bezirksbundesmeister des Bezirksverbandes Wiedenbrück, Gilde-Ehrenbrudermeister und als solcher Amtsvorgänger von Heinz Sudhoff, dessen großes Engagement für die Verler Schützengilde und das Schützenwesen insgesamt gewürdigt. Hans Heitjohann dankte Sudhoff mit herzlichen Worten für die gemeinsame Zeit, in der dieser, noch in seinem königlichen Jahr 1998, zum Schriftführer und drei Jahre später zu seinem Stellvertreter gewählt wurde. In seiner Eigenschaft als Bezirksbundesmeister betonte Hans Heitjohann die hervorragende Mitarbeit von Heinz Sudhoff und damit der Verler Gilde im Bezirksbruderrat, was nicht zuletzt in der Ausrichtung des Bezirksjungschützentages und des Bezirkskönigsschießens 2010 in einer überaus gelungenen Kombination mit dem Verler Stadtwerdungsfest seine eindrucksvolle Bestätigung gefunden habe.

Einstimmig, bestätigt durch lang anhaltenden Beifall, wurde Markus Nagelsdieck zum neuen Brudermeister der traditionsreichen Verler Gilde gewählt. Hans Heitjohann leitete auch die Wahl für das Amt stellvertretenden Brudermeisters, die mit dem bisherigen Schriftführer Michael Hauphoff, der zuvor in seinem umfangreichen Jahresbericht noch einmal den unvergesslichen Bundesköniginnentag 2012 in Verl vor Augen geführt hatte, ebenso einmütig erfolgte, bevor er das Wahlleiteramt an Heinz Sudhoff weitergab. Dieser ließ zunächst den geschäftsführenden Vorstand vervollständigen. Alfons Siggemann, der in seinem Finanzbericht unter großem Beifall verkünden konnte, dass die Gilde jetzt nicht nur schuldenfrei sei, sondern zudem in 2012 ein Plus von mehr als 11.000 Euro erwirtschaften konnte, wurde  zum Finanzchef ebenso einstimmig wiedergewählt wie erstmals Michael Schmalenstroer, der wenige Wochen zuvor schweren Herzens das Amt des Sportschützenchefs an Christian Pelkmann weitergegeben hatte, zum Schriftführer.
Danach ließ er die Mitglieder des Vorstandes und des erweiterten Vorstandes unter Zustimmung der Versammlung im Block wählen - mit ebenfalls einstimmigem Votum. Die Frage nach der Annahme der Wahl stellte Sudhoff aber jedem Gewählten einzeln, beantwortet ohne Ausnahme mit einem freudigen „Ja“ und einer Fassbierspende, belohnt mit Beifall. Für den neuen Vorstand hatten Bernhard Düttmann, Helmut Horsthemke, Werner Mersch, Helmut Nacke und Werner Rampsel auf eigenen Wunsch nicht mehr kandidiert.

Einstimmiges Votum der Generalversammlung für den neuen Brudermeister Markus Nagelsdieck
…und ein Kuss seiner Frau Monika nach der Annahme der Wahl
Im zweiten Wahlgang wird Michael Hauphoff (r.) zum neuen stellvertretenden Brudermeister gewählt, der nun mit Markus Nagelsdieck die Führungsspitze der Verler Gilde bildet
Der neue geschäftsführende Gilde Vorstand stellt sich dem Fotogra-fen, v. l.: M. Schmalenstroer, Schriftführer; M. Nagelsdieck, Brudermeister; M. Hauphoff, stellv. Brudermeister und A. Siggemann, Kassierer
Constantin Vernekohl, Beisitzer im Gilde-Vorstand, begründet die Vorlage des Satzungsentwurfes
Drei, die sich ganz besonders über die Verabschiedung der neuen Satzung freuen, v. l.: Heinz Sudhoff, zu diesem Zeitpunkt noch Brudermeister, Beisitzer Constantin Vernekohl und Markus Nagelsdieck, der wenige Minuten später zum neuen Brudermeister gewählt wird

Noch vor dem Tagesordnungspunkt „Neuwahl des Vorstandes“ hatte aber der bisherige Vorstand den zuvor veröffentlichten Entwurf einer neuen Gilde-Satzung zur Beschlussfassung vorgelegt. Rechtsanwalt und Notar Constantin Vernekohl, Beisitzer im Gilde-Vorstand und seit kurzem auch Mitglied des Satzungauschusses des Diözesanverbandes Paderborn im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, brachte die Notwendigkeit einer neuen Satzung für die Gilde ebenso engagiert wie sachlich fundiert auf den Punkt. Er betonte, dass der Wunsch nach einer erneuten Vorlage eines Satzungsentwurfes, zu dessen Annahme vor zwei Jahren 3 Stimmen fehlten, aus der Mitte des Gesamtvorstandes gekommen, von diesem mehrfach beraten und dann einstimmig beschlossen worden sei. Zunächst hob Vernekohl hervor, dass die Gilde nach fast 40 Jahren in jedem Fall eine neue Satzung brauche, um allein schon den gesetzlichen Vorgaben und den Anforderungen des Bundes gerecht zu werden, wie beispielsweise im Bereich des Datenschutzes, der Steuergesetzgebung und der Schiedsgerichtsordnung, um dann aber den am meisten diskutierten Vorschlag, die volle, ordentliche Mitgliedschaft von Frauen in der Gilde, anzusprechen. Er betonte, dass hier nichts Künstliches vorgeschlagen werde, sondern das formuliert sei, was in der Gilde seit langem praktiziert werde: der engagierte Einsatz von Frauen auf allen Gebieten, vom Sportbetrieb über das Brötchen-Belegen und Kuchen-Backen bis hin zur ideenreichen Gestaltung des  Bundesköniginnentages.

Vernekohl bat abschließend um Zustimmung zur neuen Satzung, wobei er unterstrich, dass dies nicht nur ein Herzensanliegen des scheidenden Brudermeisters sei, sondern gleichzeitig ein nicht zu unterschätzendes, zukunftsweisendes Startkapital für den neuen Vorstand.
Bevor Heinz Sudhoff zur Abstimmung überleitete, dankte er Constantin Vernekohl herzlich für seine nochmalige, arbeitsaufwändige Mithilfe bei der Erstellung und Formulierung des Entwurfs, mit dem man es sich nicht leicht gemacht habe, wie für die Einbringung in der Generalversammlung. Bei lediglich fünf Gegenstimmen und acht Enthaltungen wurde die neue Satzung sodann mit überwältigender Mehrheit angenommen.

Der neue Brudermeister Markus Nagelsdieck, dem die Erleichterung wie vielen anderen deutlich anzumerken war, ging nach dem eingangs zitierten Dank an seinen Amtsvorgänger Heinz Sudhoff in seiner Antrittsrede als erstes auf die Verabschiedung der neuen Satzung ein, wörtlich: „Liebe Gilde-Schützenfamilie, zunächst einmal möchte ich sagen, dass der Begriff „Schützenfamilie“ mit der Verabschiedung unserer neuen, modernen Satzung seit wenigen Minuten für mich eine ganz neue Bedeutung hat. Ich bin mir sicher: die Verbindung von Tradition und Moderne ist auch für unsere Gilde das beste Konzept für eine gute Zukunft als Schützenfamilie, was ich uns allen von Herzen wünsche.“ Und weiter: „Unter dem Leitgedanken „aufgeweckt, engagiert, einfach gut drauf“ freue ich mich darauf, gemeinsam mit euch unsere St. Hubertus-Schützengilde auf Kurs zu halten.“ Er brachte sodann seine Vorfreude und sein Vertrauen auf die Zusammenarbeit mit seinem soeben gewählten Stellvertreter Michael Hauphoff, mit seinem Amtsvorgänger Heinz Sudhoff, mit dem neuen Vorstand, den Gruppierungen des Vereins und allen Mitgliedern zum Ausdruck, wobei er, wie schon sein Vorgänger, keine fehlerlose Amtszeit, wohl aber eine mit Herzblut, versprach.
An seine Frau Monika und seine Familie gerichtet, sagte er sichtlich gerührt: „Ohne eure Zusage wäre ich für dieses Amt nicht angetreten.“ Seine Rede wurde ebenso mit stehendem Beifall bedacht wie seine nachfolgende erste Amtshandlung, mit der er seinen Amtsvorgänger Heinz Sudhoff bei einmütiger Zustimmung aller Anwesenden zum Ehrenbrudermeister ernannte.
Dieser bat in seiner Abschiedsrede zunächst alle um Verzeihung, denen er in seiner Amtszeit weh getan habe, denen er nicht gerecht geworden sei. Heinz Sudhoff dankte dann allen für ihre Unterstützung, so seinem Amtsvorgänger Hans Heitjohann, seinem Stellvertreter in den ersten sechs Jahren seiner Amtszeit, Constantin Vernekohl, mit dem er auch schwierige Situationen gemeistert habe, allen Vorstandskollegen und nicht zuletzt besonders herzlich seinem bisherigen Stellvertreter und jetzigen Nachfolger Markus Nagelsdieck.
Heinz Sudhoff dankte seiner Frau Hildegard für alles Mittragen und dem lieben Gott, der ihm die Kraft und die Zeitspanne für diese Aufgabe geschenkt habe.
Das besondere Zusammenspiel zwischen bisherigem und neuem Amtsinhaber wurde einmal mehr deutlich, als beide gemeinsam Zug um Zug die verbleibenden Punkte wie Berichte, Jubilarehrungen und Auszeichnungen verdienter Schützen moderierten.

Heinz Sudhoff, der immer von einer Bundeskönigsschärpe geträumt hat, erhält von Markus Nagelsdieck eine edle „Ehrenbrudermeisterschärpe“ als Abschiedsgeschenk
Diese zwei verstecken nicht, mit welch großer Gemeinsamkeit sie die Gilde in den letzten Jahren geführt haben
Nach seiner Abschiedsrede hat soeben Heinz Sudhoff seinem Nachfolger Markus Nagelsdieck die Brudermeisterplakette an die Uniform geheftet
Heinz Sudhoff, Hildegard Freßmann-Sudhoff, Monika und Markus Nagelsdieck (v. l.)
Die Gewinner des ersten Preises beim Neujahrs-Mannschaftsschießen, v. l.: stv. Leiter der Sportschützen Torsten Mersch, Rolf Lükewille, stv. Schieß-meister Andre Pelkmann, Melanie und Harald Honerlage und Schießmeister Markus Busche
Heinz Schulte-Lindhorst (2. v. l.) überreicht ebenso ein Luftgewehr als Geschenk an Sportschützenleiter Christian Pelkmann (l.) und seinen Stellvertreter Torsten Mersch (r.) wie die Kreissparkasse Wiedenbrück durch Christoph Wischnieski und Frank Dreis-mickenbecker (mit roten Krawatten)

Zunächst trug Christian Pelkmann den Jahresbericht der Sportschützengruppe vor, wobei die Sonder-Mitgliederversammlung der Sportschützen am 18. Januar 2013 mit seiner eigenen Wahl zum Vorsitzenden der Gruppe, mit derjenigen von Torsten Mersch zum stellvertretenden Vorsitzenden sowie der Nominierung von Markus Busche zum Schießmeister der Gilde und von Andre Pelkmann zu seinem Stellvertreter einen besonderen Platz einnahm. Zudem konnte er berichten, dass Maik Schmalenstroer beim Bezirksjungschützentag in Clarholz Vize-Bezirksprinz wurde und damit die Startberechtigung für den Diözesanjungschützentag in Sudhagen errang, wo er dann allerdings um einen Platz die Teilnahme am Prinzenschießen beim Bundesjungschützentag in Daun in der Eifel verfehlte.

Nach dem Bericht wurde dem Gewinnerteam „Roadgunners“ des Neujahrs-Mannschaftsschießens, Melanie und Harald Honerlage sowie Rolf Lükewille, der Hauptpreis, ein 30-Literfass Bier, übergeben. Den zweiten Platz belegte das Team „Kammertöns“ mit Elisabeth, Manfred und Leo Kammertöns. 
Anschließend durften sich die Gilde-Sportschützen über zwei Luftgewehre als ganz besondere Geschenke freuen. Das eine wurde ihren Vorsitzenden von der Kreissparkasse Wiedenbrück durch das Vorstandsmitglied der Gesamtbank, Christoph Wisniewski, und Frank Dreismickenbecker, den Leiter der Geschäftsstelle Verl, überreicht, das andere von Schützenbruder Heinz Schulte-Lindhorst.

Markus Hauphoff als Schriftführer der Jungschützen bereicherte seinen Jahresbericht mit einer Bilder-Präsentation, die er witzig kommentierte, angefangen von der erstmaligen Teilnahme mit einem Prunkwagen zur Werbung für den Bundesköniginnentag in Verl am Rosenmontagszug 2012 in Rietberg über die jährliche Planwagenfahrt bis hin zum Wettbewerb um den Jungschützenvogel auf dem Gilde-Schützenfest, aus dem Sascha Großeschallau als neuer Regent hervorging.

Hermann Pauli (mit Urkunde) wird für 60 Jahre Gilde-Treue geehrt
Für langjährige Treue zur Gilde werden geehrt, v. l.: E. Berenbrinker, Ch. Mutz, M. Schmalenstroer, M. Honnerlage, H. Pauli, M. Pelkmann und H. Hartkemper

Unter dem Tagesordnungspunkt 9, es war mittlerweile 13.30 Uhr, erfolgte die Ehrung der Vereinsjubilare.

Für 25 Jahre Treue zur Gilde standen 14 Mitglieder zur Ehrung mit einer Urkunde und einer silbernen Nadel an: Karl-Wilhelm Eickholt, Manfred Gräbner, Marc Honnerlage, Martin Hülshorst, Hubert Körkemeier, Dieter Külker, Norbert Küpper, Jörg Meiertokrax, Christian Mutz, Burhard Pauli, Michael Schmalenstroer, Michael Szczesny, Franz-Josef Hollenhorst und Karsten Schlangenotto.

Mit Peter Baak, Peter Brintrup, Helmut Echterhoff, Meinolf Pelkmann und Günter Pollmeier konnten fünf Schützen für ihre jeweils 40-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet werden.

50 Jahre, ein halbes Jahrhundert, gehören Erwin Berenbrinker, Helmut Cordtomeikel, Klemens Hartkämper, Hugo Hartkemper, Heinz Helfberend, Bernold Hoffknecht und Helmut Schlangenotto der Verler Schützengilde an. Sie wurden ebenfalls mit einer Urkunde und darüber hinaus mit einer großen, goldenen Nadel geehrt.

Ein ähnliches Abzeichen, allerdings mit der Zahl 60 für sechs Jahrzehnte Gilde-Treue, wurde Hermann Pauli unter anhaltendem Beifall an die Uniform geheftet.

Alsdann wurden zunächst für besonders engagierten Einsatz (Bild rechts, v. l.) Gerd Rüter, Andre Toschläger, Matthias Rehage, Peter Masmeier, Detlev Hoffmann und Uwe Krieftewirth mit dem Gilde-Verdienstorden ausgezeichnet. Dahinter steht der neuen Brudermeister Markus Nagelsdieck (4. v. l.) und der neue stellvertretende Brudermeister Michael Hauphoff (2. v. r.).





Eine Auszeichnung, welche die Gilde bislang noch nicht vergeben hat, gab es mit der Verleihung des Diözesanverdienstordens der Jungschützen in Bronze durch den stellv. Bezirksjungschützenmeister Mirco Volgmann von der St. Georg-Schützenbruderschaft Dreiländereck Sürenheide (Bild l.) an den amtierenden Gilde-Jungschützenmeister Tobias Lükewille (Bild Mitte, 3. v. l.) und an den stellv. Jungschützenmeister von 2008 - 2011 und Jungschützenkönig 2011/12, André Kettelhoit (r.). Bei beiden Geehrten hob Mirco Volgmann besonders deren Einsatz bei der Planung und Ausrichtung des Bezirksjungschützentages 2010 in Verl hervor.

Bezirksschießmeister Bernhard Descher bei der Laudatio zur Verleihung des Ordens „Ehrenkreuz des Sports in Bronze“ an Meinolf Pelkmann
Meinolf Pelkmann wird als einer der aktivsten Sportschützen von Bezirksschießmeister Bernhard Descher mit dem Ehrenkreuz des Sports in Bronze geehrt
Hans Heitjohann, Bezirksbundesmeister und Gilde-Ehrenbrudermeister, heftet Helmut Horsthemke den Hohen Bruderschaftsorden an die Uniform
Heinz Sudhoff ruft unter dem Jubel der Versammlungsteilnehmer den Kassierer der Jungschützen, Marc-André Höwelkröger (r.), zum „Schützenbruder des Jahres“ aus


Bezirksschießmeister Bernhard Descher von der St. Hubertus-Schützengilde Rietberg war angereist, um einen der eifrigsten und einsatzfreudigsten Sportschützen der Verler Gilde mit dem Ehrenkreuz des Sports in Bronze zu ehren: Meinolf Pelkmann.

Der neue Brudermeister Markus Nagelsdieck verlieh sodann Schatzmeister Harald Honerlage das Silberne Verdienstkreuz des Bundes, wobei er besonders dessen Engagement als Jungschützenmeister von 1996 bis 2001, als stellvertretender Schatzmeister ab 2010 und als Regent des Thronjahres 2011/12 mit seiner Frau und Königin Melanie hervorhob.

Eine ganz besonders hohe Ehrung stand mit dem Grußwort des stellvertretenden Bezirksbundesmeisters Mario Kleinemeier, mit dem er der Verler Gilde einen „tollen Lauf“ bescheinigte und die glanzvolle Ausrichtung des 57. Bundesköniginnentages lobte, bevor. Unter stehenden Ovationen heftete er Helmut Horsthemke, dem bisherigen stellvertretenden Kommandeur der Gilde, den Hohen Bruderschaftsorden an die Uniform.
In seiner vorangegangenen Laudatio hob er den leidenschaftlichen Einsatz von Helmut Horsthemke für den Schützenplatz hervor. Lange bevor er 2004 zum Kompanieführer Bornholte und dann 2010 zum stellvertretenden Kommandeur der Gilde gewählt wurde, habe er unzählige Stunden der Gestaltung und der Befestigung des Schützenplatzes mit mehreren Hundert Quadratmetern Pflaster gewidmet. So sei es auch seine Idee gewesen, im Vorfeld des Bundesköniginnentages das steinerne Thronpodest zu erneuern und am Sonntag nach dem Festumzug dort ein Foto mit allen anwesenden amtierenden Königinnen zu machen, was dann auch mit über hundert Teilnehmerinnen wunderbar geklappt habe.

Das Engagement des Geehrten habe sich aber keineswegs auf die Bautätigkeiten beschränkt. Wenn eben möglich, sei er bei den unterschiedlichsten Gilde-Veranstaltungen als Teilnehmer, oftmals auch als Helfer mit dabei. Eine herausragende Leistung von Helmut Horsthemke, so Mario Kleinemeier abschließend, sei die Leitung der Arbeitsgruppe „Altarbau“ beim 57. Bundesköniginnentag im vergangenen Jahr gewesen. Das grandiose, vielfach gelobte (so auch vom Hauptzelebranten, Bundespräses Weihbischof Dr. Heiner Koch) Altarpodest mit freitragendem Dach im Stadion an der Poststraße für den Festgottesdienst, an dem über 3.000 Menschen teilnahmen, wäre ohne seinen monatelangen, ideenreichen, beherzten Einsatz nicht Wirklichkeit geworden!

Die letzte Ehrung des Tages oblag Heinz Sudhoff, der dabei voraus schob, dass man für eine hohe, außergewöhnliche Auszeichnung weder über Jahrzehnte der Bruderschaft angehören noch über ein hohes Lebensalter verfügen müsse, sondern dass es vielmehr auf einen engagierten Einsatz für die Gilde ankomme. Dann rief er den erst 26-jährigen Kassierer der Jungschützen, Marc Höwelkröger, der nicht nur in diesem Amt, sondern auch bei der Renovierung der Schützenhalle eine einfallsreiche, große Einsatzbereitschaft zeige, unter anhaltendem Beifall zum Schützenbruder des Jahres aus.

Mit einem Dank des neuen Brudermeisters Markus Nagelsdieck an alle Teilnehmer ging nach fast fünf Stunden eine an Emotionen kaum zu überbietende Generalversammlung zu Ende, die darüber hinaus aber auch im 180. Jahr des Bestehens der Verler Schützengilde zukunftsweisende Entscheidungen getroffen hat.

Brudermeister Heinz Sudhoff eröffnet die Generalversammlung 2013
Die Damen, die das Frühstück vorbereitet haben, erhalten ebenso ein Präsent wie die servierenden Throndamen
König Toni Hericks wurde soeben von Brudermeister Heinz Sudhoff mit dem Königsorden ausgezeichnet…
…wie auch Königin Karola Hericks mit dem Königinnenorden
Die Jungschützenkönigin Carina Stukenbrock wird mit dem majestätischen Orden vom stv. Brudermeister Markus Nagelsdieck geehrt
Heinz Sudhoff (l.) ist deutlich anzusehen, wie schwer ihm der Abschied vom Brudermeisteramt fällt, neben ihm v. l.: Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann und die Gilde-Königspaare
Heinz Sudhoff dankt für die minutenlangen stehenden Ovationen
…und dann ist auch ein Kuss für ihn von seiner Ehefrau Hildegard drin
Da strahlt der neue Ehrenbrudermeister…
Zudem erhält er eine Fototorte, die ihn auf einem Stuhl als Dirigenten auf dem Bundesköniginnentag in Kobern-Gondorf zeigt
Helmut Horsthemke (2. v. l.) wird für seinen unermüdlichen Einsatz für die Gilde vom stellvertretenden Bezirks-bundesmeister Mario Kleinemeier (r.) und von Hans Heitjohann (2. v. r.) mit dem Hohen Bruderschaftsorden ausgezeichnet. Mit ihm freut sich auch der neue Gilde-Chef Markus Nagelsdieck
Das amtierende Königspaar Toni und Karola Hericks (5. u. 6. v. l.) und das Jungschützenkönigspaar Carina Stukenbrock und Sascha Große-schallau (l.) bedankt sich bei Hildegard Freßmann-Sudhoff und Heinz Sudhoff

Gilde-Winterball 2013

Schriftführer Michael Hauphoff begrüßt die Gäste des Gilde-Winterballs 2013
…und die beiden Brudermeister, Heinz Sudhoff (l.) und Markus Nagelsdieck dürfen anschließend die Blumensträuße an die beiden Königinnen überreichen
Michael Hauphoff hat es sich aber vorbehalten, den Blumenstrauß an das Geburtstagskind des Tages, Hildegard Freßmann-Sudhoff, selbst zu überreichen
Dem Ehrentanz des Königspaares Toni und Karola Hericks (l.) und des Jungschützenkönigspaares Sascha Großeschallau und Carina Stukenbrock
…schließt sich der Ehrentanz des Throngefolges an

Ideenreich und voller Elan haben Bärbel und Tobias Fortkord sowie Ute und Klaus Köckerling als Organisationsteam den Gilde-Winterball am 19. Januar 2013 auf dem großen Saal der „Altdeutschen“ gestaltet. Ein flottes Programm mit einem erstklassigen Mix aus Gastauftritten und Eigeninitiativen wechselte sich mit einer bestens gefüllten Tanzfläche zu den Klängen der Band „Nightshift“ aus Schloß Holte-Stukenbrock ab.

Zu Beginn des Abends konnte Schriftführer Michael Hauphoff über 150 Gäste mit dem amtierenden Königspaar Toni und Karola Hericks und den Jungregenten Sascha Großeschallau sowie dem Throngefolge an der Spitze willkommen heißen. Sein Gruß galt auch Brudermeister Heinz Sudhoff und seiner Frau Hildegard, die zugleich an diesem Tag auch ihren Geburtstag feierte, Vizechef Markus Nagelsdieck mit seiner Frau Monika sowie allen Ehrenmitgliedern der Schützengilde.

Der Scharmeder Oberst über-reicht Blumensträuße an die Gilde-Königspaare ...
… und die Verler revanchieren sich mit Verler Heimatwasser

Auch in diesem Jahr war die befreundete St. Petrus- und Paulus-Schützenbruderschaft Scharmede mit ihrem Oberst Bruno Gerken wieder mit von der Partie, deren Begrüßung durch Michael Hauphoff im Verlauf des Abends mit den Brudermeistern und den Kommandeuren der Gilde, Johannes Rempe und Helmut Horsthemke, noch einmal kräftig mit Verler Heimatwasser wiederholt wurde.

Als ersten Programmpunkt bot die Spielschar der Katholischen Frauengemeinschaft Kaunitz eine Büttenrede wie auch eine mit viel Beifall bedachte Tanzparodie in roten Roben.

Mit dem Debüt der 17-jährigen Pop-Sängerin Madeleine Sentker war die Nachbarstadt Schloß Holte-Stukenbrock an diesem Abend einmal mehr glänzend vertreten. Ihr flogen der Applaus, die Zugabe-Rufe und nicht zuletzt die Rosen der Jungschützen nur so zu. Dieser mitreißende Auftritt war danach einfach nur noch auf einer anderen Ebene, durch eine überraschende, majestätische Gesangs-Darbietung des Jungschützenkönigspaares Sascha und Carina, wie mit einer tänzerischen Einlage der Gilde-Thronherren in fescher Marine-Uniform zu toppen.

Was mit dem Ehrentanz der Majestäten begonnen hatte, mit festlichen Ballkleidern und schmucken Uniformen im Grundton „schwarz" seinen optischen Blickfang bot, mit einem abwechslungsreichen Programm beste Unterhaltung bereithielt und um Mitternacht mit vielen Gewinnmöglichkeiten für jeden Gast Spannung lieferte, wurde schließlich zu einer langen, hinreißenden Ballnacht, zum Gilde-Winterball 2013.

Ganz in Rot: Der Auftritt der Tanzgruppe der Gruppe der Katholischen Frauengemeinschaft Kaunitz
Sängerin Madeleine Senker bezaubert die Gäste mit ihrem Auftrit
…die Jungschützen überraschen sie mit Rosen
und dann greift das Jungregentenpaar selbst zum Mikrophon
Die Thronoffiziere bei ihrem Auftritt in der Marine-Gala-Uniform, allen voran „Kapitän“ (Zeremonienmeister) Sascha Hänisch

Neujahrs-Mannschaftsschießen 2013

Trotz manchmal langer Wartezeiten - gute Laune bei allen Teilnehmern
Auf der Generalversammlung durften das Gewinnerteam "Roadguners" die Siegprämie entgegennehmen

Da staunten die Sportschützen nicht schlecht. Bereits zwanzig Minuten nach Beginn war der Klubraum der Schützenhalle schon fast überfüllt. 84 Schützen kamen zum 2. Neujahrs-Mannschaftsschießen. Die meisten von ihnen gleich zu Anfang.

Wartezeiten von bis zu zwei Stunden wurden gerne in Kauf genommen, denn wenn so viele gut gelaunte Schützen zusammenkommen, wird die Zeit nicht lang. Und so störte es auch niemand, wenn Teilnehmer mit wichtigen Terminen kurzerhand vorgezogen wurden.

Weder Anmeldung, noch Schießstandaufsichten oder die Thekenmannschaft hatten mit so einem Ansturm gerechnet. Doch souverän wurden alle Schützen nach und nach auf den Schießstand geleitet und pünktlich um 21 Uhr konnte Sportschützenleiter Michael Schmalenstroer die Gewinner des Wettbewerbs verkünden.

Mit 538 Punkten setzte sich das Team Roadguners, bestehend aus Harald und Melanie Honerlage sowie Rolf Lükewille an die Spitze der Tabelle. Nur dreizehn Punkte dahinter das Team Kammertöns, mit Elisabeth, Manfred und Leo Kammertöns. Der dritte Platz ging an das Team Pankoke, mit den Schützen Luise, Meinolf und Christian (den Nachnamen kann man sich denken).

Auf die Siegesprämien mussten die Gewinner allerdings noch zwei Wochen warten. Sie wurden erst auf der Generalversammlung am 27. Januar überreicht.


Gilde-Betriebsbesichtigung bei der Brauerei Hohenfelder

Die Verler auf der Treppe des historischen Sudhauses der Brauerei Hohenfelder mit dem Jungschützenkönigspaar Sascha Großeschallau (mit roten T-Shirt) und (rechts daneben) Carina Stukenbrock, mit dem Königspaar Karola und Toni Hericks sowie dem Organisator Kuno Jacobebbinhghaus (2. v. r.)
Kuno Jacobebbinghaus versorgt seine Mitreisenden mit Kellerbier aus dem großen Pokal…
…und wagt ein Tänzchen mit der Begleiterin durch den Nachmittag, Karin Schwarzenberg

Ein gut gezapftes Bier ist schon etwas Feines, ein Bier aber, gezapft von der amtierenden Vize-Weltmeisterin im „Bier-Zapfen“, ist sicherlich etwas ganz und gar Außergewöhnliches. Dies aber wurde den Verler Gilde-Schützen bei ihrem Besuch in der Brauerei Hohenfelder in Langenberg am Samstag, den 5. Januar 2013, zuteil.

Die Titelträgerin, Karin Schwarzenberg, bewies den 30 angereisten Verlern nach dem Begrüßungstrunk aber zunächst einmal, dass sie auch die Geschichte des  Bieres überaus anschaulich zu vermitteln weiß. Erfunden etwa 3.500 – 4.000 Jahre v. Christus im heutigen Iran, habe das Bier im Mittelalter nicht nur in den Klöstern die strenge Fastenzeit als Ersatz für Fleisch überbrücken geholfen, sondern schon viel früher das oftmals krankmachende, von Keimen belastete Trinkwasser ersetzt. Sie zeigte sodann die gesundheitliche Wirkung des „Gerstensaftes“ auf, immer den Genuss in Maßen vorausgesetzt. So enthalte Bier wichtige Vitalstoffe wie Vitamine, Kohlehydrate, Mineralstoffe und Aminosäuren, sei aber fast frei von Fett und ohne jedes Cholesterin. Bier mache auch nicht etwa dick, sondern rege höchstens, was zu beachten sei, den Appetit an. Und dann hatte sie noch einen Tipp, dessen Beachtung einem möglichen Kopfweh nach einer Feier am nächsten Tag vorbeugen soll: Nach einigen Gläsern Bier ein Glas Mineralwasser trinken!

Beim anschließenden Rundgang erläuterte sie den Besuchern aus der Ölbach-Stadt anschaulich die Stationen der Bierherstellung von der Gewinnung des Trinkwassers aus einem eigenen Tiefbrunnen über die Malzverarbeitung aus 2-zeiliger Sommergerste, der Hopfenzugabe in der Würzepfanne, der Lagerung in Gärtanks und der Zugabe von Hefe bis hin zur Bierfilterung und zur Fass- und Flaschenabfüllung.

Die Privat-Brauerei Hohenfelder sei 1845, so Karin Schwarzenberg, von dem königlich-preußischen Amtmann Lappmann gegründet worden, welcher mit der Hilfe eines bayerischen Braumeisters ein hochwertiges, schmackhaftes Altbier und ein besonders beliebtes Braunbier mit mild-süßlichem Geschmack produziert habe. Nach dessen rekonstruierter Rezeptur werde heute mit modernster Technik und ausgesuchten Rohstoffen – wie gedarrtem Röstmalz – das bekannte Schwarzbier „Lappmann’s Dunkel“ gebraut.

Heute arbeite die Brauerei bei einem Jahresausstoß von 65.000 Hektolitern mit sechs weiteren westfälischen Privatbrauereien in einem Verbund zusammen unter dem Slogan „aus der Region – für die Region“.

Bei der anschließenden Verkostung stellte Karin Schwarzenberg, die als selbstständiger „Gastro-Coach“ auch Seminare, Schulungen und Konzepte für die  Gastronomie wie für Bildungseinrichtungen anbietet, ihre weltmeisterlichen Fähigkeiten im Bierzapfen unter Beweis, wobei sie mit der Mär aufräumte, dass ein gut gezapftes Bier sieben Minuten Zeit brauche: „In zwei Minuten ist ein Bier hervorragend gezapft!“

Die Gildeschützen bevorzugten mehrheitlich an diesem Spätnachmittag das naturtrübe, bekömmliche Kellerbier aus kleineren Henkelkrügen, aber auch ein großer Pokal macht die Runde.

Kompanieführer Kuno Jacobebbinghaus, der die Betriebsbesichtigung bei der traditionsreichen Brauerei Hohenfelder eingestielt und hervorragend organisiert hatte, dankten die Teilnehmer ebenso kräftig mit Applaus und dem Verler Gilde-Lied wie der Begleiterin durch den zugleich informativen wie geselligen Nachmittag, Karin Schwarzenberg, auf deren Wunsch sie aber auch überaus großzügig ein Sparschwein für einen karitativen Zweck fütterten.

 


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