Schützen


4. Gilde-Fahrradwallfahrt

Gruppenfoto der Fahrrad-Pilgerschar
Pastor Auris - plaudern nach dem Pilgermahl
Wallfahrer in der Franziskanerkirche

Unter dem Leitwort „kommt alle zu mir“ fand am 26.08.2017 wieder eine Fahrradwallfahrt statt. Eingeladen waren Vereinsmitglieder jedoch auch Nichtmitglieder der Gilde. Insgesamt trafen sich mehr als 65 Teilnehmer pünktlich um 7.30 Uhr an der Marienkapelle in Verl, um den Wallfahrtsegen durch Herrn Pfarrer Karl Josef Auris entgegen zu nehmen. Jung und Alt, Männlein und Weiblein, darunter auch das amtierende Königspaar Bernhard Kowalski und Heike Fromme, starteten gut gelaunt bei Sonnenschein mit den Rädern nebst Begleitfahrzeug zu der Pilgerfahrt.

Die Wallfahrtsleitung hatten Gerti und Helmut Nacke übernommen. Tatkräftig unterstützt durch das Vorbereitungsteam: Elisabeth und Klemens Hartkämper, Manuela und Friedhelm Pollmeier, Hildegard Freßmann-Sudhoff, Annette und Josef Voßhenrich, nebst der zusätzlichen Streckenposten.

Wurden Hauptstraßen oder Ampelanlagen gequert mussten andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen und anhalten. Ihnen wurde dafür ein Anblick einer immens großen Gruppe von Radlern geboten, die wohl so manchen zum Staunen brachte. Der erste technische Stopp fand am Spexarder Bauernhaus statt. Nach einem abschließenden „Großer Gott, wir loben dich….“ wurde wieder aufgesessen, um das erste Etappenziel die Kreuzkirche im LWL-Park anzusteuern. Bei der Ankunft der Radler hatten bereits fleißige Hände ein Stehkonvent mit Kaffee und Plätzchen vorbereitet. Des Weiteren standen auch andere Getränke bereit. Es wurde fleißig miteinander geplaudert. In der Kreuzkirche wurde der Gesang der Gruppe mit Trompete durch Heinz Reckord begleitet. Herr Karl Riewe erläuterte in einem kurzgefassten Bericht einige Informationen zur Geschichte der Kirche und verwies auf die Gedenktafeln, auf denen über 1000 Euthanasie-Opfer des Nationalsozialismus namentlich aufgelistet sind.

Um 10.30 Uhr machte sich die Gruppe wieder auf den Weg um das nächste Etappenziel das Franziskanerkloster in Wiedenbrück anzusteuern.

Die Wegstrecke führte durch den Rhedaer Forst und das Landesgartenschaugelände. Verwöhnt durch Sonne und Natur erreichten allesamt pünktlich zur 12 Uhr´s Messe die Franziskanerkirche. Die Messe und Eucharistiefeier wurde mit Pfarrer Karl-Josef Auris gehalten. Selbstverständlich durfte die Gildefahne samt Fahnenträger natürlich auch nicht fehlen. Selbst die Messdiener waren zusätzlich aus Verl angereist, sowie weitere Besucher die sich speziell für die Messe auf den Weg gemacht hatten. Bei der Predigt wurde natürlich auch auf einen der größten Motoren der Gilde verwiesen. Der leider verstorbene Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff hatte auch für diese Wallfahrt mit den Grundstein gelegt, sowie sicherlich von oben zugesehen und alle Pilger auf Ihrem Weg begleitet. Um 13.00 Uhr versammelten sich alle Teilnehmer zum Pilgermahl im Franziskanerkloster. Geschnetzeltes, Reis, köstlicher Salat, Getränke und abrundend noch Schokoladenpudding trugen zur Stärkung der Wallfahrtteilnehmer bei. Bedienung und die Köchin wurden mit Applaus belohnt. Bruder Korbinian Klinger erläuterte die Geschichte des Klosters und gab teilweise Einblicke ins Klosterleben. Anschließend wurde der Klostergarten besichtigt, der zum Verweilen einlud.

Leider musste man sich um 15.00 Uhr wieder auf die Räder begeben, um das letzte Ziel, das Kolpinghaus in Neuenkirchen anzusteuern.

Bei einem taktischen Halt wurde eine Herde von Kühen auf die Pilger aufmerksam, wahrscheinlich angelockt durch Gesang und Trompetenspiel. Beim letzten Ziel angelangt wurden der Gruppe köstlicher Kuchen und Kaffee serviert.

Nach dem Hinweis jeder Teilnehmer wäre für die Heimfahrt nach Verl selbstverantwortlich, wies Helmut Nacke darauf hin, dass dieses die letzte Wallfahrt unter seiner Leitung gewesen wäre. Doch vielleicht erklärt er sich ja doch noch bereit, bei einer der nächsten Fahrten zumindest unterstützend dabei zu sein. Der Dankesapplaus für die Wallfahrtsleitung und das Vorbereitungsteam wird allen in Erinnerung bleiben.

Im Namen aller Wallfahrer nochmals Dankeschön an alle, die zum Gelingen dieser Fahrt beigetragen haben – es war ein wunderbarer Tag, den man unbedingt in ähnlicher Form nochmals erleben möchte. (Bericht und Fotos: Ilse Jacobebbinghaus)


Verler Gilde-Schützentage

Blick von der Orgelbühne auf den Altarraum der St. Anna Pfarrkirche
Der stellv. Brudermeister Michael Hauphoff richtet die Schleife am Kranz - Dabei sind die beiden Adjtutanten (v. l.) Marcel Diekämper und Sebastian Kloss und im Vordergrund Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff

Mit unbeständigem Wetter startete die St. Hubertus-Schützengilde Verl am Samstagabend ihr dreitägiges Schützenfest. Zogen doch immer wieder dicke Regenwolken über den Verler Stadtkern und auch die Wetterapps auf den Smartphones der Verantwortlichen ließen keinen Zweifel, dass sich bis zur Eröffnung um 18 Uhr daran nichts ändern würde.

Kurzfristig wurde so der Beginn, mit der Ansprache des stellvertretenden Brudermeisters Michael Hauphoff und dem Gedenken der Opfer von Krieg und Gewalt sowie der Verstorbenen der Gilde, in die St. Anna Pfarrkirche verlegt. In seiner Rede betonte Michael Hauphoff, dass es ein Privileg sei, in Verl seit über 72 Jahren ohne Krieg leben zu können.

Der Zapfenstreich, unter Mitwirkung des Verler Musikvereins und der Spielmannszüge Blau-Weiss-Avenwedde und St. Jacobus Mastholte, ergänzte den würdevollen Auftakt, der nicht zuletzt auch der imposanten Akustik in der Verler Pfarrkirche zu verdanken war. Noch bevor die letzten Töne der Musiker verklungen waren, zeigten sich immer größere Wolkenlücken und so stand dem ersten Festmarsch am Wochenende nichts mehr im Weg. Auch die obligatorische Kranzniederlegung am Denkmalplatz konnte, wie gewohnt, stattfinden.

Verwehrt blieb den Schützen, wegen der Wetterkapriolen, allerdings das Erlebnis, wie ihr Brudermeister und amtierender Regent Markus Nagelsdieck die Gildefront hoch zu Ross abreiten würde, hatte er doch in den Wochen zuvor extra Reitstunden genommen, um die angetretenen Gilde-Schützen in der Hauptstraße auf dem Pferd zu inspizieren.

Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff mit dem strahlenden Sieger Kevin Mikel Mandler

Auf dem Festplatz angekommen verlas Gilde-Schriftführer Michael Schmalenstroer die Beförderungen. Dabei hob er besonders die verdienten Gilde-Schützen Friedhelm Meier-to-Krax, der sich schon seit vielen Jahren um die Pflege und Instandhaltung der Königskette und weiteren Utensilien der Gilde kümmert, und Albert Peterhanwahr, der bei allen Veranstaltungen der Gilde immer helfend zur Seite steht, hervor. Beide wurden zum Generalmajor befördert.

Auch den stellvertretenden Brudermeister Michael Hauphoff erwähnte der Gilde-Schriftführer lobend und rief ihn zum Oberst aus. Hatte Hauphoff doch ein Jahr lang den Großteil der Vereinsführung von Gilde-Chef Markus Nagelsdieck ferngehalten, damit dieser sein Regierungsjahr genießen konnte.

Für die musikalische Unterhaltung beim Festball zeigte sich Festivity, die Tanzband des Musikvereins Westerwiehe, verantwortlich. Die Musiker wussten schnell die Ballteilnehmer zu begeistern und füllten im Nu die Tanzfläche des aufwendig geschmückten Festzelts. Derweil lud die 1833-Lounge, mit ihrem erweiterten Service, zum Verweilen in den Tanzpausen ein.

Die beiden Jubelmajestäten Gertrud Landwehjohann und Hermann Pauli mit den Gilde-Ehrenbrudermeistern Hans Heitjohann (links) und Heinz Sudhoff (ganz rechts)

Auch am Sonntag zeigte sich das Wetter zuerst nicht von der besten Seite. Aber passend zum Start des Festzugs ließ der Regen nach und sorgte dafür, dass Musiker, Schützen und Zuschauer den Festmarsch trocken erleben durften. Neben den zahlreich erschienenen Gilde-Schützen empfingen auch die benachbarten Vereine und Schützen aus Scharmede mannstark das Gilde-Königspaar Markus und Monika Nagelsdieck, das Jungschützenpaar Jan Hartmann und Franziska Peitzmeier sowie das Throngefolge zur Parade auf dem Kühlmannplatz. Ebenso eine Abordnung der St. Joseph Schützenbruderschaft Westenholz, die den Bundesköniginnentag 2018 ausrichten wird.

Zu den Teilnehmern gehörten auch Rubinkönig Hermann Pauli, in Begleitung der Jungschützenkönigin von 1977/1978 Elisabeth Kammertöns und Silberkönigin Gertrud Landwehrjohann, in Begleitung ihres Sohnes Ralf. Bei der Ansprache auf dem Festplatz wurden die Jubelmajestäten vom Gilde-Vize Michael Hauphoff besonders, mit Blumensträußen, begrüßt.

Hohe Ehrungen gab es für Ilse und Kuno Jacobebbinghaus. Es gratulierten Präses Karl-Josef Auris (l.) und die beiden Bezirksbundesmeister Mario Kleinemeier und Hans Heitjohann (v. l.)

Eine Überraschung hielt der stellvertretende Bezirks- und Diözesanbundesmeister Mario Kleinemeier aus Westerwiehe für ein besonderes Paar der Gilde bereit. Er zeichnete Kuno Jacobebbinghaus mit dem St. Sebastianus Ehrenkreuz und seine Frau Ilse mit dem Hohen Bruderschaftsorden aus. Das Ehepaar, das die Gilde in den Thronjahren 1992 / 1993 als Königspaar und 2004/2005 als Kaiserpaar regierte und auch schon als Bezirks- und Diözesankönigspaar fungierte, besticht immer wieder mit neuen Ideen. So riefen sie das Majestätenpokalschießen, das sie bis heute liebevoll organisieren, in ihrem Königsjahr ins Leben. Anlässlich ihres Kaiserjahres stifteten sie allen ehemaligen Gilde-Majestäten ein Klingelschild aus Porzellan und auch die nachfolgenden Regenten kamen seitdem in den Genuss dieser Unikate.

Kinderkönigin Luisa Hirning auf den Schultern von Andre Pelkmann und Andreas Gans (v. l.)

Großer Andrang herrschte am Sonntagnachmittag beim Kinderkönigswettbewerb. Hier konnten die jungen Festbesucher ihre Treffsicherheit mit dem Tennisball beweisen und einen eigens dafür bereitgestellten Holzvogel Stück für Stück von der Stange holen. Als strahlende Siegerin ging Luisa Hirning aus dem beliebten Wettkampf hervor und wurde unter den Klängen des Musikvereins ins Festzelt geleitet. Verantwortlich für den Wettbewerb zeigte sich auch in diesem Jahr Sportschützenleiter Christian Pelkmann mit der Sportschützengruppe.

Die Schützenmesse am Montag hielt erstmalig der neue Gilde-Präses Pfarrer Karl-Josef Auris, der es sich nicht nehmen ließ an fast allen Festzügen des Wochenendes dabei zu sein. Wie sein Vorgänger lud er die Schützen nach der Eucharistiefeier zur Stärkung auf dem Kirchplatz ein.

Blick auf die Frühstücksgesellschaft
Anne Feldotto schoß bis zum Schluß auf den Vogel, hier mit Schießmeister Markus Busche

Beim gemeinsamen Frühstück im Festzelt, zu dem wieder viele Ehrengäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und den beiden christlichen Konfessionen in Verl eingeladen waren, begrüße der stellvertretende Brudermeister Michael Hauphoff besonders herzliche die Jubelthrone und übereichte an ihre Jungschützenkönigspaare jeweils einen Blumenstrauß. Unverhoffte Ehrungen gab es für den scheidenden König Markus Nagelsdieck und Kommandeur Johannes Rempe, als sie zum Generalleutnant befördert wurden, denn die beiden hatten sich im Vorfeld gegen eine Beförderung ausgesprochen. „Ein Wunsch, dem ich mich gerne widersetze.“, so Michael Hauphoff.

Beim anschließenden Vogelschießen standen die Altschützen den Jungschützen in Nichts nach. Auch hier gab es eine Vielzahl von Bewerbern, die um die Königswürde wetteiferten. Darunter, mit Manuela Pollmeier und Anne Feldotto, auch erstmals in der Vereinsgeschichte zwei Frauen. Durchsetzen konnte sich bei dem äußerst spannenden Vogelschießen letztendlich Bernhard Kowalski. Zur Königin nahm er sich seine Lebensgefährtin Heike Fromme. Über die Insignien durften sich Werner Mersch (Krone), Helmut Nacke (Zepter), und Kurt Bock (Apfel) freuen.

Am Montagabend präsentierten sich das neue Königspaar mit dem Jungschützenkönigspaar und dem Throngefolge auf dem Kühlmannplatz bevor es mit einem letzten Festmarsch nochmals zum Schützenplatz ging.

Die Adjutanten warten am Sonntag vor der königlichen Residenz auf den Startschuß
Die Königspaare vor der Parade auf dem Kühlmannplatz
Werbung für den Bundeköniginnentag 2018 in Delbrück
Königin Monika Nagelsdieck beim Ehrenschuß
Ein strahlendes neues Königspaar
Der ehemalige Thron macht den neuen Majestäten seine Aufwartung
Parade am Montagabend
Jungschützenkönig Kevin läßt sich feiern

Patronatsfest 2017

Der Dank aller Teilnehmer gilt den Thron- und Vorstandsdamen unter der Leitung von Gerti Nacke (4. v. r.) für die ausgezeichnete Bewirtung
Pfarrer Karl-Josef Auris wird als neuer Gilde-Präses von Königin Monika Nagelsdieck mit einem Blumenstrauß willkommen geheißen

Ein imposanter Bogen aus Blumensträußen, Präsenten, Auszeichnungen und dazwischen immer wieder lang anhaltendem Applaus, auch stehend dargeboten, überspannte die Generalversammlung der Verler Schützengilde im Rahmen ihres Patronatsfestes am 29. Januar 2017. Der erste Applaus an diesem Sonntagmorgen unterstützte Michael Hauphoff, den stellvertretenden Brudermeister der Gilde, bei seinem Dank an die Thron- und Vorstandsdamen für das Zubereiten und Servieren des leckeren Frühstücks, der letzte, anhaltende Beifall nach rund zweieinhalb Stunden galt ihm selbst für seine souveräne Leitung der Versammlung. Derweil durfte Brudermeister Markus Nagelsdieck in diesem Jahr die Generalsammlung einmal ganz anders, aus königlicher Perspektive, genießen, desgleichen seine Ehefrau und Königin Monika wie auch Jungschützenkönig Jan Hartmann, dessen Mitregentin Franziska Peitzmeier sich wegen einer familiären Feier schweren Herzens entschuldigen lies.

Michael Hauphoff begrüßte sodann den neuen Präses der Gilde, Pfarrer Karl-Josef Auris, der zuvor in der Gemeinschaftsmesse zum Auftakt des Patronatsfestes in seiner Predigt den Begriff der Heimat aus dem Schützen-Dreiklang „Glaube, Sitte, Heimat“ in den Blick genommen hatte. Den Willkommensgruß, verbunden mit dem Dank für die Übernahme des Präses-Amtes – und dies ohne zu Zögern mit sichtlicher Vorfreude – unterstrich Königin Monika Nagelsdieck mit der Überreichung eines Blumenstraußes.

Mario Kleinemeier, stellvertretender Bezirksbundesmeister des Bezirksverbandes Wiedenbrück, seit Jahren regelmäßiger und gern gesehener Gast beim Gilde-Patronatsfest, musste Verl nach der Teilnahme an der Gemeinschaftsmesse und am Frühstück wieder verlassen, um seinen Verpflichtungen als amtierender König der St. Laurentius-Schützenbruderschaft Westerwiehe nachzukommen. Bestens vertreten war der Bezirksverband an diesem Morgen aber auch weiterhin, so mit Bezirksschatzmeister Norbert Brinkrolf, Bezirksschießmeister Bernhard Descher und natürlich mit den „Gilde-Eigengewächsen“, dem Chef des Bezirksverbandes, Ehrenbrudermeister Hans Heitjohann, und Bezirksschriftführer Michael Schmalenstroer. Da kam zum einen die Frage auf, wer denn da überhaupt vom Bezirksvorstand noch fehle, zum anderen ließ dieser Umstand besondere Ehrungen vermuten.

Den Reigen der Jahresberichte eröffnete Schriftführer Michael Schmalenstroer.  Eindrucksvoll führte er die Höhepunkte des zurückliegenden Jahres wie das Schützenfest mit dem erstmaligen Festmarsch über die so prächtig erneuerte Gütersloher und Paderborner Straße oder das Treffen aller über 60 Jahre im Dezember mit Informationen von Bürgermeister Michael Esken, aber auch Ereignisse, an denen kleinere Delegationen teilnehmen wie beispielsweise die Verabschiedung der evangelischen Pfarrerin Aletta Dahlhaus in der Sürenheide, vor Augen.

Konnte Michael Schmalenstroer 35 neue Schützenschwestern und Schützenbrüder namentlich vorstellen, womit jetzt 914 Mitglieder der Gilde angehören, so hatte Tobias Fortkord in seinem Finanzbericht eine beachtliche Steigerung der Rücklagen bei Schuldenfreiheit des Vereins zu vermelden. Es war sein erster, mit starkem Beifall bedachter Bericht, durfte er doch im vergangenen Jahr als neuer Kassierer das Geschehen noch als amtierender Gilde-Regent beobachten.

Die Silber-Jubilare, v. l.: Thomas Lechner, Helmut Stammeier, Matthias Rehage, Michael Hauphoff, Erwin Schröder, Bernhard Frickenstein, Tobias Hartkämper, Frank Leppersjohann, Nico Thebille und Frank Düttmann
Ausgezeichnet für langjährige Treue, v. l.: Rainer Meier-to-Krax und Siegfried Hollenhorst (60 Jahre), Konrad Jacobebbinghaus (50 Jahre), Josef Lakämper, Alfons Siggemann und Alfons Leppersjohann (40 Jahre)

Wie die Gilde ein überaus lebendiges Vereinsleben entwickelt, sich aber gleichermaßen in das Leben ihrer Stadt einbringt, das wurde auch im Bericht der Sportschützen, vorgetragen von Gertrud Steppeler, und im bebilderten Rückblick der Jungschützen, den Christoph Hartkämper kommentierte, überaus deutlich.

Gilde-Mitgliedschaft beinhaltet ein hohes Maß an Verbindlichkeit und Treue, das unterstrich auch in diesem Jahr wieder die Jubilar-Ehrung. Zur Auszeichnung für 25-jährige Mitgliedschaft konnte Vize-Chef Michael Hauphoff aufrufen: Helmut Bartsch, Maik Brummel, Martin Brummel, Andreas Buschmann, Frank Düttmann, Bernhard Frickenstein, Werner Hartkämper, Tobias Hartkämper, Michael Heitjohann, Jürgen Kinkel, Thomas Lechner, Frank Leppersjohann, Frank Masmeier, Thomas Mersbäumer, Andreas Pollmeier, Matthias Rehage, Erwin Schröder, Helmut Stammeier und Nico Thebille. Nur einen Silberjubilar hatte Michael Hauphoff nicht genannt – sich selbst. Da ergriff dann doch König Markus Nagelsdieck das Wort und holte dies gekonnt humorvoll nach. Vier Jahrzehnte halten Matthias Genath, Alt-Bürgermeister Josef Lakämper, Alfons Leppersjohann, Reinhold Pauli und Alfons Siggemann der großen Gilde-Familie die Treue, seit einem halben Jahrhundert Kuno Jacobebbinghaus und seit 60 Jahren Siegfried Hollenhorst, Heiner Hollenhorst, Reiner Meier-to-Krax und Hermann Pollkäsener. Auf sage und schreibe 65 Jahre Mitgliedschaft kann Paul Brosig zurückblicken, der von 1970 bis 1992 zunächst als stellvertretender und dann als 1. Spendenmeister dem Gilde-Vorstand angehörte. 

Bezirksschatzmeister Norbert Brinkrolf zeichnet Bernhard Düttmann und Michael Schmalenstroer mit dem Hohen Bruderschaftsorden aus (v. r.)
Verleihung des Ehrenkreuzes des Sports in Bronze an Andre Pelkmann (l.) durch Bezirksschießmeister Bernhard Descher
Mit Alfons Siggemann (Mitte), dem „Schützenbruder des Jahres“, freuen sich König Markus Nagelsdieck (r.) und der 2. Brudermeister, Versammlungsleiter Michael Hauphoff

Gilde-Wiedersehenstreffen „aller über 60“ am 11. Dezember 2016

Königin Monika Nagelsdieck heißt Ehrenbrudermeister Dr. Hans Krüper herzlich willkommen
Der Adventskranz wurde von Helmut Nacke und Heinz Sudhoff auf dem Ewershof gebunden wurde

Ein Wiedersehenstreffen für alle Mitglieder über 60 Jahre, vor allem aber auch für die Partnerinnen der verstorbenen Schützenbrüder, bei dem jeder einzelne Programmteil für sich ein Höhepunkt war, das hat die Verler Schützengilde am dritten Adventssonntag 2016 mit großem Engagement gestaltet. Dabei reichte das Spektrum von adventlich-besinnlich über humorvoll-informativ bis zur ausgelassenen Heiterkeit.

Über 200 Gäste konnte Michael Hauphoff, stellvertretender Brudermeister der Gilde, in der festlich geschmückten Schützenhalle begrüßen, unter ihnen die drei Ehrenbrudermeister Dr. Hans Krüper, Hans Heitjohann, zugleich als Bezirksbundesmeister des Bezirksverbandes Wiedenbrück, und Heinz Sudhoff. Michael Hauphoff sprach allen Anwesenden seinen Dank für ihr Mittun, Mitdenken und Mitsorgen über viele, viele Jahre aus.

„Wir sagen euch an, den lieben Advent…“, stimmten sodann die Musikanten des Nachmittages, „Heinz und Heinz“, Heinz Echterhof und Heinz Reckord, als erstes Lied vom aus dem eigens kreierten Liedheft an, wozu vom Königspaar Markus und Monika Nagelsdieck und von den Jungregenten Jan Hartmann und Franziska Peitzmeier drei Kerzen am frisch von Helmut Nacke gebundenen Adventskranz entzündet wurden.

Die neuen Träger des Gilde-Verdienstordens, v. l.: Frank Düttmann, Bernhard Frickenstein, Karola Hericks, André Kettelhoit, Andreas Hoffmann und Ulrich Wax
Geehrt mit dem Silbernen Verdienstkreuz des Bundes, v. l.: Stefan Frickenstein, Maik Siedenhans, Gertrud Steppeler, Christian Mutz und Ralf Landwehrjohann

Freudig überrascht wurden sodann Frank Düttmann, Bernhard Frickenstein, Karola Hericks, Andreas Hoffmann, André Kettelhoit und Ulrich Wax mit dem Gilde-Verdienstorden für ihr beispielhaftes Engagement. Mit dem Silbernen Verdienstkreuz des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften ehrte Michael Hauphoff dann Stefan Frickenstein, der dem Vorstand als Kompanieführer Sende angehört und 2013/14 mit seiner Frau Anja das Königspaar der Gilde war, Ralf Landwehrjohann, Jubiläumskönigspaar mit seiner Frau Birgit 2008/09, Chef-Fähnrich Christian Mutz, Maik Siedenhans, der sich seit 2007 in der Nachfolge seines Vaters Manfred Siedenhans um die Vermietung der Schützenhalle kümmert, und Gertrud Steppeler als aktive Sportschützin und Schriftführerin der Sportschützengruppe für ihren je eigenen, aber immer vorbildlichen Einsatz.

Bernhard Düttmann, von 1999 bis 2013 Vereinsschießmeister der Gilde und 1996/97 mit seiner Frau Margret ihr Königspaar, sowie Michael Schmalenstroer, von 2004 bis 2013 Sportschützenchef und seit 2013 als Schriftführer Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes, standen Überraschung und Freude ins Gesicht geschrieben, als Bezirksschatzmeister Norbert Brinkrolf sie unter stehenden Ovationen zur Verleihung des Hohen Bruderschaftsordens aufrief.

Nach einer kurzen „Pause“ riss es die Gilde-Schützen dann gleich wieder von ihren Plätzen, als nämlich Bezirksschießmeister Bernhard Descher die Auszeichnung von Andre Pelkmann, den stellvertretenden Vereins-Schießmeister und besonders einsatzfreudigen, aber immer bescheidenen Sportschützen, mit dem Ehrenkreuz des Sports in Bronze ankündigte.

Die letzte hohe Ehrung der diesjährigen Generalversammlung, die Ausrufung zum „Schützenbruder des Jahres“, machte Vize-Brudermeister Michael Hauphoff noch einmal richtig spannend, beginnend mit der Nennung der Mitgliedsnummer, des Geburtsjahrganges und der bisherigen Auszeichnungen. Als dann aber das Regentschaftsjahr 2014/15 und seine Ernennung zum Ehrenkassierer fiel, da übertönte der stürmische, wiederum stehende Applaus alles Weitere zum völlig überraschten Anwärter Alfons Siggemann – und machte Aufzählungen seines vorbildlichen Gilde-Einsatzes gänzlich überflüssig.

Das Gilde-Königspaar begrüßt die Referenten des Nachmittages, v. l.: König Markus Nagelsdieck, Gilde-Präses Pfarrer Karl Josef Auris, Königin Monika Nagelsdieck und Bürgermeister Michael Esken
Die ältesten Teilnehmer, Fritz Köckerling (91 Jahre) bei den Herren und Maria Jacobebbinghaus (90 Jahre) bei den Damen (in Begleitung ihres Sohnes Kuno, vorn v. l.) werden vom stellvertretenden Brudermeister Michael Hauphoff (l.) und von Kommandeur Johannes Rempe besonders geehrt

Advent, das bedeute Aufbruch, Wagnis und Mut, rief Pfarrer Karl Josef Auris „seinen“ Schützenschwestern und Schützenbrüdern zu, gab er doch mit seinen nachdenklich stimmenden Gedanken gleichzeitig sein Debut als neuer Präses der St. Hubertus-Schützengilde. Er ermutigte die Bruderschaft auch, neue Wege zu gehen, denn auch Jesus habe mit seiner Geburt an Weihnachten einen völlig neuen Weg eingeschlagen, einen Weg, der ihn auch zu den Menschen am Rande geführt habe. Aber dann schlug Pfarrer Auris auch diese Tonart an: „Wenn im Sommer die Schützenfestmusik erklingt – das ist doch pure Lebenslust…“ Und: „Ab und zu sollten wir mal Danke sagen für all das Wunderbare, das wir gerade in unserem Land haben.“

Mit nur zwei Worten war im Einladungsflyer die Frage an Bürgermeister Michael Esken formuliert worden: „Verl, wohin?“ Zur Antwort nutzte Michael Esken erst gar nicht das Rednerpult, sondern schritt bestens gelaunt mit dem Mikro durch die Reihen. Eigentlich gab er damit körperlich schon die Antwort: „Verl ist in Bewegung – voller Bewegungsdrang.“ Natürlich ging er auf die anstehenden Projekte ein, auch auf die gute finanzielle Situation der Stadt; wobei er aber trotzdem bei allen Investitionen mit Blick auf die Folgekosten ein gutes Augenmaß einforderte. Zu spüren war aber, dass er vor allem auf etwas anderes hinaus wollte – auf das außerordentlich hohe Maß an ehrenamtlichem Einsatz in der Stadt, von der Pflege von Familienangehörigen bis hin zum Vereinsleben, das nicht zuletzt Verl liebenswürdig mache. Auch wenn sich Michael Esken zum Thema Schützenhalle mit Blick auf die anstehenden Beratungen im Stadtrat zurückhielt, so sprach er doch der Gilde aus dem Herzen: „Wenn das „Projekt Schützenhalle“ ehrenamtlich geschehen kann, dann ist das etwas ganz Großartiges und verdient die Unterstützung der Stadt!“

Das Schülerorchester des Musikvereins Verl begeistert mit seinem Dirigenten Anatole Gommersall
Die „Tänzer“, v. l.: Heinz Sudhoff, Friedhelm Pollmeier, Toni Hericks, König Markus Nagelsdieck, Klaus Köckerling, Leo Kammertöns, Alfons Siggemann und Meinolf Pankoke

Viel Lob verdiente auch das anschließende Kaffeetrinken, zu dem sich der Vorstand mit seinen Damen und der amtierende Thron mächtig mit dem Backen von Torten und dem Anrichten von Schnittchenplatten unter der Regie von Gerti Nacke und Manuela Pollmeier mächtig ins Zeug gelegt hatten.

Schriftführer Michael Schmalenstroer ließ als weiteren Höhepunkt die vergangenen zwei Jahre seit dem letzten Treffen mit ausgewählten Bildern und launigem Kommentar gekonnt Revue passieren. Inzwischen hatte sich an der anderen Stirnseite der Schützenhalle das Schülerorchester des Musikvereins Verl unter der Leitung seines Dirigenten Anatole   Gommersall aufgestellt, wobei die Mädchen und Jungen mit vorweihnachtlichen Melodien zum Mitsingen ebenso Begeisterung hervorriefen wie mit ihren flotten Weisen.

Den umjubelten Schlusspunkt setzten die Herren des Vorbereitungsteams, zusammengesetzt aus Vorstand und Thron, angekündigt von Norbert Klumpe, mit ihrem „Strumpfhosentanz“ – wobei immer das eine Bein im Beinkleid des anderen steckte, was den besonderen Reiz wie Schwierigkeitsgrad ausmachte –,  den sie unter der Regie von Monika Großeschallau über mehr als acht Wochen einstudiert hatten.

Viel Beifall und Lob, vor allem aber dankbare Gesichter, entschädigten die Akteure des Nachmittags für ihre Mühen mehr als reichlich.


Bezirkskönigsball in Westerwiehe

Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann bei seiner Begrüßung in der Festhalle Kreutzheide
Gilde-Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff im Gespräch mit Ralph Brinkhaus (MdB), dem er das neue Jungschützenbetbuch des Bundes überreichte

Traditioneller Schauplatz des Bezirkskönigsballs des Bezirksverbandes Wiedenbrück ist die Die Festhalle der Gaststätte Kreutzheide in Westerwiehe. Schon zum dreiundzwanzigsten Mal trafen sich die Throngesellschaften und Vorstände der neunzehn Bruderschaften des Bezirksverbandes zu der geselligen Veranstaltung. Auch die St. Huberuts-Schützengilde Verl, mit ihrem Königspaar Markus und Monika Nagelsdieck und ihrem Jungschützenkönigspaar Jan Hartmann und Franziska Peitzmeier sowie dem Throngefolge und Vorstandsmitgliedern, nahm an der geselligen Veranstaltung teil.

Auffallend viele junge Leute, unter den 700 Gästen, konnte Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann in seiner Ansprache zu Beginn des Abends begrüßen. „Es schien in diesem Jahr einen unausgesprochenen Wettbewerb um den jüngsten Thron zwischen den Bruderschaften gegeben zu haben.“, so Heitjohann, der den Ball als Geste des Dankes für die Königspaare und Throngesellschaften hervorhob. Er dankte den amtierenden Königen für ihre Begeisterung und ihren Mut zum Königsschuss, mit dem sie die Zukunft der Schützentradition sicherten. Der Bezirksbundesmeister appellierte an die anwesenden Gäste: „Macht mit, damit dieser Abend für alle unvergessen bleibt.

Besondere Grüße richtete Hans Heitjohann an den Bezirkskönig Burkhard Willmann aus Spexard, der mit seiner Frau Magdalene den Ball besuchte. Als Ehrengäste nannte Heitjohann den Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus, Landrat Sven-Georg Adenauer und den Vorsitzenden des Schützenkreises Gütersloh Reinhard Große-Wächter. Weiter ließ er in seine Begrüßung die Mitglieder des Bezirksvorstandes und des Bezirksjungschützenvorstandes einfließen sowie alle anwesenden Könige und Kaiser.

Besonders großen Beifall bekam Bezirksjungschützenkönig Marcel Hoffmeister. Er hatte noch im April, als amtierender Jungschützenkönig der St. Antonius Schützenbruderschaft Benteler, am Wettbewerb der Jungschützenkönige beim Jungschützentag in Liemke teilgenommen und die Würde des Bezirksjungschützenkönigs errungen. Ende Mai sicherte er sich im Anschluss an sein Jungschützenkönigsjahr, mit seinem finalen Treffer beim Benteleraner Vogelschießen die Würde des Schützenkönigs. Als I-Tüpfelchen konnte er auf dem Ball auch noch seinen 23. Geburtstag feiern.

Grüße der Stadt Rietberg überbrachte der stellvertretende Bürgermeister Detlev Hanemann, der in seiner Rede den Verantwortlichen der Bruderschaften dankte, die in jedem Jahr mit viel Engagement die Schützenfeste organisieren. Er schloss in seinen Dank auch die Königinnen ein. „Was wäre ein König ohne Königin.“ und mit Blick auf die vielen festlich gekleideten Ballbesucherinnen schloss er seine Ansprache mit den Worten: „Meine Damen, Sie sind eine Augenweide.“.

Zum Abschluss des offiziellen Teils stellte Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann alle Königspaare, unter ihnen auch der stellvertretende Bezirksbundesmeister Mario Kleinemeier, der als König der Westerwieher Schützen, an diesem Abend von allen Aufgaben entbunden war, vor. Die Vorstellung der Jungschützenkönigspaare übernahm Bezirksjungschützenmeister Stefan Hansmeier.

Für die musikalische Unterhaltung hatte Festwirt Seppel Kreutzheide die Tanzband Ambiente engagiert, die schon im Sommer auf vielen Schützenfesten im Bezirk Wiedenbrück als Garant für gute Stimmung galt. Und auch auf dem Königsball gelang es der Band, innerhalb kürzester Zeit, die Tanzfläche zu füllen.


1. Musikalisch-bayrischer Frühschoppen der Verler Schützen-Gilde

Auf geht`s mit der „Viärlschen Trachtenkapelle“, sonst eher als Musikverein Verl bekannt, unter der Leitung von Martin Pollmeier beim 1. Oktoberfest-Frühschoppen
Gilde-Regentin Monika Nagelsdieck hat den Taktstock übernommen...
...da hält es auch (v. l.) Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff, Silberkönig Klemens Hartkämper und Ehrenschatzmeister Helmut Nacke nicht mehr auf den Bänken

Oktoberfest mit musikalisch-bayrischem Frühschoppen – welch ein Event für Verl! Dabei war im Vorfeld, wenn auch nicht für das auch in diesem Jahr wieder nach wenigen Stunden ausverkaufte Fest am Samstagabend (17. September 2016), so doch für den erstmals angesetzten Frühschoppen am folgenden Sonntag bei den Verantwortlichen der Gilde, allen voran den Hauptorganisatoren Norbert Klumpe, Alois Hauphoff und Constantin Vernekohl, eine gesunde Portion Skepsis angesagt. Würde das Angebot Anklang finden? Es wurde angenommen, und das von einer breiten Altersmischung! Zur prächtigen Stimmung trug von Beginn an die große Trachtenkapelle bei, nach deren Herkunft Norbert Klumpe am Sonntagmorgen gleich mehrmals gefragt wurde. Erst nach näherem Hinsehen wurde den Fragenden klar: Das sind ja „unsere Blauen“, jetzt gekleidet in fesche Dirndln und Lederhosen. Ungekünstelt, mit überspringender Begeisterung, brachten sie Isar und Ölbach miteinander in Einklang – und zeigten damit eine weitere Variante ihres Könnens und ihrer Spielfreude. Für die Besucher war zwanglose Vielfalt angesagt: Da war das bayrische Outfit neben der Jeans zu finden, da waren Gruppen gekommen, aber auch Paare und Einzelpersonen, die nicht lange nach Mitfeiernden suchen mussten, da wurde zu den musikalischen Klängen mit den Füßen gewippt, während es die anderen nicht mehr auf den Bänken hielt, da hatten sich die einen von Beginn an einen Tisch gesichert während andere etwas später kamen, um sich erst mal an Haxen, Weißwürsten oder auch Schweinsbraten zu stärken, während zu Hause die Küche kalt blieb – die stimmungsvolle Atmosphäre in der Schützenhalle aber riss alle gleichermaßen mit. Und als dann schließlich Kapellmeister Martin Pollmeier den Taktstock an Gilde-König Markus Nagelsdieck weiterreichte und mindestens zum zweiten Mal an diesem Tag der Bayrische Defiliermarsch erklang, gefolgt von seiner Königin Monika mit dem Stück vom „Franz, der auf die Vogelwiese ging“, da hielt es schließlich keinen der mehrere Hundert Besucher mehr auf seinem Platz. Und da die Musikerinnen und Musiker spürbar selbst genauso viel Spaß hatten wie die Gäste, ließen sie sich auch noch so einige Zugaben entlocken.

Jede Menge Spaß, den hatten natürlich auch die 1.000 „Madln und Buam“ und die zusätzlichen 200 Flanierkarten-Erwerber bei der vierten Auflage des Oktoberfestes am Abend zuvor. Dieses wurde nicht nur zeitgleich mit dem Original auf der Theresienwiese in München gestartet, sondern wie dort von Oberbürgermeister Dieter Reiter so wurde in Verl von Gilde-Regent Markus Nagelsdieck mit nur zwei gezielt angesetzten Treffern das jeweils erste Fass angeschlagen. Angeheizt durch das Verler Jugendorchester in großer Besetzung, sorgte mit den „Grenzgängern“ aus dem Münchner Umland eine musikalische Top-Formation mit Märschen und Polkas, aber auch mit Schlagern und rockigeren Hits für eine prächtige, mitreißende Stimmung.

Mit einigem zeitlichen Aufwand und viel Herzblut hatten die Gilde-Schützen am Donnerstag traditionell Kränze gebunden und das Zelt geschmückt, am Sonntagmorgen für den Frühschoppen die Schützenhalle umgestaltet und schließlich am Montagmorgen alles wieder aufgeräumt. Da tat es gut, im Nachhinein, überzeugt durch das Erzählen vieler Besucher des erstmaligen Frühschoppens, zu hören: „Wenn er im nächsten Jahr wieder stattfindet – und daran dürfte es nach diesem furiosen Auftakt wohl kaum Zweifel geben –, dann sind wir auch mit dabei!“

Die amtierenden Gilde-Majestäten in ungewohnter bayrischer Tracht
König Markus Nagelsdieck beim Fass-Anstich
Gute Stimmung herschte nicht nur an den Tischen...
... sondern auch auf der immer gut gefüllten Tanzfläche

Gilde-Festbuch jetzt auch in New York

Gilde-Mitglied Friedel Pauleickhoff (l.), hier in der Uniform der St. Hubertus-Schützenbruderschaft Neuenkirchen, überreicht vor dem New Yorker Rathaus das Festbuch der Verler Schützengilde an Chairman Robert Radtke, rechts im Bild die Bundeskönigin 2014/15, Claudia Wigge-Raschke aus Thüle
Fototermin, v. l. : Chairman Robert Radtke mit dem Verler Gilde-Festbuch, Elmar Holzapfel von der St. Georg Schützenbruderschaft Sichtigvor, Friedel Pauleickhoff, Olympia-Siegerin Claudia Witt – die Schirmherrin der Parade, Baron von Steuben aus Lüneburg und das Bundeskönigspaar 2014/15 Claudia Wigge-Raschke und Ralf Raschke aus Thüle

Das Festbuch der Verler Schützengilde ist jetzt auch in New York angekommen. Lange hatten Gilde-Mitglied Friedel Pauleickhoff und seine Frau Maria davon geträumt, einmal auf der Fifth Avenue bei der Steuben Parade mitzumarschieren. Im September 2016 wurde der Traum mit einer Gruppe weiterer Schützen, unter ihnen Ralf Raschke und Claudia Wigge-Raschke, die im Jahr zuvor als amtierendes Bundeskönigspaar das Verler Gilde-Schützenfest besuchten, wahr.Am Tag vor der Parade wurden bei einem Empfang auf einer Bühne vor dem Rathaus Gastgeschenke, die später der interessierten Öffentlichkeit  zugänglich gemacht werden, überreicht. Da der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio kurzfristig verhindert war, nahm der Leiter des Steuben-Komitees, Chairman Robert K. Radtke, das Verler Gilde-Buch aus der Hand von Friedel Pauleickhoff entgegen. Zugegen war dabei war auch Katarina Witt – zweimalige Olympia-Siegerin im Eiskunstlauf –, die als diesjähriger Ehrengast die 59. Steuben Parade mit anführte. Der eigentlichen Parade, die 1957 von deutschstämmigen Amerikanern ins Leben gerufen wurde, ging am Samstagmorgen ein festlicher Gottesdienst in der Saint Paul`s Chapel, der ältesten Kirche in Manhattan, voraus. Und auf eines brauchten die heimischen Besucher auch in der amerikanischen Metropole nicht zu verzichten: auf das Oktoberfest, wozu es nach der Parade in den Central Park ging. Und hier traf man dann auch auf die Reisegruppe der Gütersloher Miele-Feuerwehr. Vom dem nur etwa 300 Meter entfernt stattgefundenen Attentat, was zunächst gar nicht als solches eingeschätzt wurde, bekam die Gruppe nur durch die erhöhte Polizei-Frequenz etwas mit. Ein ebenso umfangreiches wie anstrengendes Besichtigungsprogramm, das zumeist zu Fuß absolviert wurde – wobei man New York am besten kennenlernen könne, wie der Stadtführer betonte – rundete die Reise ab.   

Es war ein unglaubliches Erlebnis, so die beiden Paueickhoffs nach der Rückkehr, aber das im Vergleich zu den Straßenschluchten in der amerikanischen Metropole nicht ganz so laute wie hektische Leben im Verler Land habe doch auch seine Vorzüge…


Schützenfest 2016

„Is datt schön!“ Diese Aussage machte der neue König der Verler Schützengilde, Brudermeister Markus Nagelsdieck, am Dienstagmorgen nach nicht einmal 24 Stunden Amtszeit seit dem alles entscheidenden Treffer am Vortag an der Vogelstange und nach nur ganz wenig Schlaf bei der Gratulation zum 85. Geburtstag von Alfons Pollmeier, dem Ehrenfähnrich der Schützengilde.

War das schön, so könnte auch, entsprechend abgewandelt, das Résumé des diesjährigen Gilde-Schützenfestes lauten. Begonnen hatte der dreitägige Festreigen mit der Feierstunde auf dem Denkmalplatz, in der Brudermeister Markus Nagelsdieck die oft bei Trauerfällen verwendete Aussage „Herzliche Teilnahme“ näher in den Blick nahm. Eine herzliche Teilnahme, man könne auch sagen „Teil-gabe“, so Markus Nagelsdieck, also die Bereitschaft, seinen Teil beizutragen zum Gelingen des menschlichen Miteinanders, beginne mit der ganz persönlichen Haltung im eigenen Familien- und Freundeskreis. Und dann könne sich diese Teilnahme weiten, Markus Nagelsdieck wörtlich: „Dann gedenke der ich der mehr als 300.000 gefallenen Soldaten auf dem Schlachtfeld von Verdun vor 100 Jahren, dann sind mir die Toten im nahegelegenen Kriegsgefangenenlager „Stalag 326“ in Stukenbrock ebenso wenig gleichgültig wie das ertrunkene Flüchtlingskind am Strand oder die Opfer des Terrorangriffs vor wenigen Tagen auf dem Flughafen von Istanbul.“ Teilnahme, so der Brudermeister weiter, sei aber nicht nur in traurigen oder problematischen Situationen gefragt, sondern auch bei freudigen Ereignissen, womit er herzlich zur Beteiligung an den folgenden Stunden und Tagen des Schützenfestes einlud.Und fröhliche, ereignisreiche Tage sollten es werden. Strahlende Gesichter sah man bei den von Schriftführer Michael Schmalenstroer bald darauf bekanntgegebenen Beförderungen, ganz besonders bei Harald Honerlage, Leo Kammertöns und Lothar Meyer, die in den Generalsrang aufstiegen, wobei ihnen die roten Schulterklappen sogleich mit Lippenstiften auf die weißen Oberhemden gemalt wurden.Die gehörige Portion Spannung, die sonst das Jungschützen-Vogelschießen in den Samstagabend bringt, war in diesem Jahr dem Viertelfinalspiel der Fußball-Europameisterschaft – Deutschland gegen Italien –, das auf einer Leinwand im Zelt wie vor allem bei großer Zuschauerkulisse Open-Air auf einer zwölf Quadratmeter großen Leinwand mit LED-Technik übertragen wurde, vorbehalten. Dass schließlich das Elfmeterschießen nach Verlängerung mit einem deutschen Erfolg endete, konnte auf dem anschließenden Festball ordentlich gefeiert werden.

Hoch zu Ross inspiziert König Tobias Fortkord am Samstagabend mit seinen Adjutanten Jürgen Reinke (l.) und Thomas Hollenhorst das angetretene Gilde-Bataillon
Schick sieht „Tante Frieda“ mit der Gilde-Mütze aus, aber das schon als Uniform für die Gilde-Damengarde reicht?
Die drei neuen Gilde-Generalmajore strahlen um die Wette, v. l.: Harald Honerlage, Lothar Meyer und Leo Kammertöns
Imposante Kulisse: Open-Air Public Viewing am Samstagabend zum EM-Viertelfinalspiel Deutschland – Italien

Der Sonntag stand dann mit seinem farbenprächtigen Festumzug und der sich anschließenden Parade unter großer Beteiligung der Verler Schützengemeinschaften wie auch den mit der Gilde befreundeten Scharmeder Schützen – angetreten mit ihrem Königspaar Simon Franzbonenkamp und Melanie Wesseler samt Throngefolge – ganz im Zeichen des Königspaares Tobias und Bärbel Fortkord, der Jungregenten Marvin Feldmeyer und Antonia Wittausch und ihres Throngefolges. Königin Bärbel setzte dabei mit dem von ihr selbst entworfenen, ebenso festlichen wie beschwingten Kleid einen ganz besonderen Akzent.  

Mit der Ehrung auf dem Schützenplatz als Silberkönigspaar konnten Klemens und Elisabeth Hartkämper der Tradition gemäß rechnen, als Klemens Hartkämper dann aber vom stellvertretenden Bezirks- und Diözesanbundesmeister Mario Kleinemeier erneut aufgerufen wurde, da stand ihm wie auch seiner Frau Elisabeth die Überraschung ins Gesicht geschrieben. Nach der Laudatio, die seine langjährigen Verdienste als Schatzmeister wie als stellvertretender Kommandeur würdigte, begleitete lang anhaltender Applaus die hohe Auszeichnung von Klemens Hartkämper durch Mario Kleinemeier unter der Assistenz von Bezirksbundesmeister und Gilde-Ehrenbrudermeister Hans Heitjohann mit dem St. Sebastianus-Ehrenkreuz.

Groß war der Andrang beim Wettbewerb um die neue Kinderkönigin oder den neuen Kinderkönig. Schließlich gelang Jannik Düttmann, der wohl „erblich vorbelastet“ ist – war doch schon sein Vater Frank Jungschützenkönig und sein Opa Bernhard König der Gilde – der alles entscheidende Wurf. Nachdem er seine Schwester Jana zur Kinderkönigin erwählt hatte, zeichnete Sportschützenchef Christian Pelkmann die beiden zu den Klängen des Präsentiermarsches mit den entsprechenden königlichen Orden aus und ließ sie wie die Großen unter dem Beifall der Schützen und Gäste hochleben

Majestätisches Gruppenfoto vor der königlichen Kutsche, mit dem Jungschützenkönigspaar Marvin Feldmeyer und Antonia Wittausch und dem Königspaar Tobias und Bärbel Fortkord
Die Scharmeder Schützen beim Festumzug mit ihrem Oberst Bruno Gehrken (vorn rechts) und Pfarrer Hubert Werning (2. Reihe Mitte)
Der stellv. Bezirks- und Diözesanbundesmeister Mario Kleinemeier (r.) zeichnete soeben Klemens Hartkämper mit dem St. Sebastianus-Ehrenkreuz aus, der mit seiner Frau Elisabeth zugleich das Silberkönigspaar der Gilde ist
Der Fahnenschlag der 1664 gegründeten St. Petrus- und Paulus-Schützenbruderschaft Scharmede

Grund zum Jubel hatte auch Jan Hartmann, der anschließend aus einem spannenden Wettkampf an der Vogelstange trotz starker Konkurrenz von gleich vier Mitbewerbern als Sieger hervorging und als neuer Gilde-Jungschützenkönig mit Franziska Peitzmeier als Mitregentin gefeiert wurde.

Eine leichte Wehmut verspürte am Montagmorgen wohl fast jeder, sollte es doch nach 28 Jahren die letzte Schützenmesse mit Pfarrer Hermann-Josef Hölscher als Präses der St. Hubertus-Schützengilde werden. Wenn auch sicher so manches neu und anders kommen werde, meinte der scheidende Präses, eines empfehle er seinem Nachfolger als Tradition auf jeden Fall: die Einladung zum Umtrunk nach dem Gottesdienst auf dem Kirchplatz, was mit einem dankbaren Lächeln auf den Gesichtern aufgenommen wurde.

Eine große Zahl an Ehrengästen, ein vielseitiges, leckeres Buffet, aber auch so einige emotionale Höhepunkte bot das anschließende Schützenfrühstück.

Dankbarkeit war das Grundgefühl, das Brudermeister Markus Nagelsdieck bei der Verabschiedung von Pfarrer Hermann-Josef Hölscher nach 28 Jahren als Präses mit bewegenden Worten und der Ernennung zum Ehrenpräses der Gilde zum Ausdruck brachte, unterstrichen durch minutenlangen, stehenden Applaus. Hermann-Josef Hölscher betonte in seinen Abschiedsworten seine Verbundenheit mit Verl und den Schützen: „Ich werde hier sicherlich immer mal wieder auftauchen!“

Die Ehrung der königlichen Jungschützen-Jubilare nahm der stellvertretende Brudermeister Michael Hauphoff vor, so der Gold-Jungschützenkönigin Marliese Schröder, heute Rempe, der Mutter von Gilde-Kommandeur Johannes Rempe, des Rubin-Jungschützenkönigspaares (Thronjahr 1976/77) Friedhelm Meier-to-Krax und seiner Frau Annette, und von Klaus Nienhaus und Petra Koppers, geb. Horstmann, die das 25-jährige Jubiläum feiern konnten.

Nico Thebille, der dem Nachwuchs der Gilde von 2002 bis 2005 als Jungschützenmeister wichtige Impulse gab und sich heute als Mitinhaber des Deja-vu-Clubs für die Gestaltung des Schützenfestes wie des Gilde-Oktoberfestes engagiert einsetzt, wurde sodann von Brudermeister Markus Nagelsdieck das Silberne Verdienstkreuz des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften verliehen. Mit dem Gilde-Verdienstorden wurde Heiner Berenbrinker, aktiver Bürgerschütze, seit 46 Jahren aber auch Mitglied der Schützengilde, von Beruf Raumausstattermeister, ob seiner tatkräftigen Unterstützung bei der jährlichen Dekoration des Thrones im Festzelt ausgezeichnet.

Überraschung und Rührung waren dem 79-jährigen Alfons Hollenhorst ins Gesicht geschrieben, als ihn schon während des Weges zum Podium stehende Ovationen seiner Schützen begleiteten, wo ihm Brudermeister Markus Nagelsdieck überaus herzlich für seine weit mehr als 40-jährige Tätigkeit als Fahnenoffizier dankte und ihm die Beförderung zum Generalmajor aussprach.

Heiner Berenbrinker wurde von Brudermeister Markus Nagelsdieck soeben mit dem Gilde-Verdienstorden ausgezeichnet
Nico Thebille (r.), von Brudermeister Markus Nagelsdieck mit dem Silbernen Verdienstkreuz des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften geehrt
Schon auf dem Weg zum Podium, wo ihm Brudermeister Markus Nagelsdieck die Beförderung zum Generalmajor aussprechen wird, begleiten Fahnenoffizier Alfons Hollenhorst stehende Ovationen
Ein überglücklicher neuer Gilde-König Markus Nagelsdieck, während Schießmeister Markus Busche noch die letzten Arbeiten an der Schießanlage erledigt

„Wär datt schön“, mag sich Markus Nagelsdieck vielleicht im Vorfeld gedacht haben, „nicht nur der Brudermeister, sondern mit meiner Frau Monika auch das Königspaar der Schützengilde zu sein!“ Entsprechend zielstrebig wie bestens gelaunt schritt der Gilde-Chef an der Vogelstange zur Tat.

„Die Schützen haben eine große Bedeutung für Verl“, rief Bürgermeister Michael Esken in seinem Grußwort zur Proklamation der großen Schützen- und Gästeschar zu. Dies war natürlich aus aktuellem Anlass der Gilde zugesprochen, darf aber sicherlich als Lob wie Ansporn für alle vier Verler Schützengemeinschaften verstanden werden.

Die Lesung in der Messe zur Silberhochzeit, die Markus und Monika Nagelsdieck vier Wochen zuvor mit einer großen Gästeschar feierten, ausgewählt aus dem Buch der Könige, so meinte Vize-Brudermeister Michael Hauphoff, auf den in der nächsten Zeit wohl einiges an Mehrarbeit zukommt, war vielleicht schon ein kleiner Hinweis auf das heutige Geschehen – und legte ihm, nicht ohne seinem Amtsvorgänger Tobias Fortkord und seiner Frau Bärbel noch einmal herzlich für ihre Amtszeit zu danken, die Königskette um.

Die Vorfreude auf die Ereignisse des Thronjahres, allen voran auf das Gilde-Oktoberfest, lässt sich wohl am besten mit den Worten des neuen Königs Markus Nagelsdieck beschreiben: „Wird datt schön!“

Der neue Gilde-Thron 2016/17
Die neuen Gilde-Majestäten am Montagabend vor der Königskutsche, v. l.: Adjutant Thomas Toschläger, das Kinderkönigspaar Jannik und Jana Düttmann, das Königspaar Markus und Monika Nagelsdieck, die Jungregenten Jan Hartmann und Franziska Peitzmeier und Adjutant Andre Toschläger
Die neuen Gilde-Regenten und das Jungschützenkönigspaar werden mit ihrem Throngefolge am Montagabend auf dem Kühlmannplatz von zahlreichen Zuschauern und dem zu diesem Schützenfest letztmals angetretenen Gilde-Bataillon jubelnd empfangen
War das ein Schützenfest! Da schlägt doch König Markus Nagelsdieck nach dem Aufräumen am Dienstagabend spontan die dicke Trommel

25. Gilde-Majestätenfahrt 2016

Christel Schroeder (stehend vor dem Schrank) führt die Gilde-Majestäten durch das Schroedersche Haus
Die Gilde-Majestäten bester Laune vor dem Pavillon im Park des Schroederschen Hauses mit den Gastgebern Bruno und Christel Schroeder (vorn ganz links) und dem amtierenden Königspaar Tobias und Bärbel Fordkord (vorn, Mitte)
Bernhard Klotz (3. v.r.) vom Arbeitskreis Natur- und Kulturführungen des Heimatvereins mit den Gilde-Majestäten auf Ortskern-Erkundung – hier auf dem Denkmalplatz

Lange war in den königlichen Kreisen der Verler Schützengilde gerätselt worden, wohin sie denn wohl gehen würde, die 25. Majestätenfahrt. Immer wieder genannt wurde Paris, aber auch andere lukrative Orte wurden debattiert. Dann schließlich mit der Einladung der organisierenden Paare Anja und Stefan Frickenstein sowie Ulrike und Lothar Meyer für Sonntag, den 22. Mai 2016, die Riesenüberraschung – das Ziel der Jubiläumsfahrt: Verl. Und sollte es Befürchtungen gegeben haben, dass die Erkundung der eigenen Stadt langweilig werden könnte, so wurden diese schon bald restlos zerstreut. Nach dem gemeinsamen, ausgiebigen Frühstück im Hotel Kampwirth stand zunächst ein Besuch am Kirchplatz Nr. 4, in Schroeder´s Likör-Manufaktur auf dem Programm. „So viele Majestäten auf unserem Hof zu sehen“, bekundete Bruno Schroeder gleich mit seinen ersten Begrüßungsworten: „da wird mir ganz warm ums Herz.“

Während sich der eine Teil der Gilde-Regenten sodann von Bruno Schroeder in der Destillerie die Produktion des beliebten Verler Heimatwassers und der verschiedenen Liköre näher bringen ließ, durften die anderen mit seiner Frau Christel das Wohnhaus der Familie besuchen. Auffallend war dabei, mit welch hohem Respekt, ja, mit Ehrfurcht, Christel Schroeder die geschichtliche Entwicklung der Familie und des Hauses schilderte, in dem von der Erbauungszeit kurz nach dem dreißigjährigen Krieg, der Einrichtung einer Gastwirtschaft um 1750, über das Biedermeier bis zur Moderne alle Epochen ablesbar sind. Dies, und nicht das Zurückversetzen in eine ausgewählte Zeitspanne, werde von den Denkmalbehörden ausdrücklich begrüßt. Besonders erwähnenswert sei natürlich das Jahr 1798, in dem Franz Neißkenwirth aus Mastholte die Witwe Schroeder heiratete, der das Rezept für den „Schroederschen Boonekamp“ an den Verler Kirchplatz mitbrachte.

Mit Bernhard Klotz, dem Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Natur- und Kulturführungen des Heimatvereins, begab man sich sodann auf einen Rundgang durch den Ortskern, bei dem vor allem die Verler Friedhöfe, angefangen in zeitlicher Reihenfolge mit dem Kirchplatz (Friedhof bis 1755), dann für wenige Jahrzehnte im Bereich des heutigen Pfarrzentrums, den Denkmalplatz (1770 bis 1873) bis zum heutigen Friedhof und seiner Erweiterung mit der Brunnenskulptur „Wasser des Lebens“ der Verler Bildhauer Horst-Jürgen und Florian Hoburg in den Blick genommen wurden. Auf die nahezu unbekannten Gräber von Kriegsgefangenen, gelegen in der Nähe des großen Kreuzes, die in den 12 Außenstellen des Stukenbrocker Lagers „Stalag 326“ auf Verler Gebiet ihr Leben verloren, machte Bernhard Klotz besonders aufmerksam. Wieder zurück am Heimathaus, erlebten die Gilde-Majestäten die Eröffnung des zweiten Verler Manufakturtages durch Bürgermeister Michael Esken mit, bevor es dann zum musikalischen Frühschoppen des Musikvereins in der Schützenhalle ging. Dass ihnen die Blauen“ dort ihre musikalischen Wünsche von den Augen ablasen, versteht sich da fast von selbst. Mit diesem gelungenen „Majestäten-Ausgang“, für den Heinz Sudhoff dem Organisations-Quartett den herzlichen Dank aller Teilnehmer aussprach, dürfte der Startschuss für viele weitere Ausfahrten gegeben sein, für die im Jahre 1991 bei einem Majestäten-Treffen auf Einladung von Hansi und Ulla Graute der Grundstein gelegt wurde.


Bruderschaftstag in Langenberg

Die Gilde-Schützen mit König Tobias Fortkord und Jungregent Marvin Feldmeyer, links stv. Brudermeister Michael Hauphoff
der zweite Tisch mit Brudermeister Markus Nagelsdieck (r. Reihe, 6. v. vorn)
Souverän leitet Hans Heitjohann, Bezirksbundesmeister und Gilde-Ehrenbrudermeister, den Bruderschaftstag
Wolfgang Bosbach - Ein ebenso gut gelaunter, wie überaus engagierter Referent

Haltung, Charakter, Humor, Charisma und Wortwitz seien die entscheidenden Eigenschaften, betonte Wolfgang Bosbach am Abend vor seinem Auftritt bei den Schützen als Mitglied der Jury der Wahl der Miss Germany im Europa-Park Rust bei Freiburg. Unbestritten, dass bei der neuen Titelträgerin Lena Bröder aus Nordwalde im Kreis Steinfurt Schönheit und Anmut noch dazukommen. Die von Wolfgang Bosbach genannten Eigenschaften treffen aber auch auf ihn selbst zu, wovon sich die 750 Schützen und ihre Gäste auf dem von der St. Antonius-Schützenbruderschaft Benteler am zweiten Fastensonntag in der Langenberger Mehrzweckhalle ausgerichteten Bruderschaftstag überzeugen konnten.

Begonnen hatte der 57. Einkehrtag des Bezirksverbandes Wiedenbrück mit Willkommensklängen des Spielmannszuges der gastgebenden Schützenbruderschaft Benteler, der gemeinsam mit dem Kirchenchor St. Cäcilia Benteler auch den weiteren Verlauf des Nachmittages umrahmte. Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann, Ehrenbrudermeister der Verler Schützengilde, unterstrich in seinen Begrüßungsworten, dass der Bruderschaftstag Gelegenheit bieten solle, Kraft zu schöpfen und um Gottes Segen zu bitten. Unter den zahlreichen Ehrengästen konnte er aus dem Verler Land das amtierende Bezirkskönigspaar Hubertus Förster und Annette Kloß von der St. Hubertus-Schützenbruderschaft Kaunitz und den Bezirksjungschützenkönig, Nils Uhlenbrock von der St. Georg-Schützenbruderschaft Sürenheide, wie auch den heimischen Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus und den Vorsitzenden des Schützenkreises Gütersloh, Reinhard Großewächter, begrüßen. Hans Heitjohann ging auch kurz auf die geplante Änderung der Lärmschutzverordnung ein, wobei er kritisierte, dass immer neue Auflagen des Landes den Vereinen das Leben schwer machen würden. Zugleich konnte Heitjohann aber mitteilen, dass im März in Düsseldorf ein Gespräch zur Neufassung der Lärmschutz-Verordnung von Schützen, Karnevalisten und Schaustellern mit Umweltminister Johannes Remmel geplant sei.

Für die gastgebenden Benteleraner Schützen hatte zuvor Brudermeister Holger Kröger die Majestäten, Präsides, Brudermeister und Obristen, Schützenschwestern und Schützenbrüder wie die zahlreichen Jungschützen der 19 Bruderschaften des Bezirksverbandes herzlich willkommen geheißen. Die Langenberger Bürgermeisterin Susanne Mittag wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass auch in der relativ kleinen Gemeinde Langenberg bei der Unterbringung der Flüchtlinge ein intensives Krisenmanagement erforderlich sei. Dickes Lob zollte sie den beiden Schützenbruderschaften der Ortsteile Langenberg und Benteler wie den Schützen generell: „Schützengemeinschaften grenzen nicht aus; sie sind vielmehr mit ihrem Engagement sportlich, kulturell, sozial wie gesellschaftlich ein bedeutsames Bindeglied unserer Gesellschaft.“

So humorvoll die Rede des CDU-Politikers Wolfgang Bosbach MdB auch war – mit seiner ersten Bemerkung: „Ein Westfale fragt sich beim Aufwachen: Was mache ich heute, ein Rheinländer: Was mache ich heute Abend?“ hatte er gleich den Bann gebrochen – so tiefgründig waren seine Ansagen. Mit seinen 22 Jahren Mitgliedschaft im Innenausschuss des Bundestages stellte er einführend fest, dass es im Gegensatz zu früher heute kein einziges Thema mehr gäbe ohne Rücksichtnahme auf die Geschehnisse in der Welt. Sodann schilderte er die Auseinandersetzungen und Krisen unserer Zeit, gipfelnd im Krieg in Syrien. Mit einem kurzen geschichtlichen Rückblick machte er deutlich, dass schon immer Menschen Zuflucht in Deutschland gesucht und gefunden hätten. So gelte es auch heute, Flüchtlinge bei uns aufzunehmen, gleichzeitig aber auch die Verantwortung und Solidarität der Europäischen Union nachdrücklich einzufordern. Zudem müsse verhindert werden, dass Konflikte und Terror in unser Land getragen würden. Frieden erhalten in einer Welt, die wieder einmal aus den Fugen gerate, bezeichnete Bosbach als vordringliche Aufgabe aller Menschen, nicht nur der Politiker. „Lassen sie aber Frieden und Freiheit nicht gegeneinander ausspielen“, forderte Wolfgang Bosbach die große Zuhörerschar auf, dies seien vielmehr die zwei Seiten einer Medaille, der Werte- und Rechtsordnung unseres Landes.

Ein weiterer Kernsatz von Wolfgang Bosbach: „Ich habe keine Angst vor der Islamisierung unseres Landes, wohl aber vor der Entchristlichung!“ Und weiter: „Wenn wir selbst nicht zu unseren Wertvorstellungen und Traditionen stehen, –  andere werden es nicht tun.“

Deutschland sei bereits dabei, sich von der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft zu wandeln, malte der überaus engagierte Politiker ein Zukunftsbild, aber auch andere Teile dieser Welt würden nicht schlafen. Wolfgang Bosbach: „Die beste Investition in die Zukunft ist Bildung, Bildung und nochmals Bildung.“ Aber Deutschland habe auch gezeigt, so Bosbach ermutigend, dass es mit großen Herausforderungen umgehen könne.

War es während der Ausführungen von Wolfgang Bosbach mucksmäuschenstill in der Halle gewesen, so unterstrich stehender, lang anhaltender Applaus eindrucksvoll die Dankesworte von Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann. Ein ganz praktisches Beispiel des vielfältigen Schützen-Engagements konnte Heitjohann sodann verkünden, erbrachte doch die Hutsammlung für die „Gastkirche Recklinghausen“, die vielen Menschen Zuflucht bietet, den großartigen Betrag von 2.446,40 Euro, der vom Bezirksverband auf 3.000 Euro aufgerundet wurde.

Als Bezirkspräses Pastor Rüdiger Rasche nach einer Pause den Nachmittag in einer kurzen Andacht mit einem Dankgebet und Fürbitten zusammenfasste, wurde es noch einmal still, bevor das aus hunderten Kehlen gemeinsam gesungene „Großer Gott wir loben dich“ den Schlusspunkt unter einen eindrucksvollen Bruderschaftstag setzte.


Patronatsfest 2016

Stehende Ovationen prägen die Generalversammlung, vorn links Mario Kleinemeier, stv. Diözesan- und stv. Bezirksbundesmeister, und Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann
Brudermeister Markus Nagelsdieck dankt den Vorstands- und Throndamen für das Vorbereiten und Servieren des Frühstücks

Stehende Ovationen, verknüpft mit großer Einmütigkeit, prägten das Bild der Gilde-Generalversammlung im Rahmen des Patronatsfestes 2016. Dies begann schon gleich nach dem gemeinsamen Frühstück im Pfarrzentrum, als Brudermeister Markus Nagelsdieck den vorbereitenden und servierenden Damen des Vorstandes und des amtierenden Thrones herzlich für ihren Einsatz dankte. Die mehr als 150 anwesenden Gilde-Mitglieder erhoben sich spontan, als er Marianne Rampsel besonders hervorhob und ihr den Dank aller für ihre langjährige Mithilfe bei der Vorbereitung des Schützenfrühstücks wie auch ihr Engagement für das alle zwei Jahre stattfindende „Treffen aller über 60“ und den Gilde-Stand auf dem Verler Adventsmarkt aussprach und den Gilde-Verdienstorden anheftete.

Begonnen hatte der Tag schon um 8.00 Uhr mit der Gemeinschaftsmesse in der St. Anna-Pfarrkirche mit einer nach der Zeit fragenden Predigt von Gilde-Präses Pfarrer Hermann-Josef Hölscher. Das anschließende Frühstück wurde vom Musikverein Verl unter der Leitung von Dietmar Kay schwungvoll umrahmt. Brudermeister Markus Nagelsdieck dankte den Musikern mit einem ausdrücklichen Lob für das Jahreskonzert eine Woche zuvor mit der anspruchsvollen Uraufführung der „Verler Szenen“, einer Komposition des Musikverein-Eigengewächses Dominik Avenwedde, und wies zum anderen auf das bevorstehende Jubiläum „60 Jahre Musikverein Verl“ hin.

Mit einer ebenso überraschenden wie eindrucksvollen Geschichte, mit der er dazu ermunterte, sich zunächst dem einzelnen Menschen in seiner Umgebung zuzuwenden, um dann den Blick für die Sorgen und Nöte der Welt zu weiten, – ein Weg, der auch für die Schützengilde richtungweisend sein könne – leitete Markus Nagelsdieck zur Generalversammlung über. Nach dem Gedenken der Verstorbenen führte Schriftführer Michael Schmalenstroer das zurückliegende Jahr mit seinen Glanzpunkten wie beispielsweise dem Schützenfest mit dem Auftritt von Anna-Maria Zimmermann und dem Besuch des amtierenden Bundeskönigspaares Ralf Raschke und Claudia Wigge-Raschke von der St. Laurentius-Schützenbruderschaft Thüle, der dritten Auflage der Fahrradwallfahrt mit über 80 Teilnehmern und dem ebenfalls zum dritten Mal durchgeführten, wiederum ausverkauften Oktoberfest facettenreich vor Augen. Gekrönt wurde sein fast 25-minütiger Bericht durch 35 Neuaufnahmen, womit die 900er-Marke der Vereinsmitglieder überschritten sei.

Markus Nagelsdieck, flankiert vom stv. Brudermeister Michael Hauphoff (l.) und Gilde-Präses Pfarrer Hermann-Josef Hölscher, kündigt die Ehrung der Gilde-Majestäten an
Zwei strahlen um die Wette: Gilde-Regent Tobias Fordkord (r.) wurde soeben von Brudermeister Markus Nagelsdieck der Königs-Orden verliehen
Ehrenbrudermeister Hans Heitjohann (mit Mikrofon) leitet die Wahl des Brudermeisters und des stv. Brudermeisters, dankt aber zunächst dem bisherigen Vorstand, insbesondere Kassierer Alfons Siggemann
Der geschäftsführende Vorstand rahmt den neuen Gilde-Ehrenkassierer Alfons Siggemann ein, v. l.: Schriftführer Michael Schmalenstroer, Brudermeister Markus Nagelsdieck, Alfons Siggemann, der neue Kassierer Tobias Fortkord und der stv. Brudermeister Michael Hauphoff

Ein Minus 12.000 Euro verzeichnete Finanzchef Alfons Siggemann in seinem Kassenbericht, das durch den Abriss des alten Wohnhauses östlich der Schützenhalle, Ausgaben für sicherheitstechnische Auflagen und Investitionen zu begründen sei, außerordentliche Ausgaben, ohne die der Haushalt ausgeglichen wäre. Zudem präsentierte er mit einem Kassenbestand von 54.000 Euro eine überaus zufriedenstellende Finanzlage der Schützengilde. Ein leichtes Zittern der Stimme war allerdings herauszuhören, als Alfons Siggemann zum Abschluss seines  Berichtes bekanntgab, dass er nach neuen Jahren als Kassierer der Gilde, dem fünfzehn Jahre als stellvertretender Kassierer vorausgingen, nicht wieder kandidieren werde. Mit Wehmut, vor allem aber mit dem Gefühl großer Dankbarkeit unterstrichen die Mitglieder mit stehendem, lang anhaltendem Applaus den Vorschlag von Brudermeister Markus Nagelsdieck, Alfons Siggemann zum Ehrenkassierer der Verler Schützengilde zu ernennen.

Worte der Anerkennung und Dankbarkeit fand auch Ehrenbrudermeister Hans Heitjohann, der die Leitung der ersten Wahlvorgänge für die  komplette Neuwahl des Vorstandes übernommen hatte, für den scheidenden Kassierer Alfons Siggemann, dann aber auch für den gesamten Vorstand, insbesondere für Brudermeister Markus Nagelsdieck und seinen Stellvertreter Michael Hauphoff, die er als „Spitzenteam an der Spitze der Gilde“ bezeichnete. Klar, dass deren einstimmige Wiederwahl außer Frage stand.

Die Gewinner des Neujahrsschießens, vordere Reihe v. l.: Sandra Siggemann, Rainer Meier-to-Krax und Annette Meier-to-Krax, in der hinteren Reihe v. l.: stv. Schießmeister Andre Pelkmann, Sportschützenvorsitzender Christian Pelkmann und der stv. Sportschützenvorsitzende Torsten Mersch
Gold-Jubilar Manfred Kammertöns und die beiden Diamant-Jubilare Wolfgang Beckhoff und Josef Siggemann (v. l.)

Kurz zuvor zu den Klängen des Präsentiermarsches wie seine Königin und Ehefrau Bärbel und Jungschützenkönigin Antonia Wittausch mit dem königlichen Orden ausgezeichnet, – der Jungregent erhält diesen immer schon zum Schützenfest – schlug der wiedergewählte Brudermeister sodann König Tobias Fortkord, bislang Vize-Kassierer, der Alfons Siggemann im Vorjahr schon als Gilde-Regent abgelöst hatte, nun auch als dessen Nachfolger im Amt des Kassierers vor. Einstimmigkeit war hier ebenso zu verzeichnen wie bei der Wahl von Marc Hövelkröger zum neuen stellvertretenden Kassierer, von Sven Ganzer zum neuen stellvertretenden Schriftführer in der Nachfolge von Dennis Schmelter, der aus beruflichen Gründen um Ablösung gebeten hatte, wie bei der Wiederwahl aller weiteren Vorstandsmitglieder.

Der angedachten Sanierung der Schützenhalle, von Brudermeister Markus Nagelsdieck eingangs erläutert, wozu nach seinen Worten auch bereits Gespräche mit Bürgermeister Michael Esken und den Fraktionsvorsitzenden geführt worden seien, wurde durch das stolze Ergebnis der Hutsammlung für diesen Zweck von 1472,50 Euro ganz praktisch Zustimmung signalisiert.   

Für die Sportschützen konnte Gertrud Steppeler ebenso wie Christoph Hartkemper für die Jungschützen von einem lebendigen, vielgestaltigen Gilde-Jahr 2015 berichten. Sportschützenchef Christian Pelkmann gab die Sieger des Neujahrsmannschaftsschießens, bei dem Können wie Glück gefragt sind, bekannt: Anette Meier-to-Krax, Sandra Siggemann und Rainer Meier-to-Krax.

Jubilar-Ehrungen standen als nächstes auf der Tagesordnung, so als erstes für 25 Jahre Mitgliedschaft: Ralf Breuer, Christian Brummel, Stefan Fahnenschmidt, Maik Heitmeyer, Harald Honerlage, Helmut Hüttenhölscher, Lothar Meyer, Walter Reker, Maik Siedenhans, Thomas Sinnerbrink, André Toschläger, Detlef Wallenstein, Christian Westerbarkei sowie Andreas Wittenbrink. Seit vier Jahrzehnten mit dabei sind Hermann Hecker, Heinz Kubon, Meinolf Pankoke, Hermann Siedenhans, Erhard Sielhorst, Albert Steinlage und Rudolf Voß. Gold-Jubilare sind in diesem Jahr Johannes Großeschallau, Friedrich Kammertöns, Manfred Kammertöns und Alois Köper. Seit 60 Jahren halten Wolfgang Beckhoff, Alfons Hollenhorst und Josef Siggemann der Gilde die Treue, nur noch übertroffen von Walter Ameling mit 65 Jahren.

Die neuen Träger des Gilde-Verdienstordens mit dem Brudermeisterteam, v. l.: Michael Hauphoff, Tim Echterhoff, Thomas Toschläger, Hildegard Freßmann-Sudhoff, Jan-Phillip Kleinegräber, Torsten Mersch, Markus Nagelsdieck
Hildegard Freßmann-Sudhoff ergreift spontan das Mikrofon

Hildegard Freßmann-Sudhoff, gemeinsam mit dem stellvertretenden Kommandeur Tim Echterhoff, Jungschützen-Standartenträger Jan-Philipp Kleinegräber, Vize-Sportschützenchef Thorsten Mersch und dem Adjutanten Thomas Toschläger mit dem Gilde-Verdienstorden ausgezeichnet, ergriff spontan das Mikrofon und brachte zum Ausdruck, was wohl alle in der Bruderschaft spüren: das ausgezeichnete Miteinander Jung und Alt.

Vier strahlende Gesichter sah man sodann auch bei der Auszeichnung mit dem Silbernen Verdienstkreuz des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften: Markus Busche, Thomas Hollenhorst, Christian Pelkmann und Helmut Wittenstein.

Mario Kleinemeier, zugleich stellvertretender Diözesan- wie Bezirksbundesmeister, überbrachte Grüße und zeichnete drei Vorzeige-Schützen, assistiert von seinem „Chef“, Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann, mit dem Hohen Bruderschaftsorden des Bundesverbandes aus. Stehende Ovationen begleiteten die Laudatio von Mario Kleinemeier für Hermann Hecker, der trotz seines hohen Alters bis heute auf kaum einem Bruderschaftstag fehle, für Hans Fromme, der neun Jahre dem Vorstand als stellvertretender Kassierer angehörte, und für Johannes Rempe, von 1990 - 1996 prägender Jungschützenmeister und heute mit „Leib und Seele“ amtierender Kommandeur der Gilde.

Die letzte Ehrung des Tages, die Ausrufung zum Schützenbruder oder zur Schützenschwester des Jahres, hätte auch zur Ehrung als Schützenfamilie des Jahres erfolgen können, denn, so Laudator Markus Nagelsdieck: „Großartig verkörperst Du mit Deinen Lieben den Begriff der Schützenfamilie“, womit für alle klar war, wer gemeint war und der Name fast im Jubel unterging: Brunhild Pelkmann.

Eine Gilde-Aktivität an diesem Morgen verdient noch ihre ganz besondere Erwähnung. Heinrich Westerbarkei überbrachte, in den Vorjahren gemeinsam mit Andreas Beckervordersandforth, der diese Mal verhindert war, während der laufenden Versammlung an eine ehemalige Regentin und einen Schützenbruder im Krankenhaus Genesungswünsche und Blumengrüße, – eine nicht immer ganz leichte Aufgabe, die aber die Ansage der einführenden Geschichte von Brudermeister Markus Nagelsdieck nachdrücklich unterstreicht: Sich zunächst dem Einzelnen zuwenden und dann den Blick für die Sorgen und Nöte der Welt weiten!

Ausgezeichnet mit dem Silbernen Verdienstkreuz, v. l.: Helmut Wittenstein, Markus Busche, Christian Pelkmann und Thomas Hollenhorst-Schild
Wer ist jetzt stolzer, Hans Fromme (l.) auf Tochter und Schwiegersohn als Königspaar oder die beiden auf ihn, der wie Hermann Hecker und Johannes Rempe (2. u. 3. v. l.) soeben mit dem Hohen Bruderschaftsorden geehrt wurde?
Mit Urkunden die neuen Träger des Hohen Bruderschaftsordens, v. l.: Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann, Hans Fromme, Johannes Rempe, Hermann Hecker und der Laudator Mario Kleinemeier, stv. Diözesan- und Bezirksbundesmeister
Freude pur: Brudermeister Markus Nagelsdieck mit der Schützenschwester des Jahres 2016, Brunhild Pelkmann

Die Verler Gilde besichtigt die Josef Schulte GmbH in Delbrück

Ein Bild der Gilde-Reisenden mit dem Ehepaar Schulte vor einer der großen vollautomatischen Maschinen des Kartonagenherstellers

Einen informativen Abend erlebten die Vorstandsmitglieder und ihre Partnerinnen sowie einige ehemalige Majestäten der Verler Schützengilde am 13. November beim Verpackungshersteller Schulte in Delbrück. Das 1965 in Sande gegründete Unternehmen, das im Jahr 1994 an den jetzigen Standort nach Delbrück gezogen ist, hat sich auf die Herstellung von Faltkartonagen aus Wellpappe spezialisiert. Dabei reicht die Produktvielfalt von kleinen Faltkartons bis zu übergroßen Kartonagen speziell für die Möbel- und Automobilindustrie.

Eingeladen hatten zu der Exkursion der Geschäftsführer und Inhaber Dietmar Schulte und seine Frau Susanne Held-Schulte, die als Nachbarn des letztjährigen Königspaares Alfons und Mechthild Siggemann den Kontakt zu den Gilde-Schützen geknüpft hatten.

Auf über 20000 qm Produktionsfläche konnten die interessierten Besucher den Weg von der Anlieferung über das Zuschneiden, Falten und Kleben, bis zum Versand der umweltschonenden Verpackung beobachten. In der firmeneigenen Entwicklungsabteilung wurde den Teilnehmern demonstriert, wie ein neues Produkt geplant und ein erstes Muster hergestellt wird. Erstaunt sahen die Zuschauer, wie auf einem Schneidetisch ein Muster mittels Unterdruck erst fixiert und dann in Windeseile ausgeschnitten wurde. Dank ausgeklügelter Falttechnik entstand ohne Kleben oder Klammern, in kürzester Zeit eine stabile Pappbox daraus.

Spendenmeister Norbert Klumpe stellte mit Erstaunen fest, wieviel Technik und Know-how doch in so einem Produkt stecke, das letztendlich vom Endkunden achtlos zerrissen und in der Altpapiertonne entsorg würde.

Bei einem Abendessen in gemütlicher Runde nahm Gilde-Brudermeister Markus Nagelsdieck die Gelegenheit wahr und dankte dem Unternehmerehepaar nochmals mit einem Präsentkorb für die herzliche Einladung und den erlebnisreichen Abend.


Gabi Kammertöns sichert sich den Majestätenpokal

Mit der Siegerin Gabi Kammertöns (Mitte) freuen sich Ilse und Kuno Jacobebbinghaus
Unerwartete Überraschung: Pia Feldmeyer erhält für den zweiten Platz einen Strauß Rosen
Als bleibende Erinnerung erhält Vorjahressieger Klemens Hartkämper eine Urkunde

Fast 40 ehemalige Majestäten der Verler Schützengilde trafen sich am zweiten Novembersonntag in der vereinseigenen Schützenhalle zu der geselligen Veranstaltung. Mit einem Glas Sekt empfingen Ilse und Kuno Jacobebbinghaus, die in ihrem Königsjahr 1993 die Veranstaltung ins Leben gerufen hatten, die Teilnehmer im geschmackvoll dekorierten Aufenthaltsraum. Gleich zu Beginn hatten die beiden Organisatoren eine Überraschung für Kassierer Alfons Siggemann parat. Denn rund 300 Euro waren beim Treffen des Freundeskreises der ehemaligen Bezirks- und Diözesankönige, das im vergangenen Jahr, ebenfalls unter der Regie der beiden, in Verl stattgefunden hatte, übrig geblieben. Die Summe stockten sie nochmals auf 350 Euro zugunsten der geplanten Hallenrenovierung auf.

Auf den obligatorischen Sektempfang zur Einstimmung auf den Nachmittag folgte das gemütliche Kaffeetrinken mit selbst gebackenen Torten und Schnittchen. Ehrenplätze, versehen mit goldenen Kaffeelöffeln und Kuchengabel, hatten die Veranstalter extra für das amtierende Königspaar der Gilde, Tobias und Bärbel Fortkord, reserviert.

Zu Beginn des sportlichen Teils des Nachmittags dankte Schriftführer Michael Schmalenstroer in ein paar kurzen Sätzen den beiden Organisatoren, die bereits schon zum 22. Mal die Veranstaltung vorbereitet hatten und überbrachte herzliche Grüße der beiden Brudermeister, die an dem Nachmittag leider verhindert waren. Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff nutzte die Gelegenheit dem Gilde-Königspaar Tobias und Bärbel Fortkord die im Sommer erschienene Gilde-Chronik zu überreichen. In einer Bildershow von vergangene Veranstaltungen und Ausflüge der ehemaligen Gilde-Exzellenzen ließ das Organisatorenpaar viele schöne Momente Revue passieren.

Am frühen Abend konnte Sportschützenchef Christian Pelkmann Gabi Kammertöns, Königin des Thronjahres 2010 / 2011 als Gewinnerin des Wettbewerbs, eine Kombination aus schießen, knobeln und Glücksrad drehen, bekannt geben. Die begehrte Trophäe, ein kunstvoll von Ilse Jacobebbinghaus gestalteter Porzellanteller, wird nun sicherlich ein Jahr lang einen Ehrenplatz an der Kathrein-Allfrey-Straße erhalten. Eine besondere Überraschung erwartete auch Pia Feldmeyer. Die Silberkönigin und Mutter des amtierenden Jungschützenkönigs Marvin Feldmeyer, nahm zum ersten Mal am Wettbewerb teil und sicherte sich bei ihrer Prämiere sofort den zweiten Platz und damit einen großen Blumenstrauß aus roten Rosen. Über den dritten Platz durfte sich Meinolf Pankoke freuen, der dafür eine Flasche Schröders Halbitter überreicht bekam.


3. Oktoberfest der Gilde

Mit 1000 Besuchern war das Oktoberfest der Verler Schützengilde auch in der dritten Auflage erneut ausverkauft.

Pünktlich zum Beginn der traditionellen Wies'n in München feierten auch die Gilde-Schützen am 19. September mit ihren Gästen bis in die frühen Morgenstunden im weiss-blau geschmückten König-Ludwig-Festzelt an der Verler Schützenhalle.

Um 19 Uhr eröffnete Gilde-Brudermeister Markus Nagelsdieck mit einem fröhlichen "O'zapft is!" die gesellige Veranstaltung und die drei "Cheforganisatoren" Norbert Klumpe, Alois Hauphoff und Erwin Schröder rollten das erste Bierfass,  begleitet vom Ostwestfalen Jugendorchester,
das schon um 18 Uhr, unter der Leitung von Anatole Leopold Gomersall, begonnen hatte mit fetzigen Klängen, die fast ausnahmslos in bayerischer
Tracht gekleideten, Madl und Buam auf Touren zu bringen, ins Festzelt. Nach nur drei gezielten Schlägen auf den Zapfhahn ließ Gilde-König Tobias Fortkord das erste Bier fließen. Unterstützt wurde er dabei von seiner Königin Bärbel Fortkord und den Jungregenten der Gilde Marvin Feldmeyer und Antonia Wittausch.

Die bayerische Band Grenzgänger, die sich schon im vergangenen Jahr als Garant für eine fantastische Stimmung entpuppte, begeisterte auch in diesem Jahr mit ihrer Mischung aus Alpenrock, Schlagern und Partymusik und heizten den Besuchern innerhalb kürzester Zeit kräftig ein. Und so dauerte es auch nicht lange, bis die Besucher wieder die Bänke und Tische erklommen und so die Tanzfläche eine Etage nach oben verlegten. Für erfrischende kühle Getränke standen auch in diesem Jahr fast fünfzig, in fesche Dirndl gekleidete, Bedienungen bereit, die sich gekonnt und souverän mit den Bierkrügen ihren Weg zwischen den Tischreihen suchten.

Für bayrische Spezialitäten, wie Haxen, Weiswürste, Leberkäs und Brezeln sorgte das Catering-Team der Fleischerei Berenbrinker in der angrenzenden Schützenhalle, die ebenso wie das Festzelt fantasievoll vom Vorbereitungsteam um Norbert Klumpe und Alois Hauphoff schon am Donnerstag geschmückt worden war. Ohne die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Helfer könnte das Fest in diesem Ausmaß gar nicht auf die Beine gestellt werden, wissen die Organisatoren der Veranstaltung.

E. Schröder, A. Hauphoff u. N. Klumpe (v. l.) fahren rollen das erste Fass in Zelt
Materialprobe nicht bestanden: Der Hammer übersteht die kraftvollen Schläge nicht unbeschadet
Stoßen auf das Fest an: Bärbel u. Tobias Fortkord, Marvin Feldmeyer u. Antonia Wittausch
Das Jugendorchester heizt den Besuchern ein
Blick ins ausverkaufte Festzelt
Die Jungschützen hängen die Deckenkränze auf
Nicht nur die Frauen, ...
... auch die Männer geben beim Kranzbinden ein gutes Bild ab
Die Aufbauarbeiten wurden musikalisch vom Musiker-Duo Heinz Echterhoff und Heinz Reckord unterstützt
Dominierende Farben beim Oktoberfest: WEISS-BLAU

Gilde-Fahrradwallfahrt 2015

Auftakt der Fahrradwallfahrt mit Pilgersegen von Pfarrer i. R. Wilhelm Henkenmeier, am Ambo Gerti Nacke mit einer Einstimmung
Statio an der Lourdes-Grotte auf dem Friedhof in Liemke
Die neue Hövelsenner Kapelle kann die Gilde-Fahrradpilger kaum fassen; mit seiner Trompete unterstützt Heinz Reckord das gemeinsame Singen
Gemeinsames Singen in der Senne, ohne die Fahrräder abzustellen: „Lobet den Herren…“

An verschiedenen Gräberreihen und Gedenksteinen auf dem Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter in Stukenbrock-Senne legten die über 80 Teilnehmer der diesjährigen Gilde-Fahrradwallfahrt je eine Rose nieder. Zuvor hatten Brigitte Kraatz und Elisabeth Bultmann, Mitarbeiterinnen der Dokumentationsstätte Stalag 326, den Verlern eindrucksvoll die menschenunwürdigen Zustände im nahegelegenen Lager geschildert, das mit etwa 65.000 Toten zu den größten in Deutschland gehörte. Bundespräsident Joachim Gauck enthüllte bei seinem Besuch im Mai auf dem Lagergelände eine erste Tafel mit 900 Namen der inzwischen 15.000 namentlich bekannten Toten, geschaffen vom Verler Künstler Horst-Jürgen Hoburg. Begonnen hatte die Wallfahrt unter dem Leitwort „erinnern, versöhnen, Leben gestalten“ am frühen Morgen in der Marienkapelle mit dem Pilgersegen von Pfarrer i. R. Wilhelm Henkenmeier. Erste Statio war danach für die Radfahrer und E-Biker wie sogar eine Teilnehmerin im Elektromobil die Lourdes-Grotte auf dem Friedhof in Liemke, dem ein Stehkonvent an der dortigen Schützenhalle mit Kaffee und Plätzchen folgte.

Als nächstes wurde die zum Gedenken an die alte Hövelsenner Kirche, die wie die Ortschaft der Ausdehnung des Truppenübungsplatzes zum Opfer fiel, die von Bewohnern des ehemaligen Dorfes neu errichte und wenige Wochen zuvor gesegnete Hövelsenner Kapelle angesteuert. Hier konnten die Verler nachempfinden, was es bedeutet, aus der geliebten Heimat vertrieben zu werden - und so Parallelen zur gegenwärtigen Flüchtlingssituation in Deutschland ziehen.

Ein spontaner Zwischenstopp in der blühenden Heide mit dem Lied „Lobet den Herren“, intoniert von Heinz Reckord an der Trompete, machte dagegen die Schönheit der Senne deutlich, dem dann aber auf dem Ehrenfriedhof wieder ihre grausame Seite folgte.

Dies alles, wie auch das „eigene Versagen und Verzagen, die verweigerte Versöhnung im Alltag“ wie schon im Einladungsflyer zur Wallfahrt formuliert, konnten die Wallfahrer gegen Mittag in der Pilgermesse in der St. Achatius-Kirche Stukenbrock-Senne mit dem Paderborner Weihbischof Hubert Berenbrinker, bekanntermaßen ein gebürtiger Verler, vor Gott bringen. Klar, dass die Gilde sich bei ihm mit ihrem kürzlich erschienen Festbuch, in dem er selbst mit seiner Bischofsprimiz samt Predigt in der Schützenmesse zum Gilde-Jubiläum gebührend vertreten ist, bedankte.

Dank sprach auch Brudermeister Markus Nagelsdieck beim abschließenden Kaffeetrinken in Kaunitz, dem ein gemeinsames Pilgermahl und ein Zwischenstopp am Rieger Dorfschulmuseum mit launigen Erläuterungen von Ferdinand Stöppel, ehemaliger Lehrer und Vorsitzender der Rieger Dorfgemeinschaft, vorausgegangen waren, dem Vorbereitungsteam unter der Leitung von Gerti und Helmut Nacke aus. Besonders freute er sich über die Teilnahme des Königspaares Tobias und Bärbel Fortkord und der Jung-Regenten Marvin Feldmeyer und Antonia Wittausch, aber auch über den hohen Anteil an „Nicht-Schützen“.

An der Kreuzgruppe in der Mitte des Ehrenfriedhofs, einem Monolithen des Paderborner Künstlers Josef Rikus, legt Alfons Leppersjohann seine Rose nieder
Pilgermesse in St. Achatius Stukenbrock-Senne mit dem Paderborner Weihbischof Hubert Berenbrinker
Die Teilnehmer der 3. Gilde-Fahrradwallfahrt am Dorfschulmuseum Riege mit den beiden Königspaaren (vordere Reihe Mitte)
Präsentiermarsch für die Gilde-Majestäten beim abschließenden Kaffeetrinken in Kaunitz

Verler Gilde auf dem Thüler Schützenfest zu Gast

Das Thüler Königspaar schreitet die Schützen ab, v. r.: Adjutant Ulrich Johann-Vorderbrüggen, das Gilde-Jungregentenpaar und Adjutant Jürgen Reinke
Ein Ständchen vom Thüler Musikverein für das Gilde-Jungschützenkönigspaar Marvin Feldmeyer und Antonia Wittausch

Das Bundeskönigspaar des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Ralf Raschke und Claudia Wigge-Raschke, erwies am Schützenfest-Montag der Verler Gilde die Ehre seines Besuchs. Mit ihnen gaben zum ersten Mal in der Geschichte der Gilde amtierende Bundes-Majestäten Ehrenschüsse auf den Gilde-Adler ab. Klar, dass da die Einladung zum Gegenbesuch auf dem Thüler Schützenfest nicht ausblieb.

Obwohl das eigene Schützenfest erst eine Woche zurücklag und das nächste in Kaunitz vor der Tür stand, reiste die Gilde am Sonntag, den 12. Juli 2015 mit 21 Teilnehmern zur St. Laurentius-Schützenbruderschaft nach Thüle. Dort wurden sie mit ihrem Jungschützenkönigspaar Marvin Feldmeyer und Antonia Wittausch gleich nach der Ankunft im Festzelt vom Thüler Oberst Heinz Sonntag überaus herzlich willkommengeheißen. Der Abholung des neuen Thüler Königspaares Helmut und Sonja Votsmeier, dem die Verler später am Thron ihre Aufwartung machten, folgte nach dem Festmarsch die Ansprache von Oberst Heinz Sonntag und die Kranzniederlegung am Ehrenmal des Dorfes sowie die Parade vor dem Königspaar.

Zum fröhlichen Ausklang im Festzelt fehlte dann weder das Gilde-Lied noch das Ständchen des Musikvereins Thüle für die Verler Jungregenten, die zu diesem Ereignis das verhinderte Gilde-Königspaar Tobias und Bärbel Fortkord würdig vertraten, bevor sich der Abschied von Thüle und dem sympathischen Bundeskönigspaar nicht mehr hinauszögern lies.



Gilde-Schützenfest vom 4. - 6. Juli 2015

Als es am Schützenfest-Montag nach der Schützenmesse heißt „Aufstellen zum Festmarsch“, da fragt jemand: „Wo ist denn vorn?“ Worauf Kommandeur Johannes Rempe, für alle deutlich vernehmbar, antwortet: „Vorn ist dort, wo der König ist!“ Und ganz vorn ist damit für die Gilde seit dem diesjährigen Vogelschießen Tobias Fortkord mit seiner Frau Bärbel, die er sich zur Regentin an seiner Seite erwählt hat. Begonnen hatte das Gilde-Schützenfest am frühen Samstagabend bei tropischen Temperaturen mit der Feierstunde auf dem Denkmalplatz. Wie für den folgenden Sonntag war daher schon für den ersten Abend Marscherleichterung angekündigt worden.

Brudermeister Markus Nagelsdieck (Bild) ließ die Zuhörer in seiner eindrucksvollen Gedenkansprache aufschrecken, indem er grausame Geschehnisse unserer Zeit wie die Zerstörung von Kulturgütern, Terrorangriffe und Enthauptungen durch Entführer nach Verl und Umgebung verlegte. Da fragte sich wohl so mancher nachdenklich, wie das wohl wäre, wenn auch nur einiges von dem, was nahezu jeden Tag in den Medien zu sehen ist, tatsächlich hier bei uns stattfände. Markus Nagelsdieck wies aber auch auf das Ende des zweiten Weltkrieges mit der Befreiung des Lagers Staglag 326 in Stukenbrock-Senne hin, in dem ganz in unserer Nähe über 60.000 Kriegsgefangene den Tod fanden. Gleichzeitig lud er ein zur 3. Gilde-Fahrradwallfahrt, auf der unter dem Leitwort „erinnern, versöhnen, Leben gestalten“ dieser Ort des Gedenkens besucht werden solle, wo man aber auch in der Kirche von Stukenbrock-Senne gemeinsam Gottesdienst feiern wolle, um, so wörtlich: „Gott für die Schönheit der Schöpfung zu danken.“ Denn letztlich sei es mehr das „sich Bewusstmachen“ dieser Schönheit als das Vor-Augen-Führen des Bösen und Unzulänglichen, was zu dankbarem Handeln einlade. Dazu  gehöre auch, so Brudermeister Markus Nagelsdieck weiter, gemeinsam in großer Freude das Gilde-Schützenfest zu feiern.

Freude über die Beförderung: C. Vernekohl, F. Feldmeyer und M. Kammertöns

Anlass zur Freude war für ihn auch die Begrüßung von Anke und Thomas Stahl aus Kerben im Landkreis Mayen-Koblenz, die der Gilde als amtierendes Bundeskönigspaar  zum Bundesköniginnentag 2012 in Verl die Ehre ihres Besuchs erwiesen hatten.Mit Spannung erwartet wurden anschließend in der Schützenhalle die Beförderungen, bekanntgegeben von Schriftführer Michael Schmalenstroer. In den Generalsrang stiegen Friedhelm Feldmeyer, König des Thronjahres 1990/91, und Constantin Vernekohl, stellvertretender Brudermeister von 2004 bis 2010 und Beisitzer im aktuellen Gilde-Vorstand, auf. Noch eine Stufe höher, in den Rang eines Generalleutnants, wurde Manfred Kammertöns erhoben, der im Jubiläumsjahr 1983 mit seiner Frau Elisabeth als Königin die Gilde regierte und gemeinsam mit ihr am aktuellen Thron noch bis zum Montag als Zeremonienmeisterpaar amtierte.

Das strahlende Jungschützenkönigspaar unter der Vogelstange

Gerade das Abitur bestanden, Vater zum Generalmajor befördert, die Eltern das diesjährige Silberkönigspaar – da wurde der Wunsch bei Marvin Feldmeyer, Jungschützenkönig der Gilde zu werden, wohl übermächtig. Und der Traum ging in Erfüllung, trotz der erheblichen Konkurrenz beim Vogelschießen, vor allem von André Landwehrjohann und Steffen Großewächter. Klar, dass er sich seine Freundin Antonia Wittausch zur König erwählte, worauf beide im Zelt kräftig gefeiert wurden.

Im vergangenen Jahr am Sonntag zu Gast, hatten sich die befreundeten Scharmeder Schützen in diesem Jahr den Samstagabend für ihren Besuch ausgewählt, womit sie die Teilnahme der Verler Gilde an ihrem Schützenfest zwei Wochen zuvor erwiderten. Und sie bereuten ihre Wahl nicht, sorgte doch die Band „Nightshift“ für einen ebenso fetzigen wie stimmungsvollen Festball.

Ehrung der Gilde-Jubelmajestäten am Sonntagnachmittag im Festzelt, v. l.: Diamantkönigin Edith Kipshagen mit Ehemann Josef, Rubin-Königspaar Elisabeth Pauli und Heinrich Rump, Silberkönigspaar Pia und Friedhelm Feldmeyer
Ehrenschießmeister Hans Beckhoff wird mit dem Schulterband zum St. Sebastianus-Ehrenkreuz ausgezeichnet, v. l.: Stv. Diözesanbundesmeister Mario Kleinemeier, Hans und Hanna Beckhoff und Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann
Majestäten vereint, v. l.: Gilde-Jungschützenkönigspaar Stephanie Pähler und Raphael Lükewille, das Scharmeder Königspaar Meinolf und Gaby Temborius, Gilde-Königspaar Alfons und Mechthild Siggemann und das Bundeskönigspaar 2011/12, Anke und Thomas Stahl
Das neue Gilde-Kinderkönigspaar Karsten und Sabrina Hanswille mit dem Vorsitzenden der Sportschützen und Leiter des Wettbewerbs, Christian Pelkmann
Gespanntes Warten auf den Stargast des Abends
Begeistert feiern die Gilde-Majestäten auf der Bühne.
Wird Brudermeister Markus Nagelsdieck jetzt ins Showgeschäft wechseln?

Den Höhepunkt ihrer Regentschaft konnten Alfons und Mechthild Siggemann wie auch das Jungschützenkönigspaar Raphael Lükewille und Stephanie Pähler mit ihrem Throngefolge am Sonntag bei der Inspizierung der angetretenen Schützen wie der sieben Musikformationen auf dem Kühlmannplatz ebenso genießen wie den anschließenden Festumzug, für den wegen der Bauarbeiten zur Neugestaltung der Gütersloher und Paderborner Straße zum Teil ein neuer Weg gewählt worden war, was aber bei den dortigen Anwohnern besonders viel Kreativität beim Schmücken freisetzte.

Hatte sich das Wetter trotz drohender dunkler Wolken bis zur  
Ankunft auf dem Schützenplatz gehalten, so erwies sich die Entscheidung der Verantwortlichen, alles Weitere ins Zelt zu verlegen, als goldrichtig, denn schon bald öffnete der Himmel unbändig seine Schleusen.

Der Begrüßung der Jubelmajestäten tat dies aber keinen Abbruch, zumal die Ehrung einer Diamant-Königin, wie in diesem Jahr mit Edith Kipshagen, die vor 60 Jahren mit dem bereits verstorbenen Werner Teutrine die Gilde regierte, etwas ganz Besonderes sei, wie der stellvertretende Brudermeister Michael Hauphoff betonte.

Ganz und gar außergewöhnlich war auch die dann folgende Ehrung. Mario Kleinemeier, stellvertretender Diözesanbundesmeister des Diözesanverbandes Paderborn, zeichnete Hans Beckhoff, einen der verdienstvollsten Schützen der Verler Gilde, unter begeisterten Ovationen mit dem Schulterband zum St. Sebastianus-Ehrenkreuz aus. Bis auf den heutigen Tag sei Hans Beckhoff, seines Zeichens Ehrenschießmeister der Gilde, Königspaar mit seiner Frau Hanna 1978/79, so Kleinemeier in seiner Laudatio, auf vielfältige Art und Weise für die Bruderschaft aktiv. Als Beispiel nannte er die Teilnahme des 82-jährigen Ehrenjungschützen, zu dem ihn der Gilde-Nachwuchs vor wenigen Jahren ausgerufen habe, am diesjährigen Bezirksjungschützentag in Druffel.

Und dann kam sie, Anna-Maria Zimmermann, die als Stargast wie schon im vergangenen Jahr auch mit ihrem zweiten Auftritt das Gilde-Zelt zum Beben brachte. Die Begeisterung ihrer Fans wie gestandener Schützen gleichermaßen, lockte sie zu mehrfacher Zugabe, woran aber auch die amtierenden Majestäten auf der Show-Bühne ihren Anteil hatten.

Einander Halt geben, Halt finden in der Gemeinschaft und schließlich auch in Gott, diesen Grundgedanken stellte Pastor Markus Korsus in den Mittelpunkt seiner Predigt in der Schützenmesse am Montagmorgen.

Zuvor war er zu seiner ersten Eucharistiefeier als Pastor in der St. Anna-Gemeinde von Pfarrer Hermann-Josef Hölscher herzlich begrüßt und vorgestellt worden, der danach die im Kloster Mariendonk am Niederrhein restaurierte Gilde-Fahne von 1983 erneut feierlich segnete.

Das amtierende Bundeskönigspaar Ralf Raschke und Claudia Wigge-Raschke schreitet in Begleitung der Bundeskönigsstandarte das Gilde-Bataillon ab

Eine Riesenüberraschung erwartete die Gilde dann vor dem Pfarrzentrum: das amtierende Bundeskönigspaar des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Ralf Raschke und Claudia Wigge-Raschke von der St. Laurentius-Schützenbruderschaft Thüle, Bezirksverband Büren, schritt in Begleitung der Bundeskönigsstandarte die Schützenformation ab. Nach dem obligatorischen Boonekamp und dem Festmarsch zum Schützenplatz nahmen sie am Frühstücksbüfett im Festzelt teil. Dies sollte aber nicht die einzige Überraschung an diesem Montag bleiben, konnte hier doch Brudermeister Markus Nagelsdieck neben vielen weiteren hochrangigen Gästen aus Politik und Gesellschaft, unter ihnen den heimischen Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus, auch den amtierenden Paderborner Diözesankönig Thomas und Kristin Bremehr von der St. Michael-Schützenbruderschaft Liemke willkommen heißen

Und es sollte mit Überraschungen weitergehen. So war es Brudermeister Markus Nagelsdieck ein besonderes Anliegen, Hans-Georg Ameling, den Verler „Dorf-Sheriff“, der in diesem Jahr zum letzten Mal das Schützenfest polizeilich begleitete, den herzlichen Dank der Gilde für das stets freundschaftliche und unkomplizierte Miteinander auszusprechen und dies mit einem Präsent zu unterstreichen.

Zwei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten wurden danach zur Verleihung des Gilde-Verdienstordens auf das Podium gerufen: Erwin Berenbrinker, der mit seiner Fleischerei die Gäste des Schützenfestes seit über 50 Jahren mit Speisen bestens versorgt, und Hans Borrmann, der als Trompeter in der Uniform des Musikvereins unentwegt über das ganze Jahr auch für die Schützen aktiv ist.

Markus Nagelsdieck dankt dem scheidenden Verler „Dorf-Sheriff“ Hans-Georg Ameling mit einem Präsent
Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann (l.) und Brudermeister Markus Nagelsdieck (r.) haben soeben Rainer Meier-to-Krax mit dem Hohen Bruderschaftsorden ausgezeichnet
Zum Ehrenjungschützen ausgerufen: Gilde-Kommandeur Johannes Rempe – flankiert von Jungregent Raphael Lükewille (l.) und Jungschützenmeister Simon Rieckhaus
Ein Selfie von Heinz Sudhoff mit den Bundesmajestäten

Rainer Meier-to-Krax wurde sodann für seinen beispielhaften Einsatz für die Schützengilde, insbesondere als aktiver Sportschütze, von Hans Heitjohann, Bezirksbundesmeister des Bezirksverbandes Wiedenbrück und Ehrenbrudermeister der Verler Gilde, unter dem Jubel der Anwesenden mit dem Hohen Bruderschaftsorden geehrt.

Und noch einem stand die Überraschung ins Gesicht geschrieben: Kommandeur Johannes Rempe, der von Jungschützenmeister Simon Rieckhaus in Anbetracht seiner Verdienste als Jungschützenmeister von 1990 bis 1996, aber auch ob seines Wohlwollens, das er bis auf den Tag dem Gilde-Nachwuchs entgegenbringt, zum neuen Ehrenjungschützen ausgerufen.

Und dann verkündete Brudermeister Markus Nagelsdieck nach einem ebenso spannenden wie fairen Wettbewerb an der Vogelstange, den auch Torsten Gohe allzu gern für sich entschieden hätte, zum Auftakt der Proklamation: „Wir haben einen neuen König – Tobias Fortkord.“

Irgendwie scheint derzeit in der Gilde die Finanzabteilung den Drang zur Regentschaft zu haben, löst doch Tobias Fortkord als stellvertretender Kassierer den Finanzchef der Bruderschaft, Alfons Siggemann, dem mit seiner Frau Mechthild noch einmal der Dank der großen Gilde-Familie für ein wundervolles Thronjahr zuflog, mit seiner Frau und Königin Bärbel auf dem Platz „ganz vorn“ in der Schützengilde ab.

Lebendige Vielfalt hatte die Gilde im Vorfeld des Schützenfestes versprochen – und sie hat Wort gehalten. Dem gab Brudermeister Markus Nagelsdieck in seiner Freude über die witterungsmäßig zwar schwierigen, aber dennoch überaus gelungenen Festtage am Abend bei der Vorstellung des neuen Throngefolges begeistert Ausdruck. Bevor er zum abschließenden Festball überleitete, griff er aber auch noch einmal die eindringlichen Worte von Pastor Markus Korsus aus der morgendlichen Schützenmesse für die Gilde-Gemeinschaft auf: „Einander Halt geben und Halt in Gott finden.“

Brudermeister Markus Nagelsdieck überreicht das vor wenigen Tagen erschienene Gilde-Festbuch an den heimischen Landtagsabgeordneten André Kuper, v. l.: Stv. Brudermeister Michael Hauphoff, Andre Kuper MdL, Markus Nagelsdieck und Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff
Die neuen Gilde-Majestäten am frühen Montagabend vor der königlichen Kutsche, v. l.: Chef-Adjutant Thomas Hollenhorst-Schild, die Jungregenten Marvin Feldmeyer und Antonia Wittausch, das Königspaar Tobias und Bärbel Fortkord und Thron-Adjutant Jürgen Reinke
Wunderschön: Noch einmal wird am Montagabend bei der Parade die restaurierte Gilde-Fahne präsentiert
Ehrentanz der Gilde-Königspaare und der Majestäten der Gastvereine auf dem letzten Festball des Gilde-Schützenfestes 2015

„Gilde-Jungbierbrauer“ beim Rosenmontagszug 2015 in Rietberg

Von ihrem Produkt überzeugt: Die Gilde-Jungbraumeister bei Rosenmontagszug in Rietberg

Ob Verl jetzt eine eigene Brauerei bekommt? Die Gerüchteküche brodelt, seitdem die Jungschützen der Verler Gilde beim Rosenmontagszug in Rietberg Kostproben des „König Raphael-Pilsener“ ausgeschenkt haben. Zu den ersten Testpersonen soll dem Vernehmen nach auch Ehrenbrudermeister Heinz Sudhoff gehört haben, dessen Lob nahezu überschwänglich ausgefallen sei.

Waren die Gilde-Jungschützen im vergangenen Jahr noch mit einem Festwagen in der Stadt der schönen Giebel unterwegs - so war in diesem Jahr, ganz zeitgemäß oder doch etwa eher den Auflagen geschuldet? – ein Fußmarsch angesagt. Dabei wäre ein wunderschöner Brauereiwagen mit zahlreichen eichenen Bierfässern möglich gewesen, gezogen von vier Brauerei-Kaltblütern, nein, von einem  starken Trecker. Helmut Horsthemke hat diesen in den vergangenen drei Jahren gefahren, wurde ob dessen vom Gilde-Nachwuchs beim letzten Schützenfest zum Ehrenjungschützen ausgerufen – und musste jetzt ganz traurig mit der Zuschauerrolle vorlieb nehmen. Und den Jungschützen selbst blieb nichts anderes übrig, als eine Bierkiste auf Rädern durch die Nachbarstadt zu ziehen, die allerdings in riesiger, begehbarer Größe. Und Spaß scheint das den Jungschützen mindestens genauso viel gemacht zu haben, liegt doch, von den Majestäten einmal abgesehen, den Schützen das Marschieren ohnehin näher als das Gefahrenwerden. Andere Gruppen des Rosenmontagszuges dagegen wollten sich nicht so einfach mit den erneut verschärften Sicherheitsmaßnahmen abfinden, etwa mit dem Spruch: „Richter seid nicht gnadenlos, sonst ist im Karneval bald nichts mehr los, GEMA, TÜV, StVO, so geht der Karneval KO“, oder verteilten sogar Trauerzettel mit der Aufschrift: „Sicherheit OK – Karneval ade!“

Was aber hatte es nun mit den dunkelbraunen Gewändern der „Jung-Bierbrauer“ auf sich, sollten diese an ein anderes, ebenso bekanntes wie beliebtes Verler Getränk erinnern und damit schon mal für ein positives Image sorgen? Auf den großen gelben Emblemen war neben dem Namen des Bieres zu lesen: „Gebraut nach viärlscher Tradition“ – und das lässt etwas außerordentlich Gutes erwarten! Auf jeden Fall haben die Gilde-Jungschützen mit ihrer genialen Idee der in letzter Zeit vermehrt geforderten Vielfalt des kulturellen Lebens in der Ölbachstadt einen unschätzbaren Dienst erwiesen…


Patronatsfest 2015

Um den Taufbrunnen in der St. Anna-Kirche versammeln sich - v. l.: Vize-Brudermeister Michael Hauphoff, das Königspaar Alfons und Mechthild Siggemann, Präses Pfarrer Hermann-Josef Hölscher, die Jungregenten Stefanie Pähler und Raphael Lükewille und Brudermeister Markus Nagelsdieck

„Bei der Generalversammlung spürt man den familiären Charakter der Schützengilde ganz besonders, da fühlt man sich einfach geborgen“, sagte ein Gilde-Schütze beim anschließenden Umtrunk. Und ein anderer: „Der harmonische Verlauf mit seiner Jubilarehrung und den Ordensverleihungen ist eigentlich eine richtige Feierstunde.“ „In meinem Heimatort, in dem ich schon Schützenkönigin war, gab es die volle Mitgliedschaft von Frauen noch nicht. Als ich dann vor einem Jahr mit meinem Mann nach Verl gezogen bin, da sind wir, ohne groß zu zögern, beide in die Gilde eingetreten – und wir fühlen uns toll aufgenommen“, ließ sich eine Schützenschwester vernehmen.

Begonnen hatte das Patronatsfest am Sonntag, den 18. Januar, schon früh um 8.00 Uhr mit der Gemeinschaftsmesse in der St. Anna-Kirche, in der Gilde-Präses Pfarrer Hermann-Josef Hölscher die Situation des Glaubens in einer zunehmend säkularisierten Welt beleuchtete. Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Brudermeister und die Königspaare mit ihrem Präses um den über 500 Jahre alten Taufbrunnen (der damit das älteste Ausstattungsteil der St. Anna-Kirche ist), dessen neue Aufstellung im Mittelgang auf einer besonders gestalteten Fläche die  Gilde mit einer Hutsammlung von 1.900 Euro unterstützt hat, zu einem Erinnerungsfoto.

Ernste Minen bei den Worten von Brudermeister Markus Nagelsdieck, dem das stehende Gedenken der Toten von Paris folgt
Den Damen, die unter der Leitung von Gerti Nacke das Schützenfrühstück vorbereitet und den Throndamen, die es serviert haben, dankt die Versammlung mit kräftigem Applaus
Jens Niederschulte bestätigt gemeinsam mit Toni Hericks der Gilde eine vorbildliche, tadellose Kassenführung
Mit seinen 87 Jahren ist Hermann Hecker der älteste Teilnehmer der diesjährigen Generalversammlung

„Nach den kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien und in der Ukraine, nach den schrecklichen Massakern und Hinrichtungen der Terrororganisation  „Islamischer Staat“ – da haben wir wohl alle auf ein friedlicheres neues Jahr 2015 gehofft. Dann aber erschütterten uns vor wenigen Tagen die grausamen Morde in Paris. Wir trauern um die Toten, wir trauern mit den Angehörigen. Fassungslos müssen wir wahrnehmen, was Menschen einander antun, wozu Menschen fähig sind“, lauteten die ersten Worte von Brudermeister Markus Nagelsdieck nach dem gemeinsamen Frühstück im Pfarrzentrum. Weiter führte er aus: „Wir machen uns Sorgen um das Miteinander der Religionen, haben wir uns doch mit unserem Schützen-Leitwort „für Glaube, Sitte und Heimat“ sowohl das Eintreten für unsere eigene Glaubensüberzeugung, für den christlichen Glauben, ebenso auf die Fahne geschrieben wie die Toleranz gegenüber Menschen, die einem anderen Glauben angehören. Wir machen uns Sorgen um das friedliche Zusammenleben mit denjenigen Menschen, die als Flüchtlinge nach Europa, auch zu uns, kommen, ist uns als Schützen doch auch das Eintreten für die Heimat, die jedem Menschen auf der Welt zusteht – nicht nur uns selbst – ganz wichtig.“
Danach lud Markus Nagelsdieck zu einer Minute des stillen Gedenkens für die Toten von Paris ein, wozu sich die 185 Anwesenden von ihren Plätzen erhoben. „Unterkriegen lassen wir uns aber davon nicht, im Gegenteil“, leitete er dann zur Begrüßung über: „Wir werden auch in diesem Jahr vieles miteinander unternehmen, wir werden miteinander feiern und damit zum Ausdruck bringen: Diese Welt ist von Grund auf schön, sie ist liebenswert, sie ist unserer Liebe, unseres Schutzes, wert.“

Schriftführer Michael Schmalenstroer legt Jungschützenkönigin Stefanie Pähler den königlichen Orden an
Silbernes Verdienstkreuz für Rolf Lükewille, Manfred Kammertöns, Klaus Köckerling und Norbert Klumpe
Mario Kleinemeier trägt die Laudatio für Meinolf Pelkmann, den neuen Träger des Hohen Bruderschaftsordens, vor

In seinem Jahresbericht ließ Schriftführer Michael Schmalenstroer ein überaus vielseitiges, lebendiges Gilde-Jahr 2014 ebenso Revue passieren wie Gertrud Steppeler für die Sportschützen-Gruppe und Christoph Hartkemper für die Jungschützen. Auch bei der Finanzlage, erläutert vom „königlichen Kassierer“ Alfons Siggemann, sah man nur zufriedene Gesichter. Kurze Zeit später konnte er, wie auch seine angetraute Königin Mechthild Siggemann und Jungregentin Stefanie  Pähler, unter den Klängen des Präsentiermarsches, intoniert vom Musikverein Verl, den königlichen Orden entgegennehmen, eine Auszeichnung, die Jungschützenkönig Raphael Lükewille traditionsgemäß schon auf dem letzten Schützenfest erhielt.

Strahlende Gesichter sah man auch bei den fast fünfzig Jubilaren, die für 25-, 40-, 50-, 60- und sogar für 65-jährige Gilde-Treue mit Urkunden und Nadeln ausgezeichnet wurden. Nicht weniger freuten sich Marcel Diekämper, Toni Hericks, Matthias Hollenhorst, Gabi Kammertöns, Matthias Mühlenkord, Erwin Schröder und Heinrich Westerbarkei über die Auszeichnung mit dem Gilde-Verdienstorden. Vier Schützen wurden sodann mit dem Silbernen Verdienstkreuz des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften für ihren unermüdlichen Einsatz geehrt: Manfred Kammertöns, Norbert Klumpe, Klaus Köckerling und Rolf Lükewille.

Die Spannung war fast körperlich zu spüren, als der stellvertretende Bezirksbundesmeister, Mario Kleinemeier von der St. Laurentius-Schützenbruderschaft Westerwiehe, nach seinem Grußwort, in dem er den christlich geprägten Einsatz der Schützenbruderschaften für andere hervorhob, zur Auszeichnung mit dem Hohen Bruderschaftsorden ein Mitglied nach vorn bat: Der Jubel der Anwesenden begleitete auf diesem Weg Meinolf Pelkmann, den Kleinemeier für seinen vorbildlichen Einsatz für die Schützengilde lobte, insbesondere für die Sportschützengruppe, was das Anpacken bei Aktionen wie dem letztjährigen Sportschützenjubiläum ebenso betreffe wie das sportliche Schießen selbst. Diese Leidenschaft habe Meinolf Pelkmann an seinen Sohn Christian weitergegeben, der jetzt in der Nachfolge von Michael Schmalenstroer die Gilde-Sportschützen leite.

 

Mario Kleinemeier heftet Brudermeister Markus Nagelsdieck den Hohen Bruderschaftsorden an
Markus Nagelsdieck: „Ich teile diesen Orden mit Euch allen. Ihr seid Spitze!“
Die beiden neuen Träger des Hohen Bruderschaftsordens haben den Laudator in die Mitte genommen
Der „Schützenbruder des Jahres“, Alois Hauphoff (2. v. l.)

Die zweite Auszeichnung mit dem Hohen Bruderschaftsorden galt dann dem ersten Mann der Gilde, Brudermeister Markus Nagelsdieck. Für gewöhnlich bestens über die Geschehnisse in seiner Bruderschaft unterrichtet, stand ihm aber jetzt die Überraschung förmlich ins Gesicht geschrieben. Jungschützenkönig, Schriftführer, stellvertretender  Brudermeister und seit 2013 Brudermeister, die gemeinsame Leitung des Bundesköniginnentages mit seinem Amtsvorgänger Heinz Sudhoff und noch vieles mehr, so der Vize-Chef des Bezirksverbandes Wiedenbrück in Anwesenheit von Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann, habe Markus Nagelsdieck mit großem Einsatz, ideenreich und vor allem viel Herzblut gemeistert. Die weitere Laudatio ging dann fast in der Welle der Begeisterung der Mitglieder für ihren beliebten Gilde-Chef unter, der in den Saal rief: „Ich teile diesen Orden mit Euch allen. Ihr seid Spitze!“

Auch die letzte hohe Auszeichnung des Morgens, die Ausrufung zum „Schützenbruder des Jahres“, betraf einen ehemaligen Jungschützenkönig: Alois Hauphoff, der zum Bundesköniginnentag für den großen Kolping-Bogen über der St. Anna-Straße sorgte, sich gerade in den letzten Jahren mehr und mehr um die Gestaltung des Schützenfestes kümmerte und im vergangenen Jahr die Vertretung von Cheforganisator Norbert Klumpe beim Oktoberfest übernahm. Der dazugehörigen Orden wurde Alois Hauphoff, der zuvor schon für seine 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurde, sodann von seinem Neffen Michael Hauphoff, dem stellvertretenden Brudermeister der Gilde, angeheftet.

Der harmonische Verlauf der Generalversammlung wurde schließlich mit der Bekanntgabe des Spendenergebnisses von über 1200 Euro für die Restaurierung der Gilde-Fahne von 1983 nochmals unterstrichen. Zudem hat die Gilde mit 39 Neueintritten die 900er-Marke überschritten. So klang an diesem Tag der ebenso lobende wie für die kommende Zeit anspornende Ausruf von Brudermeister Markus Nagelsdieck an seine große Gilde-Familie noch lange nach: „Ihr seid Spitze!“  

Die Sieger des Neujahrsschießens v. l.: Detlev Hoffmann, Gabi Kammertöns, Holger Ullmann und Sportschützen-Vizechef Thorsten Mersch
Die Gilde-Silberjubilare, v. l.: Thorsten Gohe, Ulrich Wiesbrock, Christian Wiesbrock, Mario Heitmeyer, Sebastian Siggemann und Jürgen Brummel
Geehrt für 40 Jahre Gilde-Treue, v. l.: Peter Schröder, Heinz Meermeier und Andreas Wöllner
Die Gold-Jubilare der Schützengilde, v. l.: Hugo Pähler, Josef Freise, Walter Werneke, Hans Heitjohann, Harald Großeschallau, Paul Kröger, Hubert Sommer und Alois Hauphoff
Sie halten der Gilde 60 Jahre, drei von ihnen sogar 65 Jahre, die Treue, v. l.: Alois Pähler, Alois Pollmeier, Hans Wester-Ebbinghaus (65 Jahre), Josef Füchtenkord, Alfons Pollmeier (65 Jahre) und Christian Undernhorst (65 Jahre)

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